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Peter Eisner 98

NanoPi NEO2: Upgrade für den Kleinstrechner

Eine quadratische blaue Platine, der NanoPi Neo 2

Bild: FriendlyARM

Der NanoPi Neo ist einer der kleinsten und zugleich billigsten Einplatinenrechner. Mit dem NanoPi Neo2 legt FriendlyARM nach und spendiert dem Computerchen ein Prozessorupgrade sowie Gigabit-Ethernet. Das Betriebssystem darf allerdings noch ausreifen.

Neues von der Raspi-Konkurrenz aus China – FriendlyARM hat dem NanoPi einen neuen Prozessor und WLAN verpasst. Bei der Software setzt man neben Ubuntu Core jetzt auch auf Armbian.

Aus Alt mach NEO2

Die quadratische blaue Platine des NanoPi Neo2 von oben
Ausgetauscht: das H3-SoC des Vorgängers wurde durch das pinkompatible H5-SoC ersetzt. Vergrößern
Bild: FriendlyARM
Als System-on-a-Chip (SoC) ersetzt ein Allwinner H5 den Allwinner H3 des Vorläufers. Der H5 wurde 2016 vorgestellt und ist von Allwinner als eine Art Drop-In-Replacement für den Allwinner H3 konzipiert. Der wichtigste Unterschied ist die CPU: die vier Kerne erhielten ein Upgrade vom Cortex-A7-Design auf das performantere und 64-Bit-fähige Cortex-A53-Design. Die gleiche Achitekturänderung machte der Raspberry Pi beim Update von Raspi 2 auf Raspi 3 durch.

Der beim ersten Neo auf Fast Ethernet (100 MBit/s) limiterte Netzwerkanschluss wurde für den Neo2 auf Gigabit-Ethernet (1000 MBit/s) erweitert. Die vorherige Begrenzung hat ihren Grund im Design des SoC. Beide, H3 und H5, unterstützen im Prinzip GBit-Ethernet, auf dem Physical Layer aber nur Fast Ethernet. Beim Neo2 übernimmt diese Funktion ein extra Chip von Realtek (RTL8211E).

Weniger Spannung

Bei der Spannungsversorgung gab es dagegen ein kleines Downgrade. Während der Neo noch ein rudimentäres DVFS (Dynamic Voltage and Frequency Scaling) zuließ, wurde dieser Teil beim Neo2 vereinfacht. Die CPU wird immer mit der niedrigsten Spannungsstufe von 1,1 Volt versorgt (beim Neo kann bei Bedarf auf 1,3 Volt hochgeschaltet werden). Die höchsten Taktstufen des H5 sind somit leider ausgeschlossen. Genaue Taktangaben fehlen, der Maximaltakt dürfte aber nahe 1 GHz liegen und für die meisten Anwendungsfälle ausreichen. Die einkernige Konkurrenz in Gestalt von Raspi Zero, ZeroW oder CHIP wird damit immer noch abgehängt.

Layout des NanoPi Neo 2 von vorn und hinten
Gigabit-Ethernet verdankt der NEO2 dem Realtek-Chip. Vergrößern
Bild: FriendlyARM

Als Bremse kann sich der 512 MB große Speicher erweisen. Wie auch beim Vorgänger wird ein einzelner DDR3-Chip mit 16 Bit angebunden – seitens des SoC wären zwei Chips und damit 32 Bit möglich.

Die Abmessungen der Platine bleiben mit 40 mm × 40 mm unverändert. Sie sind nach wie vor kleiner als beim Konkurrenten Orange Pi Zero. In der Bauhöhe kann man unter Umständen ein paar Millimeter gewinnen, da nun eine Low-Profile-Ethernet-Buchse verbaut ist. Der einzige Haken dabei: die benachbarte USB-Buchse blieb unverändert auf der alten Bauhöhe – mit einem Lötkolben sollte sich das bei Bedarf ändern lassen.

Fertig Löten

Selbigen benötigt man ohnehin, wenn man die fehlenden Steckerleisten nachrüsten möchte. An den Platinenrändern findet man Lötkontake für GPIOs und Schnittstellen wie I²C, UART und SPI (24 Pole, zwei Reihen, 2,54-mm-Raster) so wie zwei weitere USB-Schnittstellen und die Sound-Schnittstelle I²S (12 Pole, eine Reihe, 2,54-mm-Raster). Kleiner gehalten ist eine fünf-polige Kontaktreihe für Line-Out und einen Mikrofon-Eingang (2-mm-Raster). Ab Werk fertig bestückt ist ein serieller Port für die Kommunikation per Seriell-USB-Adapter.

Pinout des NanoPi Neo 2
Vergrößern
Bild: FriendlyARM

Wie der Vorläufer und auch der NanoPi Neo Air hat der Neo2 keinen Anschluss für Bildschirme. Weder HDMI noch TV-Out sind auf der Platine verdrahtet. Der Preis des NanoPi Neo2 liegt bei 15 US-Dollar, 5 Dollar kämen für die Versandkosten hinzu. Der H3-basierte NEO ist für 8 Dollar (256 MB RAM) oder 10 Dollar (512 MB) zu haben und bleibt nach Herstellerangabe weiterhin im Programm.

Betriebssystem: Prinzip Hoffnung

Die Versorgungslage mit Linux-Images ist zum jetzigen Zeitpunkt – als Schulnote ausgedrückt – mangelhaft. FriendlyARM beschränkt sich auf ein nicht mehr unterstütztes Ubuntu Core 15.10. Das verwundert, erhielt doch der Vorläufer erst kürzlich ein Update auf 16.04 LTS. Der Kernel wird von Allwinner für das SoC bereit gestellt und kommt aus der auch nicht gerade frischen 3.10-er Reihe.

Allerdings wirbt der Hersteller nun auch mit der Unterstützung durch die Community-Distribution Armbian. Davon gibt es aktuell jedoch noch keine offiziellen Builds, sondern nur experimentelle Nightly Builds. Man muss damit rechnen, dass wesentliche Grundfunktionen noch nicht zur Verfügung stehen. Bei Armbian setzt man auf den Mainline-Kernel (aktuell 4.10).

Es ist zu erwarten, dass sich hier in den nächsten Monaten noch einiges tun wird. Die Schulnote dürfte sich dann auf ein "befriedigend" verbessern. (hch)

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