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Peter König

FDM-3D-Drucker im Test: Up Mini

Beim flüchtigen Hingucken könnte man den Up Mini für einen kompakten Kaffeevollautomaten halten – Größe und Farbe kommen hin; zudem gibt es ihn vor Weihnachten schon mal als Aktionsware bei Tchibo für 500 Euro. Auch wenn er danach wahrscheinlich wieder mindestens 150 Euro mehr kostet, bleibt der kleine 3D-Drucker aus China ein interessantes Modell.

Zugegeben, brandneu ist der Up Mini nicht: Man kann ihn in Deutschland bereits seit Anfang 2013 kaufen. Doch inzwischen findet man ihn im Sortiment von Ketten wie Mediamarkt, Saturn und kurzzeitig sogar beim Kaffeeröster Tchibo.

3D-Drucker Up Mini (5 Bilder)

Bei geschlossener Tür passiert die Magie komplett im Inneren – ein Display hat der Up Mini nicht ...

Im Kern steckt unter dem dunklen Plastikgehäuse bewährte Technik: Der Aufbau erinnert an den des ersten 3D-Druckers des chinesischen Herstellers PP3DP/Tiertime, der bereits 2012 im c’t-Test überzeugte. Seitdem wurde die Mechanik behutsam verbessert: So wird der Druckkopf von drei Magneten an seiner Position gehalten und lässt sich mit einem Handgriff abnehmen – praktisch, wenn ein Materialstau zu beseitigen ist:

Als Auflage für den Drucktisch dient eine Kunststoffplatte mit Lochmuster, die bei ABS-Drucken für gute Haftung sorgt – die erste Materialschicht wird in die Löcher gedruckt und bildet dort kleine festsitzende Noppen. Beim Verarbeiten von PLA treten weniger Spannungen auf, sodass dieser Verzahnungstrick unnötig ist. Stattdessen beklebt man die Platte mit drei Streifen blauen Malerkrepps und reduziert den Abstand zwischen Düse und Platte um eine Idee, dann reicht die Haftung ebenfalls für einen unfallfreien Druck.

Die herstellereigene Software ist an einigen Stellen fantasievoll bis lückenhaft eingedeutscht. Ein offenbar eigens für den deutschen Markt geschriebenes Handbuch hilft über manche Hürde in der Handhabung hinweg – so muss man sich beispielsweise durch zwei Dialoge hangeln, um die Distanz zwischen Druckdüse und Bauplattform zu justieren. An den Rest gewöhnt man sich schnell und konfiguriert dann seine Druckaufträge mit wenigen Klicks. An zwei Stellen kommt man allerdings nicht weiter: Die Schichtdicke pickt man aus einer Ausklappliste heraus und die endet bei minimalen 0,2 Millimetern – rein mechanisch könnte der Drucker sicher noch daruntergehen. Außerdem ist es uns nicht gelungen, die automatisch hinzugefügten Stützstrukturen für Überhänge komplett zu unterdrücken.

Hersteller PP3DP/Tiertime
Vertrieb Wiederverkäufer-Liste bei printabout.de
Abmessungen 24 cm × 34 cm × 35,5 cm
Bauraum 12 cm × 12 cm × 12 cm
Drucktisch Lochrasterplatte, blaues Klebeband, beheizt
Software hersteller-eigen
Betriebssysteme Windows, Mac OS X
Material ABS, PLA, 1,75 mm
Schichtdicken 0,2 mm bis 0,35 mm
Druck über ... USB-Kabel, kann nach Druckbeginn getrennt werden
Druckqualität gut
Preis ab 500 €


Einschätzung

Der Up Mini ist nicht viel einsteigerfreundlicher als andere 3D-Drucker, auch wenn er in Elektronik-Verbrauchermärkten gehandelt wird. Wer 3D-drucken will, kommt eben um intensive Beschäftigung mit der Technik nicht herum – zur Unterstützung bei den ersten Schritten haben wir unsere 3D-Druck-Starthilfe geschrieben. Im Test hat uns der Up Mini aber viel Spaß gemacht: Er arbeitet relativ flott und produziert akzeptable Ergebnisse, Fehldrucke waren eine absolute Ausnahme. Schnuckelig ist er außerdem – eine echte 3D-Druck-Einstiegsdroge. Größere Objekte muss man sich halt verkneifen – oder aus mehreren Teilen zusammensetzen. (pek)

Druckqualität

Wir haben mit dem Up Mini den kompletten Satz der Make-Teststücke gedruckt und er hat sich dabei wacker geschlagen. Schräge Überhänge machten ihm wenig Schwierigkeiten, bei waagerechten Brücken zeigten sich aber deutliche Durchhänger. Die Maßhaltigkeit in Richtung der drei Raumachsen war beeindruckend, Spalten müssen allerdings mindestens 0,4 Millimeter breit sein, damit Teile getrennt gedruckt werden (siehe letztes Bild der Strecke oben).

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