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Carsten Meyer

Angetestet: TFT-Display für µC-Projekte

Mit dem im Februar vorgestellten FT800-Chip von FTDI ist das Display-Board ConnectEVE von mikroelektronika aufgebaut. Der intelligente TFT-Baustein ermöglicht komfortable GUIs auch an kleineren Mikrocontrollern.

Die Embedded Video Engine (kurz EVE) FT800 macht den Anschluss eines grafischen TFTs mit QVGA- oder WQVGA-Auflösung und Touchpanel so einfach wie die Steuerung eines zweizeiligen LCDs, behauptet FTDI. Mit dem im Februar vorgestellten EVE-Chip ist auch das Display-Board ConnectEVE von mikroelektronika aufgebaut, das wir zum Test erhielten.

Wie bei Mikroelektronika üblich, ist das Display-Board geschenktauglich verpackt und mit einer Anleitung auch für Elektronik-Laien versehen. Die 69 US-$ teure Platine enthält neben 4,3"-Display (Innolux AT043B35-15I-10) mit resistivem Touchscreen nur noch den FT800 und einen Spannungswandler für die LED-Hintergrundbeleuchtung des TFT-Panels nebst etwas "Hühnerfutter".

Display ansteuern

Übersichtlich: Das Display benötigt zur Ansteuerung dank FT800 nur eine Handvoll Bauteile.

Zur Ansteuerung des 480 × 272-Dispays genügen dank FT800 sieben Pins: Neben Masse und 3,3V-Versorgung sind dies die drei SPI-Leitungen SCK, MOSI und MISO sowie zwei Select-Leitungen. Der Anschluß ist also an jeden Controller mit freien SPI-Pins möglich. Die von FTDI ebenfalls vorgesehene Ansteuerung über I²C unterstützt das Board nicht, da die verantwortliche MODE-Leitung fest auf Masse liegt.

Der FT800 verwaltet nicht nur den Grafikspeicher und die Ansteuerung der Display-Signale (unterstützt werden 6 Bit pro Farbkanal gleich 262.144 Farben), er führt auch bis zu 2000 Grafik-Primitive in einer Liste aus (vom zu setzenden Pixel über Schriften, Buttons und Progress-Balken bis zur Skala mit Zeiger). Auch das Auslesen des Touchscreens übernimmt der FT800. Ein einfacher Tonerzeuger mit einigen Klang-Samples für akustische Rückmeldung ist ebenfalls eingebaut, der Anschluss eines kleinen Lautsprechers ist direkt möglich.

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Begrenzte Möglichkeiten

Ohne die Compiler von Mikroelektronika (verfügbar für diverse AVR-, ARM-, und PIC-Derivate) kommt man mit dem Board derzeit aber nicht allzu weit: Das "EVE Programming Manual" von FTDI ist noch nicht zu haben, während sich das Datenblatt zum Chip über wichtige Details ausschweigt. Immerhin gibt es Unterstützung in Form der Mikroelektronika-Libraries (die aber nur mit den IDEs aus gleichem Haus sinnvoll einzusetzen sind) und dem Tool VisualTFT, mit dem man sich eine komplette Bedienoberfläche zusammenklicken kann. Die neue Version 3.5 unterstützt die im FT800 eingebauten Grafik-"Widgets" (Uhr, Dial, Meter usw.) nun auch nativ, was die Ressourcen des Controllers schont.

So lange man die aufwendigen Event-Funktionen des Touchscreens nicht benötigt, kommt man auch mit einem kleinen Controller schon zu ansehnlichen grafischen Ergebnissen. Mit Touchscreen-Steuerung braucht man jedoch mit einem Controller unterhalb der ATmega328-Klasse (Arduino) gar nicht erst anzufangen: Der ist dann schon mit einer Handvoll Buttons und einem einzigen "Widget" knackevoll.

Wer schon mit den großen MikroE-Kits entwickelt, bekommt die Elektronik des ConnectEVE-Boards auf auf einer kleinen "EVE click" genannten Platine für den mikroBus-Steckplatz der Entwicklungskits. Ein 4,3"-WQVGA-Display muss man dann allerdings selbst beschaffen.

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