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Florian Schäffer 54

Aufgerissen: Adventskalender mit Arduino

Conrad Adventskalender Test 2017 Arduino

Ein weiterer Adventskalender musste dran glauben und zeigen, was in ihm steckt. Diesmal steht das Programmieren auf einem Arduino im Vordergrund. Ob das viel vorweihnachtliche Freude bringt, bezweifeln wir ein wenig.

Arduino: Mikrocontroller für Quereinsteiger

Der Name Arduino bezeichnet sowohl ein einfaches, günstiges Mikrocontroller-Board als auch die zugehörige Programmiersprache und das Entwicklungswerkzeug.

Nachdem wir bereits die zwei günstigen Kalender von Conrad getestet und für gut befunden haben, geht es jetzt dem knapp 35 Euro teuren Modell "Experimente mit Arduino" an den Kragen bzw. an die Papptürchen. Auch dieser ist laut Anbieter für die Altersgruppe ab 14 Jahren geeignet. Das Begleitheft stammt ebenso wieder vom Verlag Franzis. 24 Tage gibt es Experimente für den Mikrocontroller Arduino. Dadurch soll ein leichter Einstieg in die Programmierung und Steuerung vermittelt werden. So viel sei schon Mal vorab verraten, ohne dass wir die Vorfreude verderben und zu viel verraten: ein Mikrocontroller-Board ist im Kalender enthalten und befindet sich gleich hinter Türchen 1.

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Im Gegensatz zu den anderen beiden Kalendern überzeugt der Arduino-Kalender nicht rundum, wie wir auf der zweiten Seite weiter ausführen werden.

Conrad vermeidet es auffällig penibel, irgendwo den Begriff "Arduino" in Zusammenhang mit dem Board fallen zu lassen. Die Vermutung, dass einem kein Original-Arduino am ersten Tag in die Hände fällt, bestätigt sich. Geliefert wird ein Arduino-Nano-Klone, der den chinesischen Modellen, die es bereits für weniger als fünf Euro gibt, sehr ähnlich sieht.

Der Arduino-Klon von Franzis mit CH340 USB-Chip, einer USB-Micro-Buchse und ATmega328.

Wie auch bei den Nachbauten, gibt es keinen FTDI-USB-Seriell-Wandler-Chip, sondern nur den billigen Ableger CH340. Wie der ähnliche Chip von Prolific, den die Chinesen gerne benutzen, ist die Treiberinstallation oft ein Ärgernis. Während die FTDI-Chips von Windows unterstützt werden und spätestens mit der Installation der Arduino-IDE auf dem PC landen, erfordern die Alternativen eine manuelle Einrichtung. Exotisch ist zudem die verbaute USB-Micro-Buchse anstelle der sonst üblichen Mini-Variante. Dies ist eventuell dem Umstand geschuldet, dass kein USB-Kabel beiliegt und das Handbuch empfiehlt, ein Smartphone-Ladekabel zu nutzen.Um Enttäuschung am ersten Tag zu vermeiden, sollte vorab geprüft werden, ob ein passendes USB-Micro-Datenkabel zu Hause zu finden ist. Welcher USB-Chip verbaut ist und wie die USB-Buchse aussieht, ist allerdings eher für Profis relevant. So lange sich die Treiber installieren lassen, bedeuten die Abweichungen vom Vorbild keine Nachteile.

Auch der PC sollte schon eingerichtet sein, denn ohne geht es ebensowenig. Routine im Umgang mit Softwareinstallationen, Verzeichnissen und Treibern sind von Vorteil. Das Begleitheft richtet sich ausschließlich an Windows-Nutzer, obwohl die Software auch für Unix und Mac existiert. Benutzt wird anfangs die Entwicklungsumgebung Snap4Arduino – ein Ableger der grafischen Programmiersprache Scratch oder Scratch S4A. Im Gegensatz zu beispielsweise Ardublock erzeugen diese keine Binärdaten, die auf den Arduino übertragen und ausgeführt werden. Der Arduino wird bei diesen Anwendungen nur als Schnittstellenbaustein genutzt. Auf ihm läuft ein Interpreter namens StandardFirmata.

Eingedeutschte Scratch-Oberfläche in Snap4Arduino mit dem Programm für den ersten Tag.

Warum dieser Weg hier beschritten wird, steht leider nicht im Begleitbuch. Zudem wird erst an Tag 16 deutlich darauf hingewiesen, dass ohne den steuernden PC und aktive Programmierumgebung der Arduino nichts macht. Wer seinen Aufbau vorher autark mit einem USB-Netzteil oder an einem anderen PC betreiben will, wird sich wundern, dass sich sein Arduino tot stellt.

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Am 16. Dezember wird dann die Arduino IDE eingeführt. Der technische Zusammenhang mit der Übertragung des Binärcodes auf den Mikrocontroller und der Unterschied zur vorherigen Methodik wird allerdings nicht erklärt.

Etwas heikel finden wir die Benutzung eines Batteriekastens mit vier Mignon-Zellen (auch diese sollten des lieben Friedens wegen vorher gekauft sein). Diese werden an den 5V-Anschluss des Nanos angeschlossen. Natürlich wird darauf hingewiesen, dass diese erst dann angeschlossen werden sollen, wenn das USB-Kabel zum PC abgezogen ist. Welche Gefahr sich ergibt, wenn Zink- oder Lithium-Batterien über die USB-Buchse geladen werden, wenn dies aber Mal vergessen wird, bleibt unerwähnt.

Unerfreulich ist die Art und Weise, wie Franzis Adressdaten von den Kunden sammelt - erst Recht unter dem Gesichtspunkt, dass sich der Kalender für Minderjährige eignen soll. Das notwendige Software-Download über den Buchcode ist erst nach einer Registrierung und Eingabe persönlicher Daten möglich. Zudem verunsichert die Ansprache als "Neukunde" und die Abfrage einer Lieferadresse. Wer seine Daten nicht preisgeben will, sollte hier unbedingt falsche Angaben tätigen und eine Wegwerf-Emailadresse nutzen. Alternativ dürfte man das Recht haben, den bereits geöffneten Kalender zurückzugeben, da ohne Download der gekaufte Kalender nutzlos und nicht "funktionsfähig" ist.

Conrad könnte das Download auch auf der eigenen Webseite anbieten – vor allem, weil sich in der immerhin 285 MB-großen Zip-Datei nichts Geheimnisvolles außer der frei verfügbaren Software Snap4Arduino, die Arduino IDE und den Beispielcodes befindet.

Hinter den ersten Türchen warten die wichtigsten Teile für die Tage bis Weihnachten.

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