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Helga Hansen 90

Roboterkatze Petoi: Wie von Boston Dynamics – aber für Zuhause

Petoi: Roboterkatze

Bild: Rongzhong Li

Schnurren und rumfläzen klappen schon, nur mit dem Springen hat es die Roboterkatze Petoi noch nicht so. Wer in dem Raspi-Projekt Amazons Alexa einbindet, könnte seinen Stubentiger bald auch das Wetter ansagen oder die Heizung einschalten lassen.

Schwarzer Kunststoff aus dem 3D-Drucker statt flauschigem Pelz – dank der markanten Silhouette erkennt man den vierbeinigen OpenCat-Roboter Petoi trotzdem schnell als Katze. Der Stubentiger soll Robotik und künstliche Intelligenz spannender machen und Kinder und Jugendliche zum Programmieren motivieren. Seine Vorbilder sind Sonys neuaufgelegter Roboterhund Aibo und die Roboterkreaturen von Boston Dynamics.

Laufen, ausstrecken und aufstehen und selbst auf unebenen Flächen balancieren kann der letzte OpenCat-Prototyp von Petoi schon ziemlich gut, wie Erfinder Rongzhong Li im Demovideo zeigt. Seit Juli 2016 arbeitet Li an seiner Roboterkatze und hat bereits sieben Versionen gebaut. Im aktuellen Kätzchen stecken ein Arduino Pro Mini, der die Bewegungen steuert, und ein Raspberry Pi 3, der als "Gehirn" mit künstlicher Intelligenz ausgestattet wird.

Weiterhin stehen die Raspi Infrarotkamera, drei Time-of-Flight-Sensoren (wie im Assistenzsystem für Blinde) und das 3-Achsen-Gyroskop MPU-6050 auf der Bauteilliste. Die Bewegungen macht das Servotreiberboard PCA9685 von Adafruit möglich, mit dem bis zu 16 Servos genutzt werden können. So kann Petoi Gesichter erkennen und ihren Bewegungen folgen. Auch die Anbindung an Amazons Alexa ist möglich. Künftig, so Li, soll die Katze im Unterricht eingesetzt und von Kindern programmiert werden.

Eine Katze sitzt neben Elektronikkomponenten und Teilen aus dem 3D-Drucker
Original und Nachbauteile (Bild: Ronzhong Li)

Eine kleinere Variante nutzt der Informatik-Dozent einer Uni in den USA bereits in seinen eigenen Kursen. Das Miniaturmodell verfügt nur über den Arduino, die Hälfte der Servos und damit deutlich staksigere Beine. Die Prototypen hat Li gerade in der Hardware-Community Hackster.io und auf anderen Plattformen vorgestellt, allerdings noch keine Nachbauanleitung. Da das Projekt auf Open-Source-Bibliotheken basiert, soll es freigegeben werden, sobald ein kleines Team davon leben kann. Einen konkreten Zeitplan gibt es derzeit allerdings noch nicht.

Wie die Anbindung von Amazons Alexa an den Raspberry Pi und den ESP8266 funktioniert, steht in Make 1/18. Das Heft ist im Heise Shop erhältlich und liegt bis zum 18. April 2018 am Kiosk. (hch)

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