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Elke Schick

Angetestet: Barbie-Experimentierkasten

Kosmos hat einen Barbie-Experimentierkasten herausgebracht, mit dem man zum Beispiel eine Waschmaschine und einen drehbaren Kleiderständer bauen kann. Ob der Kasten etwas taugt, haben wir überprüft.

Wenn man mit einem rosafarbenen Barbie-Experimentierkasten durch die Redaktionen der c't und der Make läuft, fällt man zwangsläufig auf. Man wird andauernd angesprochen und was einem selbst dabei auffällt, ist, dass es scheinbar nur eine Frage zu unserem Testprodukt gibt: Barbie und Experimentierkasten? Geht das denn zusammen?

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Nach unseren Tests können wir sagen: Ja, das geht zusammen. Und nicht nur so lala, sondern sogar recht gut.

Denn für das Durchführen von Experimenten ist es unerheblich, ob sich eine Welt um Autos, die Weltraumforschung, Mathematik oder – wie die von Barbie – hauptsächlich um Mode dreht. Es ist vielmehr wichtig, ob die Anleitungen und Erklärungen für die Zielgruppe, also Kinder, nachvollziehbar sind, ob es eine große Bandbreite an Projekten gibt und wie hoch die Qualität der mitgelieferten Materialien ist.

Das vorliegende Set kostet rund 40 Euro im Handel und erfüllt gleich die ersten beiden Kriterien. Jedes aufgebaute Projekt wird gut erklärt und viele von ihnen werden außerdem um Variationen und Experimente ergänzt. Unser sechsjähriges Testkind konnte – mit mütterlicher Hilfe – alle Anleitungen leicht nachvollziehen, die entsprechenden Bauteile finden und zusammensetzen. Einen Minuspunkt gibt es für die Bauteile aus Folie, die so mies sind, dass sie den Spaß am Projekt verderben können.

Die übrigen Kunststoffbauteile sind von guter Qualität und mit denen aus anderen Kosmos-Bausätzen kompatibel. Die Anleitungen und Experimente sind im beigefügten Heft in eine Barbie-Geschichte eingebettet, die ob des ständigen Mangels an Kleidung für die Protagonistin ein wenig an den elterlichen Nerven zerrt. Aber da haben wir schon schlimmeres gelesen und durften nicht dabei experimentieren.

Außerdem löst Barbie mit ihrer Freundin Nikki alle Probleme in dieser Erzählung selbst. Das ist bei Barbie-Produkten nicht immer selbstverständlich – noch im Jahr 2012 war in der Reihe „Barbie can be“ eine Geschichte veröffentlicht worden, in der Barbie als Programmiererin zwar ein Spiel entwickelt, sich dann aber hilfesuchend an zwei Freunde wendet, als sie kompliziertere Funktionen einbauen will. Hier nun kommen die Heldinnen sehr gut allein zurecht und das ist, ob der offensichtlichen Zielgruppe Mädchen, sehr wünschenswert.

Die Materialien für die sieben mechanischen und drei optischen Experimente sind hauptsächlich in rosa, lila und regenbogenfarben-glitzerpopitzer gehalten und die Objekte, die man baut und gestaltet, drehen sich vor allem um Bekleidung. Die mitgelieferte Barbie trägt einen Laborkittel und eine Schutzbrille und hat flache Schuhe an! Hat es so etwas schon gegeben? Sie verfügt auch über eine kleines Mikroskop, das aber rein zu Dekorationszwecken dient.

Besonders charmant ist vor allem die Anleitung. Optisch erinnert sie an ein Laborheft mit Fragestellungen, Projekten, To-Do-Listen und Experimenten. Alles ist sehr übersichtlich gestaltet und sowohl Kinder als auch Eltern finden sich gut zurecht. Die Aufgaben und Experimente werden der Zielgruppe gerecht und fordern die Kinder, überfordern sie aber nicht. Dabei hält Barbie die angehenden Ingenieurinnen bei der Stange, wie es kein Bob der Baumeister je könnte.

Während die jungen Damen glücklich „Ich habe einen Kleiderständer gebaut!“ juchzen, nutzen die Autorinnen und Autoren der Anleitung die Gelegenheit und bringen ihnen anhand des Einsatzes verschieden großer Zahnräder nahe, in welchem Verhältnis Übersetzung und Weg bei einem Zahnradgetriebe zueinander stehen. Fortgeschrittene Barbie-Anhängerinnen, die auch die Barbie Traumvilla besitzen, können die verschiedenen mechanischen Modelle übrigens motorisieren.

Andere Experimente wie der Regenbogen im Reagenzglas zeigen den Kindern Grundlagen der Chemie, in diesem Fall den Zusammenhang zwischen Auftriebskraft und Dichte einer Flüssigkeit. Hier werden gleich große Mengen Wasser unterschiedlich eingefärbt und ihre Dichte anschließend durch Zugabe von verschieden großen Mengen Zucker verändert. Außerdem bietet der Experimentierkasten ein wenig Einblick in die Gesetze der Farbmischung und der Optik. Natürlich dient hier jeglicher Erkenntnisgewinn dazu, neue Kleider für Barbie herzustellen.

Der Barbie-Experimentierkasten holt alle Kinder ab, die sich mit Barbies Modewelt identifizieren, und bringt ihnen bei, dass Naturwissenschaften und Barbie sich nicht ausschließen. Wenn das mal kein Fortschritt ist.

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