Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.735.556 Produkten

Leo Becker 108

iPhone X: Datenschützer fürchten Missbrauch von Face-Tracking

iPhone X TrueDepth

Bild: Apple-Werbevideo

Die TrueDepth-Kamera auf der Vorderseite des iPhone X soll den Gesichtsausdruck in Echtzeit erfassen. Werbefirmen könnten so emotionale Reaktionen des Nutzers auf Anzeigen ermitteln, warnen US-Datenschützer.

US-Datenschützer warnen vor einer missbräuchlichen Verwendung des Gesichtserfassungssystems im iPhone X: Die Datenschutzfragen rund um die Gesichtserkennung Face ID seien “völlig überzogen” gewesen, erklärte ein Mitarbeiter der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union
(ACLU) gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die “echten Datenschutzprobleme” lägen stattdessen in den “Zugriffsmöglichkeiten durch Dritt-Entwickler”.

Anzeige

Während das durch Face ID zur Entsperrung erstellte mathematische Abbild des Nutzergesichtes abgeschottet und lokal in der “Secure Enclave” des iPhone X verwaltet wird, erhalten auch Apps umfangreiche Möglichkeiten, das neue TrueDepth-Kamerasystem einzusetzen: Laut Apple ist auf dem iPhone X im Rahmen von ARKit ein Tracking von Gesichtsausdrücken in Echtzeit möglich, über 50 spezifische Muskelbewegungen sollen erfasst und erkannt werden. Apple setzt dies für die sogenannten "Animojis" ein.

Dies könnte etwa “skrupellosen Werbern” ermöglichen, eine emotionale Reaktion auf Werbeeinblendungen zu ermitteln sowie Nutzerprofile zu erstellen, fürchten die Datenschützer. Apple schließt in den Entwicklerrichtlinien und App-Store-Zulassungsbedingungen die Verwendung der Kameradaten zu diesem Zweck zwar explizit aus, doch dürfte dies nicht jeden davon abschrecken, das System zu missbrauchen.

Apple habe die Regeln in der Vergangenheit zwar gewöhnlich durchgesetzt, so der Bürgerrechtler, aber der Konzern müsse die Zweckentfremdung dafür erst entdecken. Bekannte App-Anbieter dürften die Gesichtserfassung kaum missbrauchen, es gebe aber “viel Platz für Widerlinge”.

Bevor eine Gesichtserfassung möglich ist, müssen Nutzer einer App den Zugriff auf die Kamera des iPhones einmalig erlauben. Anschließend kann eine iPhone-App im Vordergrund die Kameras dann jederzeit unbemerkt aktivieren und Aufzeichnungen anfertigen sowie an eigene Server übertragen – der Nutzer sieht davon nichts. Zum Schutz empfiehlt es sich, regelmäßig einen Blick in die Datenschutzeinstellungen des iPhones oder iPads zu werfen und zu prüfen, welche Apps eigentlich Zugriff auf die Kamera haben – und dies wieder zu deaktivieren, wenn es keinen triftigen Grund dafür gibt. (lbe)

108 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Apples Marketingchef: Alle Gesichtserkennung außer Face ID "stinkt"

    Apple iPhone X

    Die Gesichtserkennung des iPhone X leiste viel mehr als die Technik der Konkurrenz, so der Marketingchef. Um Datenschutzbedenken zu kontern, verspricht Apple eine spezielle Prüfung von Apps, die Gesichtsdaten erfassen.

  2. Apples Gesichtserkennung: Missbrauch durch Apps denkbar

    Face ID iPhone X

    Die TrueDepth-Kamera im iPhone X kann 52 Veränderungen des Gesichtes live erkennen – und Apps können dies nutzen. Noch scheint deren Zulassungsprozess recht locker zu sein.

  3. Entwickler warnt: iPhone-Kamerafreigabe erlaubt auch Geheimaufnahmen

    Neue Kamera

    Wer iOS-Apps den Kamerazugriff erlaubt, ermöglicht diesen zugleich, unbemerkt Aufnahmen zu machen. Im Unterschied zum Mac signalisieren iPhone und iPad die heimliche Aktivierung der Kameras nicht.

  4. Gesichtserkennung: Apple technisch vorne, aber mit Produktionsproblemen

    Apple iPhone X

    Laut einem gut informierten Analysten ist die TrueDepth-Kamera im iPhone X deutlich fortgeschrittener als Konkurrenzprodukte. Allerdings hakt es weiter in der Herstellung.

  1. Was taugt das iPhone X?

    Seit kurzem ist das iPhone X im Handel. Mac & i hat eines gekauft und ersten Tests unterzogen, unter anderem in Sachen Gesichtserkennung, Display, Performance und Akkulaufzeit.

  2. iPhone Akku sparen - so klappt's

    Stromsparend ist das iPhone nicht gerade. Der Akku ist oft sehr schnell leer. Mit den richtigen Einstellungen hält es aber deutlich länger durch.

  3. Apples 2016 – ein Jahr voller Tumulte

    Apple-Logo

    Es war ein schwieriges Jahr für den iPhone-Hersteller: Neben dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einer Dekade musste der Konzern mit Software-Problemen und heftiger Kritik an Produktentscheidungen kämpfen – zuletzt beim neuen MacBook Pro. Das zurückliegende Jahr verrät auch manches über Apples Zukunftspläne.

  1. Wiener Motorensymposium: Volkswagen hybridisiert den Golf VIII

    alternative Antriebe, Elektroautos

    Volkswagen elektrifiziert die Massen: Auf dem Wiener Motorensymposium konkretisieren die Wolfsburger Ingenieure, wie sie sich die flächendeckende Hybridisierung des Golfs vorstellen. Erstmals erwähnt Volkswagen offiziell den Golf VIII, der 2019 eingeführt werden soll

  2. 180-Euro-Smartphone Honor 7C nun auch in Deutschland

    Einsteiger-Smartphone Honor 7C kommt für 180 Euro nach Deutschland

    Das Honor 7C kann jetzt auch in Deutschland gekauft werden. Zum Marktstart kostet das Smartphone der Huawei-Tochter 180 Euro. Dafür bekommt man kompetente Hardware, die allen gängigen Anwendungen gewachsen sein sollte.

  3. Astronomen verblüfft über Megafusion großer Galaxien

    Astronomen verblüfft über Megafusion großer Galaxien

    Gleich zwei Mal haben Forscher gewaltige Galaxienhaufen aufgespürt – weit zurück im jungen Universum. Dass sie zu jener Zeit schon zu Haufen verschmolzen, lässt die Astronomen rätseln. Beeindruckend ist noch eine andere Eigenheit der Massemonster.

  4. Außenminister Maas und der politische Prozess zur Ablösung Baschar al-Assads

    Syrien: Wiederaufbauhilfen aus dem Westen, um das "Regime mit dem Monster" auszuhebeln? Das politische Interesse ist klar, der moralische Grund trüb

Anzeige