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Maik Schmidt 195

Installation

Der Raspberry Pi ist mit dem Ziel an den Start gegangen, Desktop-PCs Konkurrenz zu machen und Kinder an die Programmierung heranzuführen. Wir haben geprüft, ob der Winzling den Ansprüchen genügt.

Bald sollen SD-Karten im Handel erhältlich sein, auf denen sich Fedora Linux, die bevorzugte Distribution des Raspberry-Teams, befindet. Noch ist es aber nicht soweit, und auch wer eine andere Distribution oder ein anderes Betriebssystem vorzieht, muss selbst ein Image erzeugen und auf eine Karte bringen.

Im Prinzip sollte jede Linux-Version für die ARM-Architektur funktionieren, auf der offiziellen Download-Seite stehen fertige SD-Karten-Images für Debian "squeeze", Arch Linux ARM und QtonPi zur Verfügung. Selbstverständlich läuft auch das originale RISC OS inklusive BBC Basic auf dem Pi, für Anfänger und erste Tests empfiehlt sich aber die Debian-Variante.

Für die ersten Schritte muss der Raspberry Pi erstmal verkabelt werden.

Die Vorbereitung der Karte ist auf jedem Betriebssystem möglich. Unter Windows lässt sich beispielsweise das Debian-Image bequem mittels Win32DiskImager auf die Karte bringen. Sowohl unter Linux als auch unter Mac OS X hilft das dd-Kommando. Ausführliche Anleitungen hält das Wiki des Projekts bereit.

Wir verwendeten im weiteren Verlauf Debian "squeeze". Nachdem die SD-Karte eingelegt und der Pi zum ersten Mal gestartet wurde, erstellt das System einige Initialisierungsdaten. Das kann zwei, drei Minuten dauern. In seltenen Fällen hakt es, dann hilft nur der Griff zum Netzstecker.

Mit dem Win32-Disk-Image lässt sich das Image leicht auf die SD-Karte spielen.

Danach sollte das System ohne besondere Meldungen neu starten und zur Eingabe von Benutzernamen und Passwort auffordern. Hier hat sich seit dem Versenden der ersten Boards ein wenig getan und auf den Flyern, die dem Pi beiliegen, stehen noch der Benutzername 'pi' und das Passwort 'suse'. Das Passwort lautet jetzt 'raspberry' und kann sich durchaus noch mal ändern. Wenn die Anmeldung scheitert, hilft ein genauer Blick auf die Download-Seite, denn dort sind die aktuellen Anmeldedaten vermerkt.

Etwas unglücklich ist, dass das Passwort ein 'y' enthält. Besitzer einer QWERTZ-Tastatur werden hier mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell mal versehentlich ein 'z' eingeben, weil das voreingestellte Tastaturlayout ein englisches ist. Wer das ändern möchte, kann dies nach erfolgter Anmeldung tun:

$ sudo dpkg-reconfigure locales

Dieses Kommando gestattet die menügeführte Konfiguration der bevorzugten Landessprache und -einstellungen.

Mehr Platz

Vor dem ersten Start des Desktops ist es ratsam, die SD-Karte neu zu partitionieren. Fedora wird in Zukunft automatisch den größtmöglichen Platz auf der Karte zur Verfügung stellen, aber beim Debian-Image ist das nicht der Fall. Unabhängig von der tatsächlichen Größe der Karte sind hier nur 2 GB nutzbar.

Das Projekt-Wiki erklärt, wie sich die Karte auf einem separaten Linux-System vergrößern lässt. Ungeduldige Naturen machen es aber direkt auf dem Pi:

$ printf "d\n3\nd\n2\nn\np\n2\n157696\n\nw\n" | sudo fdisk -cu /dev/mmcblk0

Dieses Kommando versorgt das Programm fdisk, das die Partitionierung vornimmt, mit geeigneten Eingaben. Es löscht die Partitionen 2 und 3 und legt die primäre Partition 2 ab Block 157696 erneut an. Wer Angst vor Tippfehlern hat, kann auch "sudo fdisk -cu /dev/mmcblk0" starten und jeweils mit der Return-Taste getrennt die Werte d, 3, d, 2, n, p, 2, 157696 und w eingeben (vor der Eingabe des Zeichens 'w' wird noch einmal die Return-Taste gedrückt). Die Zahl 157696 gibt den Startblock an, ab dem die neue Partition beginnt. Er entspricht dem höheren Wert in der Ausgabe "First Cylinder" und kann sich mit neueren Debian-Versionen ändern.

Anschließend wird das System heruntergefahren:

$ sudo shutdown -h now

Nach einer erneuten Anmeldung findet die eigentliche Vergrößerung des Dateisystems statt:

$ sudo resize2fs /dev/mmcblk0p2

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