Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

231

500 Millionen Euro zusätzlich für saubere Luft in Städten

500 Millionen Euro zusätzlich für saubere Luft in Städten

Viele deutsche Städte stehen unter Druck, weil Dieselautos die Luft verschmutzen. Beim Dieselgipfel wurden ihnen Millionenhilfen in Aussicht gestellt – nun legt der Bund noch einmal eine große Schippe drauf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zusätzliche 500 Millionen Euro für Kommunen in Aussicht gestellt, um die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase zu reduzieren. Das Geld stehe bereits im laufenden Haushalt zur Verfügung, sagte sie am Montag in Berlin nach einem Treffen mit Vertretern von Städten und Bundesländern. Es werde "sofort" eine Koordinierungsstelle von Bundesministerien, Ländern und Kommunen eingerichtet, um über förderfähige Projekte in den Städten beraten zu können.

Pauschale Fahrverbote verhindern

Weil die Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichem Stickoxid in vielen Deutschen Städten zu hoch ist, könnten Gerichte die Politik schon bald zu Fahrverboten erzwingen. Auch die EU macht deswegen Druck auf Deutschland.

Alle seien der Meinung, dass pauschale Fahrverbote für einzelne Antriebsarten oder Fahrzeugtypen verhindert werden sollten, sagte Merkel: "Die Zeit drängt, und wir sind uns alle einig, dass es ein großer Kraftakt ist." Parallel liefen die Gespräche mit der Autobranche weiter, etwa zu Software-Updates für neuere Diesel und Umtauschprämien für ältere Modelle.

Beim Dieselgipfel von Politik und Autobranche Anfang August hatte die Bundesregierung bereits einen Fonds "Nachhaltige Mobilität für die Stadt" angekündigt, der Pläne für einen möglichst abgasarmen Verkehr für 28 besonders belastete Regionen finanzieren soll. Bisher war geplant, dass die Autobranche mit 250 Millionen Euro die Hälfte übernimmt. Insgesamt solle der Fonds nun auf eine Milliarde aufgestockt werden, sagte Merkel.

Autobranche beteiligen

Außenminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) sagte, die Autobranche könne seiner Ansicht nach "durchaus mehr" als 250 Millionen Euro beitragen. "Was wichtig ist, ist, dass wir die Städte und Gemeinden in Deutschland nicht mit dieser Aufgabe alleine lassen", sagte er, denn diese könnten "am wenigsten" für die aktuelle Lage. Gabriel warnte vor "überzogenen Hoffnungen" in einen schnellen Durchbruch der Elektromobilität bei Privatautos und mahnte, nicht die Potenziale der Verbrennungsmotoren der Zukunft außer Acht zu lassen.

(dpa) / (mho)

231 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Abgas-Skandal: Willkommen im Autowahlkampf

    Abgas-Skandal: Willkommen im Autowahlkampf

    Drei Wochen vor der Bundestagswahl macht die Bundeskanzlerin das Thema Diesel demonstrativ zur Chefsache. Kein Wunder, die Sorge vor Wertverlust und Fahrverboten treibt die Deutschen um.

  2. Massive Kritik nach Dieselgipfel

    Massive Kritik nach Dieselgipfel

    Diverse Kritiker lassen kaum bis kein gutes Haar an dem Ergebnis des Treffens zwischen Bund, Ländern und der Autoindustrie. Von "Farce" und "Marionettenshow" ist da die Rede.

  3. Özdemir kritisiert Festhalten an Verbrennungsmotor

    Özdemir kritisiert Festhalten an Verbrennungsmotor

    Vor dem Dieselgipfel bei der Bundeskanzlerin hat Grünen-Chef Cem Özdemir kritisiert, dass die Große Koalition am Verbrennungsmotor festhalten will. Es sei längst nicht mehr die Frage, ob das emissionsfreie Auto komme, sondern wer es entwickle und baue.

  4. Städtetag: Fahrverbote nach Dieselgipfel noch nicht ausgeschlossen

    Städtetag: Fahrverbote nach Dieselgipfel noch nicht ausgeschlossen

    "Falls die Grenzwerte weiterhin nicht eingehalten werden, ist zu befürchten, dass Gerichte für einzelne Städte Fahrverbote verlangen", sagt der Deutsche Städtetag. Der ADAC kritisiert, die Politik sei vor der Industrie eingeknickt.

  1. Bund unterstützt Städte mit weiteren 500 Mio Euro

    Angela Merkel

    Erst vier Wochen ist es her, dass die Bundesregierung zum großen Dieselgipfel lud. Jetzt haben sich Kanzlerin Merkel (CDU) und Vizekanzler Gabriel (SPD) mit Bürgermeistern an den Tisch gesetzt. Ergebnis: Der Bund gibt eine halbe Milliarde Euro zusätzlich aus

  2. Diesel-Gipfel: Mehr als ein Sommertheater?

    Schon seit Wochen wird mit großem medialem Aufwand auf den Diesel-Gipfel hingearbeitet. Mitten im Sommerloch soll dort mit prominenter Besetzung über die Zukunft des Selbstzünders beraten werden. Dient das nun tatsächlich der Lösung von Problemen?

  3. "Diesel im Generalverschiss"

    Das eigenartige Wahlkampfthema "Diesel". Diskussionen um ein Papier des Umweltbundesamtes. Update

  1. "Hackintosh": Der mühsame Weg zum maßgeschneiderten Mac

    Apple

    Will man OS X nutzen, muss man MacBook, Mac mini, iMac oder dem veralteten Mac Pro wählen Wer eine andere Hardware-Zusammenstellung oder einen leistungsfähigen Gaming-Mac haben will, schaut in die Röhre – oder bastelt sich einen.

  2. Im Test: Seat Ateca 1.0 TSI

    Seat Ateca

    Der Kompakt-Klasse droht seit einiger zeit heftige Konkurrenz durch ähnlich große SUV. Bei Seat ist die Verwandtschaft zwischen Leon und Ateca unverkennbar. Wie fährt sich das SUV mit dem 115-PS-Basisbenziner? Ein Test

  3. VW Golf Sportsvan Facelift

    VW Golf Sportsvan Facelift

    Mit gut einem Jahr Verzögerung zieht VW im Golf Sportsvan jene Neuerungen nach, die die Golf-Limousine seit dem November 2016 schon bekommen hat. Dazu gehören moderne Infotainmentsysteme und neue Motoren. Gleichzeitig wird das Angebot etwas ausgedünnt

  4. Ist Fotografie grundsätzlich rassistisch?

    Seit Ende August geistert die These durch die Lande, dass Fotografie grundsätzlich rassistisch sei, weil sie für die Wiedergabe heller Hauttöne optimiert wäre

Anzeige