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Jürgen Kuri 229

Affen-Selfie: Rechtsstreit zwischen Peta und Fotografen beigelegt

Affen-Selfie: Rechtsstreit zwischen Peta und Fotografen beigelegt

Der Makake Naruto grinst in die Kamera und macht ein Selfie

Bild: Naruto / David Slater

Der Makake Naruto schoss ein Foto von sich selbst: Vor Gericht stritten die Tierschutzorganisation Peta und der Fotograf David Slater darum, ob der Affe oder der Fotograf das Copyright für sich reklamieren kann. Der Fall endet mit einem Vergleich.

Es war schon ein merkwürdiger Rechtsstreit: Die Tierrechtsorganisation Peta kämpfte dafür, dass dem Makaken Naruto die Rechte an jenen Selfies zugesprochen werden, die der Affe 2011 geschossen hatte. Der menschliche Inhaber der Kamera, David Slater, erhob allerdings ebenfalls Anspruch auf die Rechte. Nun endet der Streit in einem Vergleich, nachdem Slater durch die Rechtsstreitigkeiten praktisch ruiniert wurde.

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2011 wollte der britische Naturfotograf Slater im indonesischen Nationalpark von Nord-Sulawesi Aufnahmen von den dort lebenden Makaken machen. Einer der Affen, der Makake Naruto, schnappte sich Slaters Kamera und machte diverse Aufnahmen, darunter auch von sich selbst: Nachdem Slater seine Kamera auf einem Stativ aufgebaut und sich für wenige Minuten entfernt hatte, nutzte er die Gelegenheit unter anderem für ein Selfie.

Bereits 2014 brandete der Streit über die Affen-Selfies auf, als Wikimedia sich weigerte, einer Aufforderung des britischen Fotografen nachzukommen, Fotos des Makaken aus ihrer Fotosammlung zu entfernen. Slater meinte, er habe das Urheberrecht an diesen Bildern, während Wikimedia dies bestritt. Sie bezeichnet die Bilder als lizenzfrei. Später stellte sich das US Copyright Office auf die Seite von Wikimedia und konstatierte, dass es keine Werke registrieren kann, die von der Natur, von Tieren oder Pflanzen hergestellt wurden.

Dann aber trat Peta auf den Plan. Die Tierschutzorganisation wollte mit einer Klage erreichen, dass Naruto zum "Autor" und Eigentümer der Fotos erklärt wird. Gemeinsam mit der deutschen Primatenforscherin Antje Engelhardt verklagte Peta Slater vor einem kalifornischen Bundesgericht –erfolglos. Danach ging Peta in Berufung.

Nun zieht die Tierschutzorganisation ihre Klage zurück. Dafür verpflichtet sich Slater, 25 Prozent der Einnahmen, die er künftig mit den Fotos der Affen erzielt, für den Erhalt ihrer Lebensräume in Indonesien zu spenden. Zusätzlich heißt es: "Peta und David Slater stimmen darin überein, dass dieser Fall wichtige und topaktuelle Fragen aufwirft über die Ausdehnung der Rechte von nichtmenschlichen Lebewesen."

Dass die Fotos zumindest in den USA gemeinfrei bleiben, ist von der Einigung nicht berührt, da die Entscheidung des US Copyright Office nicht mehr angefochten wird. Nach Ansicht von Rechtsexperten wäre zudem ein Urheberrecht auf die Selfies in Deutschland nur sehr schwer durchzusetzen – und das sowohl vom Affen als auch vom Fotografen. (jk)

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