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Rebecca Husemann 7

Ausprobiert: M5GO IOT Starter Kit für den ESP32

Das M5GO IoT Starter Kit bietet Anfängern einen einfachen Einstieg in IoT-Projekte mit dem Mikrocontroller ESP32. Wer IoT-Programmierung lernen will, ohne Hardware verlöten und Bauelemente recherchieren zu müssen, ist hier richtig.

Der chinesische Hersteller M5Stack hat ein modulares System entwickelt, bei dem einzelne Bauteile (Grove-Units) an ein ESP32-Basismodul (M5Core) gesteckt werden können. Das funktioniert so ähnlich wie Lego – und tatsächlich ist der M5GO mit Lego kompatibel. Auch das Design der Bauteile ist an Lego angelehnt. Die massiven Plastikgehäuse wirken robust und hochwertig. Durch die geringe Größe des ESP32 wird ein M5-Projekt sehr kompakt: Der M5Core misst nur 5×5cm. Der Name des M5Stack-Systems spielt auf des Gehäuseformat an.

Das Konzept von "Groves" ist bereits vom Arduino bekannt: Der Hersteller Seeed hat eine gleichnamige Reihe von Shields und Grove-Modulen. Dank Buchsen und Steckern kann man sie ohne Löten mit dem Arduino verbinden. Im direkten Vergleich bietet das M5GO-Kit allerdings mehr Stabilität, da es ohne wackelige Pinverbindungen auskommt.

Das M5GO Basismodul besteht aus der Base (links) und dem Core (rechts).

Kompakt verpackt: Das Basismodul

Das IoT-Starter-Kit enthält ein Basismodul M5GO, das aus einem M5Core-Controller und einer M5GO-Base besteht. Der Controller hat ein integriertes TFT-Display, drei frei programmierbare Bedienfelder und eine Grove-Buchse. Der integrierte ESP32-Mikrocontroller enthält zwei Tensilica LX6-Kerne, die mit 240MHz getaktet sind und 600 DMIPS liefern. Außerdem ist der M5Core mit 16MB Flash-Speicher und 4MB PSRAM bestückt. Für den IoT-Faktor enthält er einen Bewegungssensor, WLAN und Bluetooth. Lautsprecher und Mikrofon sind ebenfalls integriert. In der Base befinden sich ein 600-mAh-Akku, eine LED-Leiste und zwei weitere Grove-Buchsen.

Das IoT-Zubehör besteht aus sechs Grove-Units: Einem Umweltsensor, IR-Fernbedienung, Bewegungsmelder, Dreh-Potentiometer, einem Grove Hub und einer Unit mit drei RGB-LEDs. Dazu gibt es einige Lego-Verbinder und Zubehör, wie ein USB-C-Kabel und mehrere Grove-Kabel. Das Zubehör ist das einzige Element, dessen Design enttäuscht. Die erste Steckverbindung hat schon nach wenigen Experimenten einen Wackelkontakt.

Theoretisch kann man das Gehäuse des Basismoduls öffnen und die inneren Pins verwenden – in der Praxis lädt das Design nicht dazu ein. Bei anderen Cores der M5 Reihe werden die Pins nach außen geführt, beim M5GO ist dieses Feature zugunsten der Lego-Kompatiblität weggefallen. Dafür sind im Basismodul zwei Magnete verbaut, so kann es zum Beispiel am Kühlschrank hängen. Dazu gibt es magnetische Base-Module, wie einen Zusatz-Akku, die man an der Unterseite anstecken kann.

Das Setup ist besonders einsteigerfreundlich.

Kinderleichtes Setup

Dank des integrierten Displays geht das Setup ganz schnell: Ein freundliches (^___^)-Emoticon führt durch einen Funktionstest der im Core integrierten Module. Danach erfolgt das WLAN-Setup, und nach nur fünf Minuten Einstieg kann losgelegt werden: Programmieren kann man den M5Stack mit UIFlow, MicroPython und der Arduino IDE. Bei UIFlow handelt es sich um eine Web-IDE, die Blockly und MicroPython verbindet. Für das IoT-Starter-Kit sind verschiedene Beispielprojekte vorhanden, wie eine Wetterstation. Die lässt sich im Handumdrehen installieren, so dass 20 Minuten nach dem Auspacken schon die ersten Wolken auf dem Bildschirm tanzen.

Ausprobiert: M5GO IOT Starter Kit (7 Bilder)

Das IoT-Kit besteht aus einem Basismodul und sechs Grove-Units: Umweltsensor, IR-Fernbedienung, Bewegungsmelder, Dreh-Potentiometer, einem Grove Hub und drei RGB-LEDs.

Fazit

Offiziell sind die Zielgruppe der Produkte aus der M5Stack-Reihe Maker, die schnelles Prototyping betreiben wollen. Das IoT-Kit wird aber aus unserer Sicht eine andere Zielgruppe ansprechen: Durch die niedliche Aufmachung des User-Interface, die Legoanbindung und die Web-IDE eignet sich das Kit besonders gut für Schulen und Universitäten. Insbesondere die kompakten Baumaße sind für Schüler attraktiv. Denn die interessieren sich erfahrungsgemäß wenig für Rechenleistung, sondern wollen optisch eindrucksvolle Gadgets wie Smartwatches bauen. Und da wird der M5GO glänzen. Ein weiteres großes Plus ist der integrierte Bildschirm: OLED-Screens haben im Schulbetrieb eine kurze Lebenszeit – vorausgesetzt, die Schüler schaffen es überhaupt, sie zu adressieren. Das robuste Gehäuse führt nicht nur zu einem stabileren Prototyp, der Prototyp fühlt sich auch direkt wie ein richtiges Produkt an. Die Steckverbindungen sind dagegen eine große Schwachstelle. Den Einsatz in Kinderhänden werden die empfindlichen Kabel nicht lange überstehen.

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Im Gegensatz zu Anfängern werden sich erfahrene Maker vom M5Go IoT Starter Kit schnell bevormundet fühlen. Ohne WLAN-Verbindung lässt es sich nichtmal zu banalen Funktionen wie einer leuchtenden LED herab. Dazu hat es nach einem Neustart häufig WLAN-Schluckauf. Weiterhin könnte die Auswahl der Grove-Units innovativer sein. Im Shop von M5Stack findet man zum Beispiel einen Pulsmesser, den ich lieber im Set gesehen hätte. Viele der Beispielprojekte bauen auf die Zusatzmodule auf – das soll vermutlich zum Kauf anregen.

Das M5GO IoT Starter Kit ist auf der Webseite von M5Stack für 65,59 Dollar erhältlich. In Deutschland vertreibt Conrad die M5Stack-Produkte unter der Marke MakerFactory und bietet das Kit für 99,99 Euro an. Der Preis des Kits scheint auf den ersten Blick hoch, denn die Hardware kann man einzeln günstiger bekommen. Der frustfreie Einstieg spart den Anwendern aber viel Zeit und Nerven, so dass der Preis gerechtfertigt ist.

Das M5GO IoT Starter Kit wurde uns von Conrad für den Test zur Verfügung gestellt.

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