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Dirk Herrendoerfer

Ausprobiert: 3D-Drucker TronXY X1

Bild: Dirk Herrendoerfer

Der TronXY X1 ist ein wenig anders als die anderen 3D-Drucker – er ist klein, er hat ein auffälliges Design, er ist ein Bausatz, er ist billig. Aber er ist auch ein richtig guter 3D-Drucker: Bei unseren Tests und im Alltag liefert er sehr gute Ergebnisse ab.

Eins vorab: Wie bei jedem Bausatz ist auch beim TronXY der Weg das Ziel, und erst am Ziel gibt es die Belohnung für die Arbeit und all die Bemühungen. Bei unserem Testgerät erwies sich allerdings der Zusammenbau als echte Freude. Das benötigte Werkzeug für die Montage liegt dem Bausatz bei, ebenso: ein Netzteil, USB-Kabel, Kabelbinder, SD-Karte mit Adapter sowie Kabelumwickelung. Die Anleitung, die dem Drucker digital beiliegt, ist sehr einfach gehalten, aber auf den Punkt gebracht, mit übersichtlichen Bildern und klaren Anweisungen auf Englisch. Lediglich einmal musste zu einem Bohrer gegriffen werden, um ein Loch in der Acryl-Basisplatte etwas zu erweitern, da die beiliegenden Schrauben am Kopf etwas zu groß waren. Ausserdem wäre es sicherlich hilfreich gewesen, hätte Anleitung erwähnt, wann der beste Zeitpunkt für die Verkabelung des Druckers mit dem Controllers gewesen wäre.

3D-Drucker TronXY X1 (10 Bilder)

Der externe Controller: Das Display ist gut abzulesen und die Taster besser zu bedienen als so manches Drehrad. Die SD-Karte wird an der Rückseite eingesteckt. (Bild: Dirk Herrendoerfer)

Extern gesteuert

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Der Drucker besteht aus Aluminiumprofilen, die auch als Führungen für die Achsen dienen. Große Rollen, jeweils drei pro Achse, sind für deren Bewegungen verantwortlich. Dieses Design ist zur Zeit recht beliebt, und es hat bereits unter Beweis gestellt, dass es gut funktioniert. Die Achsen werden von drei NEMA-17-Schrittmotoren angetrieben, X und Y per Zahnriemen, die Z-Achse mit einer Trapezgewindestange. Die Führung der Zahnriemen an der Y-Achse gefällt uns allerdings nicht ganz so gut, da der Riemen nicht parallel zum Tisch läuft. Jede Achse hat einen Nullpunkt-Schalter.

Der Extruder ist ein Bowden-Type, J-Typ mit 40W Heizleistung und einem NTC-Widerstand als Sensor. Der Controller basiert auf Arduino und hat die Treiber auf der Platine fest montiert. Als Erweiterung ist es möglich, eine beheizte Bauplattform hinzuzufügen. Die gesamte Steuerung ist in einem externen Gehäuse aus schwarzem Acryl verbaut, mit großem Display und Steuertasten ausgestattet. Einen Micro-SD-Kartenleser für die Druckdaten gibt es auch.

Inbetriebnahme im Blindflug

3D-Druck

Additive Fertigung

Der Sammelbegriff 3D-Druck steht heute für ein ganzes Bündel von Fertigungstechniken, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren und sich jeweils nur für ganz bestimmte Materialien eignen. Ihr gemeinsamer Nenner: Alle Verfahren bauen dreidimensionale Objekte, indem sie Material in dünnen Schichten auftragen und verfestigen.

Als Firmware kommt Repetier zum Einsatz. Der Controller ist im Auslieferungszustand sehr gut auf die Stepper eingestellt: Diese greifen mit ordentlich Kraft zu, das macht den Drucker etwas lauter, das Druckbild ist aber sehr gleichmäßig. Der Druckbereich beträgt 15 cm × 15 cm × 15 cm; man muss beim Zusammenbau aber auch darauf achten, die Achsen dementsprechend einzustellen, insbesondere den Endschalter und die Umkehrrolle weit genug voneinander platzieren.

Leider findet sich im Lieferumfang keine Dokumentation, wie der 3D-Drucker in Betrieb zu nehmen ist. Auch im Internet wird man weder bei TronXY noch bei HobbyKing fündig. Das macht die Konfiguration und das Erstellen der Druckerprofile in Repetier-Host oder anderen Druckprogrammen nicht leicht. Aber als ob es der Zufall so wollte, arbeitet der Drucker mit den Standardeinstellungen von Slic3r und Cura gar nicht so schlecht. Natürlich ist es bei einem Bausat zu erwarten, dass jedes Exemplar des Druckers auch ein klein wenig anders druckt und es individuell viel zu optimieren gibt. Andererseits wird der Nutzer so auch gleich ein wenig geschult, was es mit dem 3D-Druck und den notwendigen Arbeitsschritten und Einstellungen so auf sich hat.

Gesamteindruck: sehr gut

Ist der Drucker aber mal richtig eingestellt, sind die optimalen Filamenttemperaturen ermittelt, die beilegende Glasfaser-Bauplatte durch eine 20[]cm × 20 cm Spiegelfliese mit blauem Malerkrepp drauf ersetzt, dann läuft der Kleine wahrlich zu Höchstleistungen auf. Seine Drucke sind massgenau in alle Richtungen, es gibt so gut wie keine Vibrationen. Schrägen, Überhänge und dünne Wandungen sind kein Problem. Die einzige Schwäche, die wir ausmachen konnten: Die mäßige Kühlung des Druckbetts durch den einzigen Lüfter am Extruder führt zu einer etwas schwachen Leistung beim Druck von Brücken.

Gerät TronXY X1
Hersteller / Vertrieb TronXY / HobbyKing
Bauraum 15 cm × 15 cm × 15 cm
Drucktisch Acryl (unbeheizt)
Software Repetier-Host (Windows, macOS, Linux)
Material PLA 1,75mm
Druck über ... USB, Micro-SD
Preis ca. 130 €

Als Bausatz ist der Drucker für versierte Bastler sicherlich ein gutes Einsteigergerät, mit einer reichhaltigen Basisausstattung und guten Erweiterungsmöglichkeiten. Ein Hingucker ist er mit seinem Design allemal. Und welcher 3D-Drucker hat schon oben so einen praktischen Tragegriff? (pek)

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