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Martin Fischer 401

100.000 Spieler fordern: Lucasfilm soll EA die Star-Wars-Lizenz wegen Mikrotransaktionen entziehen

Über 100.000 Spieler fordern: Lucasfilm soll EA die Star-Wars-Lizenz entziehen

Star Wars Battlefront 2

Bild: EA

Mehr als 100.000 Spieler fordern in einer an Lucasfilm gerichteteten Petition, Electronic Arts die Star-Wars-Lizenz zu entziehen.

Der Ärger um das Vorgehen von Electronic Arts bezüglich der Mikrotransaktionen im Vollpreisspiel Star Wars Battlefront 2 ebbt nicht ab. Zum Marktstart des Spiels hatte ein Spieler eine Petition auf change.org erstellt, die Lucasfilm auffordert, Electronic Arts die Star-Wars-Lizenz zu entziehen. EA kümmere sich nicht um das Gameplay-Erlebnis oder den Inhalt, vielmehr würfen sie hektisch Spiele auf den Markt und versuchten, so viel Geld wie möglich aus den Spielern zu quetschen.

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Falls Lucasfilm tatsächlich nicht mitbekomme, dass EA die Marke Star Wars ernsthaft schädigt und missbraucht, dann sei die Firma Teil des Problems. Lucasfilm solle die Star-Wars-Lizenz lieber einem Publisher anvertrauen, der das Franchise mit Sorgfalt und Qualität behandele. Je länger Lucasfilm mit Electronic Arts zusammenarbeite, desto mehr Schaden werde die Marke nehmen.

Die Petition erfährt derweil einen enormen Zulauf. Innerhalb der vergangenen fünf Tage hat sich die Zahl der Zeichner von 50.000 auf über 100.000 mehr als verdoppelt.

Electronic Arts hatte Mitte November nach einem Sturm der Entrüstung die Mikrotransaktionen in Star Wars Battlefront 2 deaktiviert, nachdem sich Spieler über eine Pay-to-Win-Mechanik und hinter Quasi-Paywalls platzierte Hauptcharaktere wie Luke Skywalker und Darth Vader beschwerten. Diese Charaktere ließen sich zwar auch ohne Mikrotransaktionen freispielen, allerdings war der Zeitaufwand dafür außerordentlich hoch – wer die Kreditkarte zückte, konnte diesen auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Trotz der immensen Kritik beabsichtigt Electronic Arts offenbar dennoch, die Mikrotransaktionen in Star Wars Battlefront 2 wieder zu zu aktivieren. So äußerte sich der EA-Finanzchef Blake Jorgensen Ende November auf einer Konferenz, dass man die Idee von Mikrotransaktionen nicht aufgebe und die Strategie nicht ändere. Jorgensen konnte noch keinen Zeitpunkt nennen, zu dem EA die Battlefront-2-Transaktionen wieder aktivieren werde. Das Problem sei unter anderem, dass Spieler das Gefühl gehabt hätten, dass es sich um eine Pay-to-Win-Mechanik gehandelt habe.

EA bekommt allerdings nicht nur von Spielern Gegenwind, sondern auch aus der Politik. So kam die belgische Glückspielbehörde zur Einschätzung, dass die Lootboxen aus Star Wars Battlefront 2 als Glücksspiel zu bewerten seien. Belgiens Justizminister Koen Geens fordert derweil europäische Schritte gegen diese "gefährliche" Vermischung von Videospielen mit Glücksspielelementen.

Dass Mikrotransaktionen tatsächlich äußerst gefährlich sind, wurde kürzlich erneut an einem Spieler deutlich, der sich in einem offenen Brief gegen die Mikrotransaktionsstrategie von Spielefirmen wie EA gewandt hatte. Der 19-jährige, in Therapie befindliche Spieler wurde süchtig nach Ingame-Käufen und warnt andere Spieler eindringlich vor den Gefahren. (mfi)

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