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Helga Hansen 757

Maker-Faire-Vater entschuldigt sich für Sexismus

Maker-Faire-Vater entschuldigt sich für Sexismus

Naomi Wu

Sexismus nicht nur in Hollywood, sondern auch in der Makerszene? Nach einem Streit über unsichtbare Makerinnen haben Naomi Wu und Maker-Faire-Vater Dale Dougherty sich versöhnt, während viele Frauen die Chance nutzten und eigene Erlebnisse erzählten.

Ein Streit zwischen sino:bit-Erfinderin Naomi "RealSexyCyborg" Wu und Dale Dougherty, Gründer und Geschäftsführer der Maker Media Inc, führte in den letzten Wochen zu einer breiten Debatte auf Twitter. Dougherty hatte vor zwei Wochen herablassende Äußerungen über Wu verbreitet und sich nun dafür jedoch entschuldigt. Hintergrund des Streits: Wu kritisiert seit längerem sexistische Klischees in der Szene, trotz ihres inklusiven Anspruchs.

Makerbewegung für alle?

Eigentlich startete Dougherty 2005 die Zeitschrift mit dem Namen "Make", da "jeder gerne Dinge macht". Doch das Klischee des männlichen, weißen Makers halte sich beständig, bemängelte Wu. Insbesondere bei den Maker Faires, die in Lizenz überall auf der Welt veranstaltet werden. So fliegen chinesische Maker Faires eher zahlreiche Westler ein, als chinesischen Makerinnen eine Bühne zu bieten, twitterte Wu. Sie selbst werde mit ihrer Arbeit nicht ernst genommen, weil ihre Outfits oft knapp und sexy sind.

Das Misstrauen, als hübsche Frau Interesse an Open Hardware zu haben, gipfelte in Verschwörungstheorien, sie sei keine echte Person, sondern eine Kunstfigur, hinter der mehrere Menschen stünden, vor allem ein westlicher Ehemann. Der Inhalt der Vorwürfe deckt sich grundsätzlich mit Wus Geschichte. Sie interessiert sich seit wenigen Jahren für Elektronik und 3D-Druck und profitiert dabei immens vom Internet, in dem eine Anleitung oder ein kundiger Helfer nur wenige Klicks entfernt ist. Doch wo viele eine Vorzeige-Makerin sehen, hieß es im "Verschwörerschreiben", dies sei völlig unrealistisch.

Debatte in der Szene

Die Vorwürfe sorgten vor allem auf Twitter für viele Reaktionen. Einige Bekannte posteten Bilder von Treffen mit Wu in Shenzhen, während prominente Frauen aus der Makerszene sie unterstützten. YouTuberin Simone Giertz erklärte ihr Mitgefühl und dass sie extra alles vermeide, was als sexy gelten könne, um Belästigung zu entgehen. Becky Stern, die vor einer Weile von der Hardware-Firma Adafruit zur Anleitungsseite Instructables wechselte, beschrieb, dass sie als Makerin zurückhaltender auftrete als sonst.

Dabei wurde deutlich, wie tief "Technik ist Männersache" auch in der Makerszene verankert ist und was es für Frauen bedeutet: Verschwörungstheorien und dezidierte Hasskommentare kennt selbst Limor Fried, Gründerin der Hardware-Firma Adafruit. In ihrer YouTube-Sendung "Ask an Engineer" erzählt sie, dass Besucher sie noch heute bei Firmenbesichtigungen fragen, ob sie wirklich Hardware entwickle – selbst wenn sie gerade vor einem CAD-Programm sitze. Ein Grund für die YouTube-Shows sei dabei, genau solchen Fragen vorzubeugen. Doch einige Zuschauer lassen sich von keinem Livestream überzeugen.

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