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Martin Holland 328

Absturz des ExoMars-Landers Schiaparelli: ESA findet Softwarefehler

Absturz des ExoMars-Landers Schiaparelli: ESA findet Softwarefehler

Bild: ESA/ATG medialab

Gut einen Monat nachdem die ESA-Sonde Schiaparelli auf den Mars gestürzt ist und dabei zerstört wurde, hat die Weltraumagentur den verantwortlichen Fehler wohl gefunden. Ein überlasteter Sensor verfälschte wohl die Höhenmessung des Geräts.

Der ESA-Lander Schiaparelli ist wohl wegen eines Messfehlers und daraus resultierender falscher Berechnungen auf dem Mars abgestürzt. Das jedenfalls ist das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung, zu der die Europäische Weltraumagentur nun Details veröffentlichte. Demnach lief den empfangenen Daten zufolge anfangs alles nach Plan. Dann habe das für die Messung der Eigendrehung zuständige IMU (Inertial Measurement Unit) aber ungefähr eine Sekunde lang eine Messbereichsüberschreitung registriert, wodurch andere Berechnungen überlastet worden seien. Als Konsequenz habe der Lander einen negativen Wert für die geschätzte Höhe ermittelt. Schiaparelli habe sich dann so verhalten, als sei er bereits gelandet, was angesichts einer tatsächlichen Höhe von 3,7 Kilometern zum Absturz geführt habe.

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Schiaparelli habe also viel zu früh den Fallschirm und einen der Schutzschilde gelöst. Dieses fehlerhafte Verhalten sei im eigenen Simulator exakt so reproduziert worden, teilten die Ingenieure nun mit. Bereits kurz nach dem Absturz hatte es Hinweise auf einen Softwarefehler als Grund für das vorzeitige Missionsende gegeben. Einen ausführlichen Bericht soll Anfang 2017 ein unabhängiges Untersuchungsteam vorlegen. Insgesamt werde man durch den Absturz und diese Analyse aber viel lernen, was direkt in den für 2020 geplanten zweiten Teil der Mission einfließen kann, versichern die Verantwortlichen. Dann wollen die ESA und die russische Roskosmos einen Rover zum Mars schicken.

Während Schiaparellis Mission so aber gescheitert ist, kreist mit dem TGO der zur Gesamtmission ExoMars gehörende Orbiter weiter um den Mars. Der beginne nun mit seinen Messungen, bevor dann eine Reihe von Manövern anstehen, mit denen der Trace Gas Orbiter bis Ende 2017 auf seine finale Position in der Umlaufbahn um den Mars gebracht werden soll.

[Update 25.11.2016 – 14:55 Uhr] Die Beschreibung des Fehlers wurde korrigiert. (mho)

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