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Ausprobiert: 3D-Drucker Fabrikator Mini V2

Bild: Dirk Herrendoerfer

Mit einer Grundfläche von gerade mal 13 cm × 17 cm wirkt der Fabrikator Mini V2 so niedlich, dass man auf sein eigenes Gerät gut aufpassen muss, weil jeder es gleich mitnehmen will. Naturgemäß ist der Bauraum des Maschinchens nicht gigantisch, aber bei der Ausstattung kann der Mini mit manchem großen Gerät mithalten.

Der Fabrikator Mini V2 aus dem Hause HobbyKing ist zur Zeit einer der wenigen Mini-3D-Drucker auf dem Markt, der seinen großen Brüdern in nichts nachsteht, was die Ausstattung angeht. Dazu gehören unter anderem ein weitgehend geschlossenes Gehäuse, ein beheiztes Druckbett, WLAN, USB- und SD-Karten-Druck sowie ein 32-Bit Printer-Controller und nicht zu vergessen: ein gut platzierter Ein-Aus-Schalter, der bei Geräten dieser Größe und Preisklasse keineswegs selbstverständlich ist.

3D-Drucker Fabrikator Mini V2 (11 Bilder)

Sieht auch einfach so gut aus: Der Fabrikator Mini mit seiner Edeloptik in Alu. (Bild: Dirk Herrendoerfer)

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Den geringen Gehäusemaßen ist lediglich ein Display zum Opfer gefallen. Außerdem sitzt der Steppermotor des Extruders aussen. Doch das erweist sich als ganz praktisch, so lässt sich neues Filament leicht einlegen. Das Gehäuse sowie die Strukturen im Inneren sind aus Aluminium, die Stangen der Achsen aus Edelstahl, die Linearlager aus Bronze. Der Drucker ist oben geschlossen, bis auf einen Schlitz für den Bowden-Schlauch des Extruders.

Die Elektronik befindet sich im Boden des Druckers, inklusive eines Lüfters, der ein eventuelles Überhitzen verhindern soll. Das WLAN-Modul ist im Bauraum untergebracht, unter dem Nullpunkt-Schalter. NEMA-17-Steppermotoren bewegen die X- und die Y-Achse sowie den Extruder-Antrieb. Für die Z-Achse sitzt ein flacher Stepper im Boden des Druckers – zu diesem später noch mehr. Der Extruder ist sehr klein, stammt aus dem M200-Drucker von Malyan, hat 40 Watt Heizleistung und einen kleinen Lüfter, der sowohl den Kühler des Extruders als auch das Druckbett kühlt. Der Extruder ist ab Werk mit einer 0,4-mm-Düse ausgestattet, Experimente mit einer 0,3-mm-Düse haben aber auch sehr gute Ergebnisse gebracht. Die maximale Modellgröße ist 10 cm in allen drei Dimensionen fast riesig – gemessen an den Dimensionen der Maschine selbst. Die Firmware auf dem verbauten STM32-Microcontroller von ARM stammt ebenfalls aus dem Hause Malyan und identifiziert den 3D-Drucker als einen Malyan M100.

3D-Druck

Additive Fertigung

Der Sammelbegriff 3D-Druck steht heute für ein ganzes Bündel von Fertigungstechniken, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren und sich jeweils nur für ganz bestimmte Materialien eignen. Ihr gemeinsamer Nenner: Alle Verfahren bauen dreidimensionale Objekte, indem sie Material in dünnen Schichten auftragen und verfestigen.

Beim 3D-Druck ist der Kleine plötzlich gar nicht mehr so klein und niedlich, sondern eher fast ein ganz großer. Die Kunststoffschicht oben auf dem beheizten Druckbett klebt in der Tat die Werkstücke sehr gut fest und der kleine Extruder arbeitet prima. Die Qualität der Drucke ist sehr gut, seine Druckgeschwindigkeit auch. Maße stimmen und Überhänge und Brücken druckt er besser als viele andere Geräte in diesem Preissegment. Einziges Manko ist, dass an den Stellen, an denen die Z-Achse angehoben wird, eine sichtbare Linie entsteht, weil der Z-Achsen-Stepper nur sehr langsam läuft. Das Arbeitsgeräusch des Fabrikators ist eher leise.

Die Einrichtung des Druckers ist sehr einfach: Dem Drucker liegt eine SD-Karte bei, die alle Tools und Treiber enthält, ebenfalls das Einrichtungs-Tool für die WLAN-Unterstützung. Die WLAN-Verbindung hilft in zweierlie Hinsicht: Auf der einen Seite erlaubt sie es dem Nutzer, die Funktion des Druckers mittels einer Web-Oberfläche zu überwachen. Andererseits kann man mittels eines virtuellen COM-Treibers den 3D-Drucker mit Druckdaten füttern, als wäre er lokal angeschlossen. Letzteres funktioniert allerdings nur unter Windows. Das WLAN richtet man ein, indem man per Software alle Daten zur Anmeldung im Netzwerk an den Drucker überträgt, sodass sich dieser dann mit dem existierenden WLAN verbindet. So können alle Computer in diesem Netz auf ihn zugreifen. Bei vielen anderen 3D-Druckern funktioniert der WLAN-Anschluss hingegen so, dass der Drucker selbst ein eigenes WLAN bietet, mit dem man sich mit dem Rechner verbindet -- wozu man zwangsläufig sein normales Drahtlosnetz verlassen muss.

Der Drucker hat genau eine Taste, über die seine gesamte Bedienung erfolgt: Druck starten, stoppen, abbrechen, mit dem WLAN verbinden. Die Taste leuchtet oder blinkt in verschiedenen Farben, um den Status des Gerätes zu signalisieren. Das ist gewöhnungsbedürftig, irgendwie funktioniert es in der Praxis aber doch ...

Gerät Fabrikator Mini V2
Vertrieb HobbyKing
Bauraum 10 cm × 10 cm × 10 cm
Drucktisch Kunststoffbeschichtung (beheizt)
Software Repetier-Host (Windows, macOS, Linux)
Material PLA 1,75mm
Druck über ... USB, Micro-SD, WLAN
Preis ca. 180 €

Zwei Wermutstropfen gab es denn dennoch bei dem Testgerät: Beim Transport verklemmte sich die Z-Achse, sodass sie erst gelockert und wieder gangbar gemacht werden musste. Außerdem war das isolierende PTFE-Element im Extruder etwa 3 mm zu kurz, was beim Wechseln des Filaments zum Verstopfen des Extruders führte.

Ein paar Tipps aus dem täglichen Gebrauch:

  1. Das Druckbett mindestens 5 Minuten vorheizen lassen. Denn beim Erwärmen verzieht sich die Aluminiumplatte unter dem Tisch. Ist der aber erst einmal richtig warm, gleicht sich der Verzug wieder aus.
  2. In Repetier-Host den Binary mode (Binärmodus) zur Kommunikation vermeiden. Dieser Modus funktionierte auf unserem Testgerät nicht gut mit der Firmware.
  3. Die Achsen sollten immer sauber und leicht geölt gehalten werden.
  4. Die Spulen-Halterung ist so positioniert, dass Filament-Rollen mit einem Kilogramm Material meist nicht passen, da sie am Stepper des Extruders anstoßen.
  5. Das Tool zum Einrichten der WLAN-Verbindung funktioniert nicht intuitiv: Wenn die Bestätigung für die Daten erfolgt, müssen diese trotzdem noch auf den Drucker übertragen werden – dazu in der Software den Button direkt unter den Daten klicken.

Alles in allem bleibt aber festzuhalten: Wer mit dem Mini-Druckerchen liebäugelt, kann zugreifen. Die Maschine ist nicht nur niedlich, sie ist auch ein ernsthaftes Werkzeug und dabei leicht zu transportieren. (pek)

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