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Florian Schäffer 50

Ausprobiert: die Bosch-Kettensäge AdvancedCut 50

Bosch AdvancedCut 50

Bosch AdvancedCut 50: ohne vorbohren ins Material eintauchen

Sieht aus wie eine elektrische Pendelhub-Stichsäge, ist aber eine Kettensäge mit Mini-Sägeschwert. Sinnvolles Tool oder Spielerei? Wir haben die kleine Kettensäge bei uns in der Werkstatt getestet.

Wer immer die Mini-Kettensäge bei uns zu Gesicht bekam, dessen erste Reaktion war stets Erstaunen: Sieht aus wie eine gewöhnliche elektrische Pendelhub-Stichsäge, hat aber ein winzig kleines Kettensägenblatt. Bosch bietet das Modell "AdvancedCut 50" mit Netzanschluss und etwas Zubehör, die abgespeckte "EasyCut 50" und die Akku-Variante "EasyCut 12" an. Der Unterschied zwischen den beiden netzabhängigen Geräten liegt im mitgelieferten Zubehör und vor allem der zusätzlichen Drehzahlregelung, was sich in einer Preisdifferenz von 50 Euro niederschlägt.

Eine kleine grüne Kettensäge mit Mini-Sägeschwert
Handlich wie eine herkömmliche Stichsäge. Das Sägeblatt kann ohne Werkzeug gewechselt werden. Drehzahlregelung gibt es nur beim teuren Modell.

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Sägeblatt neu erfunden

Das revolutionäre an den Sägen ist das "NanoBlade" genannte Sägeblatt: eine Mikrokette aus Sägezähnen an einem wartungsfreien Schwert, das in der gelieferten Basic-Variante eine Schnitt-Tiefe von 50 mm ermöglicht. Optional gibt es noch je ein Blatt für schnellere Schnitte mit 50 mm und 65 mm. Mit allen Sägeblättern sind ausschließlich Schnitte in Holz und einigen Kunststoffen möglich. Die Sägeblätter bilden eine Einheit aus Schwert und Kette, die mit einem einfachen Klickmechanismus ohne Werkzeug in wenigen Sekunden gewechselt werden können. Bosch gibt für die rund 20 Euro teuren Blätter eine Sägeleistung von bis zu 100 m Weichholz an.

Video Bosch AdvancedCut 50
Video: Bosch AdvancedCut 50 im Praxistest

Der Hersteller betont vor allem, dass die typischen Vibrationen einer Stichsäge bei der Kettensäge nicht mehr auftreten. Im Praxistest konnten wir das auch bestätigen: Selbst dünne Platten fangen nicht an zu schwingen und die Arbeit ist ermüdungsfrei. Die sonst bei großen Kettensägen gefährlichen Rückschlageffekte (englisch: kick back) treten gar nicht auf. Bei weichem Fichtenholz waren die Schnittkanten relativ sauber, wenn auch (vermutlich aufgrund der feinen Zahnung) etwas sägerauh, während bei HPL ein absolut glatter Schnitt entstand. Im Gegensatz zu einer Stichsäge fallen Längsschnitte (mit Parallelführung) exakt gerade aus. Das Schwert ist verwindungssteif genug, um das übliche Flattern eines Stichsägeblattes und dessen leichten Verzug zu vermeiden. Mit dem Standard-Kettenschwert ist der Vortrieb allerdings etwas langsamer als bei Stich- oder Kreissägen.

Ein kleines Sägeblatt neben einem nur wenig kleineren Streichholz
Das "nanoBlade" genannte Sägeblatt ist nur für Holz geeignet.

Vorbohren? Nicht nötig: einfach eintauchen

Eine Kettensäge bietet aber auch noch mehr Möglichkeiten als die übliche Stichsäge. So ist ein Eintauchen ins Material ohne vorheriges Bohren eines Loches problemlos möglich. Dazu wird die Säge einfach über die hintere Kante der Bodenplatte nach vorne und unten gekippt – ideal für Löcher in Arbeitsplatten oder auch kleine Zapfenverbindungen. Enge Radien unter etwa 20 cm gelingen aber ebensowenig, wie seitliches Fräsen oder gar freihändiges Kettensägenschnitzen im Miniaturformat. Überzeugend ist dafür das Ergebnis von Gehrungsschnitten (nur mit der AdvancedCut möglich): Die beiden Abschnitte fügen sich spaltfrei aneinander. Beim großen Modell gibt es auch noch zwei Plastikaufsätze, mit denen die Eintauchtiefe des Schwerts verringert wird, wodurch sich dann etwa 2,2 mm breite Nuten sägen lassen. Die Plastikaufsätze für die Eintauchtiefe und den Splitterschutz wirken allerdings etwas zerbrechlich.

Unter einer grünen Kettensäge sind zwei durchsichtige Plastikeinsätze eingeklemmt.
Mit zwei Aufsätzen kann die Schnitt-Tiefe verkleinert werden. Das gesamte Plastikzubehör wirkt nicht hochwertig und eher empfindlich.

Alles in allem macht das Arbeiten mit der AdvanvedCut Freude und das Gerät stellt eine interessante Alternative zur üblichen Pendelhubstichsäge dar. Weil mit Kettensägen konstruktionsbedingt keine Metall gesägt werden kann, ist man bei der Materialvielfalt, die sich bearbeiten lässt, gegenüber einer Stichsäge etwas eingeschränkt.

Hersteller: Robert Bosch Power Tools
Preis: 149,99 € UVP

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