Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Martin Holland 328

Absturz des ExoMars-Landers Schiaparelli: ESA findet Softwarefehler

Absturz des ExoMars-Landers Schiaparelli: ESA findet Softwarefehler

Bild: ESA/ATG medialab

Gut einen Monat nachdem die ESA-Sonde Schiaparelli auf den Mars gestürzt ist und dabei zerstört wurde, hat die Weltraumagentur den verantwortlichen Fehler wohl gefunden. Ein überlasteter Sensor verfälschte wohl die Höhenmessung des Geräts.

Der ESA-Lander Schiaparelli ist wohl wegen eines Messfehlers und daraus resultierender falscher Berechnungen auf dem Mars abgestürzt. Das jedenfalls ist das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung, zu der die Europäische Weltraumagentur nun Details veröffentlichte. Demnach lief den empfangenen Daten zufolge anfangs alles nach Plan. Dann habe das für die Messung der Eigendrehung zuständige IMU (Inertial Measurement Unit) aber ungefähr eine Sekunde lang eine Messbereichsüberschreitung registriert, wodurch andere Berechnungen überlastet worden seien. Als Konsequenz habe der Lander einen negativen Wert für die geschätzte Höhe ermittelt. Schiaparelli habe sich dann so verhalten, als sei er bereits gelandet, was angesichts einer tatsächlichen Höhe von 3,7 Kilometern zum Absturz geführt habe.

Schiaparelli habe also viel zu früh den Fallschirm und einen der Schutzschilde gelöst. Dieses fehlerhafte Verhalten sei im eigenen Simulator exakt so reproduziert worden, teilten die Ingenieure nun mit. Bereits kurz nach dem Absturz hatte es Hinweise auf einen Softwarefehler als Grund für das vorzeitige Missionsende gegeben. Einen ausführlichen Bericht soll Anfang 2017 ein unabhängiges Untersuchungsteam vorlegen. Insgesamt werde man durch den Absturz und diese Analyse aber viel lernen, was direkt in den für 2020 geplanten zweiten Teil der Mission einfließen kann, versichern die Verantwortlichen. Dann wollen die ESA und die russische Roskosmos einen Rover zum Mars schicken.

Im Orbit alles nach Plan

Während Schiaparellis Mission so aber gescheitert ist, kreist mit dem TGO der zur Gesamtmission ExoMars gehörende Orbiter weiter um den Mars. Der beginne nun mit seinen Messungen, bevor dann eine Reihe von Manövern anstehen, mit denen der Trace Gas Orbiter bis Ende 2017 auf seine finale Position in der Umlaufbahn um den Mars gebracht werden soll.

[Update 25.11.2016 – 14:55 Uhr] Die Beschreibung des Fehlers wurde korrigiert. (mho)

328 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. ExoMars: Hochaufgelöstes Foto von Schiaparellis Absturzstelle

    exoMars: Hochaufgelöstes Foto von Schiaparellis Absturzstelle

    Während immer noch nicht geklärt ist, warum der Lander Schiaparelli auf den Mars gestürzt ist, zeigt ein neues Foto noch deutlicher, was mit ihm passiert ist. Es zeigt die Absturzstelle und auch wo der Hitzeschild und der Fallschirm gelandet sind.

  2. ExoMars: Kontakt zu Mars-Lander Schiaparelli verloren

    ESA und Roskosmos: Kontakt zu Mars-Lander Schiaparelli verloren

    Bei der geplanten Landung von Schiaparelli auf dem Mars hat es Probleme gegeben und es ist noch unklar, in welchem Zustand die Sonde die Oberfläche erreicht hat. Wichtige Daten seien aber gesammelt worden und man werde daraus lernen, versicherte die ESA.

  3. ExoMars: Mars-Sonde Schiaparelli nach Computerfehler abgestürzt

    ExoMars: Mars-Sonde Schiaparelli nach Computerfehler abgestürzt

    Wie bereits vermutet wurde, ist der Mars-Lander Schiaparelli vergangenes Jahr aufgrund eines Softwarefehlers abgestürzt. Das hat nun eine unabhängige Kommission ermittelt. Die Sonde war Teil einer Mission zur Suche nach Spuren von Leben auf dem Mars.

  4. ExoMars: Softwarefehler könnte für Schiaparelli-Absturz verantwortlich sein

    ExoMars: Softwarefehler könnte für Schiaparelli-Absturz verantwortlich sein

    Auch fast eine Woche nach dem Absturz des Landegeräts Schiaparelli auf dem Mars ist noch nicht klar, woran dieser Teil der europäisch-russischen ExoMars-Mission gescheitert ist. Nun gibt es aber offenbar erste Vermutungen.

  1. Europäisch-russischer Marsianer

    Die zweiteilige astrobiologische ExoMars-Mission meisterte mit dem gestrigen erfolgreichen Start die erste von vielen Hürden, zelebriert ihren Höhepunkt aber erst in drei Jahren

  2. UN-Gremium bezeichnet Verhaftung von Julian Assange als willkürlich

    Gremium in Genf hatte wohl schon im Dezember entschieden. WikiLeaks reagiert verhalten, London beharrt auf Festnahme und Auslieferung nach Schweden

  3. Fremdes Leben im Sonnensystem

    Könnte es trotz Säurewolken, infernalischer Hitze, tödlicher Strahlung und extremer Kälte doch Leben in unserer kosmischen Nachbarschaft geben?

  1. Missing Link: Facebook weiß es nicht besser

    Open Compute Project: OCP-Server bei Facebook in Lulea

    Während die deutschen Wähler hoffentlich zahlreich zu den Wahllokalen gehen, muss sich Facebook inzwischen in der Heimat USA harten Fragen stellen. Wie weit hat der Konzern zum Wahlsieg Donald Trumps beigetragen?

  2. Vertuschung 2.0: Im Fall Amri erlebt man dieselben Methoden wie beim NSU-Skandal

    Der Untersuchungsausschuss in Berlin ist mit massiven Widerständen seitens der Polizei konfrontiert

  3. c't uplink 18.9: Das Auto von morgen, Hybridradios, Vorsicht Kunde!

    c't uplink 18.8: Galaxy Note 8, Windows härten, Tuxedo Linux-Notebook

    Heute in c't uplink diskutieren wir über die Zukunft des Autos. Wir haben Hybridradios mit FM, DAB+ und Internet getestet, und Georg Schnurer zeigt uns einen besonders ekligen Fall von "Vorsicht, Kunde!".

  4. Proteste in London gegen Rausschmiss von Uber

    Bestätigungsdialog "Delete Uber?"

    In London regt sich massiver Protest gegen die Schließung des Fahrdienstes. Mehrere Hunderttausend haben bereits eine Pro-Uber-Petition unterzeichnet.

Anzeige