Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Ben Schwan 108

Weltweite Steuerregeln: EU-Finanzminister drohen Apple & Co.

Apple

Nutzer mit Apple-Hardware – hier den AirPods.

Bild: dpa, Monica Davey

Der Konzern soll in der Europäischen Union 13 Milliarden Euro nachzahlen und wird dies wohl ab 2018 endlich tun. Die EU-Finanzminister wollen eine umfassende Steuerreform für multinationale Digitalunternehmen.

Apple wird wohl im ersten Quartal 2018 damit beginnen, eine 13 Milliarden Euro umfassende Steuerschuld in der EU auf ein Sperrkonto der irischen Regierung einzuzahlen. Diese Erwartung hat zumindest der Finanzminister des Landes, Paschal Donohoe laut einem Medienbericht aus dieser Woche. Man habe nun "Einigkeit mit Apple im Bezug auf die Prinzipien und den Betrieb des Sperrkontos erzielt", sagte er. Apple sowie Irland selbst gehen allerdings gegen die Entscheidung der EU-Kommission, dass das Steuersparmodell des iPhone-Konzerns auf der grünen Insel eine illegale Staatssubvention war, in einem Berufungsverfahren vor. Apple selbst erwartet, am Ende nichts zahlen zu müssen, wie Konzernchef Tim Cook mehrfach betonte.

Anzeige

Doch die Luft für Apple & Co. wird insgesamt in Europa dünner. Die EU-Finanzminister wollen die stärkere Besteuerung von Digitalgiganten wie Apple, Google und Amazon auf internationaler Ebene insgesamt vorantreiben. "Wir müssen die weltweiten Steuerregeln für das Internet-Zeitalter fit machen, damit die faire Besteuerung von Digitalfirmen und herkömmlichen Unternehmen gewährleistet wird", sagte der estnische Finanzminister Toomas Tõniste am Dienstag in Brüssel. Estland hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne.

Allerdings wollen die EU-Länder offenbar zunächst nicht stärker im eigenen Haus aufräumen, sondern streben eine internationale Regelung an – und wollen zudem Hilfe von Brüssel. Das Thema solle vor allem auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE) weitergebracht werden, hieß es. Die EU-Ressortchefs sprachen sich unter anderem dafür aus, das Konzept der "digitalen Betriebsstätte" weiter zu erörtern. Eins der Hauptprobleme aus Sicht der EU-Staaten ist, dass bislang Digitalunternehmen nur dort besteuert werden können, wo sie einen Firmenstandort haben – ihre Geschäfte erstrecken sich aber deutlich darüber hinaus. Den öffentlichen Kassen entgehen demnach Jahr für Jahr erhebliche Steuereinnahmen.

Die EU-Finanzminister riefen zudem nun die EU-Kommission auf, parallel für die Besteuerung von Digitalfirmen auch innerhalb der EU Lösungen zu suchen. Zuletzt hatte sich bereits eine Reihe von EU-Ländern hinter einen Vorstoß von Deutschland gestellt, wonach erstmals die in Europa erzielten Umsätze Grundlage der Besteuerung sein könnten. Die EU-Kommission hatte angekündigt, im kommenden Frühjahr gegebenenfalls Vorschläge zur Digitalsteuer zu präsentieren. Steuer-Regelungen sind EU-weit traditionell schwer durchzusetzen, weil sich alle Staaten einigen müssen. (mit Material der dpa) / (bsc)

108 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Europäische Finanzchefs sprechen über "Apple Tax"

    Apple-Logo

    In Luxemburg startet ein Treffen der EU-Finanzminister. Sie wollen IT-Konzerne künftig stärker besteuern. Im Blickpunkt stehen Apples irische Steuersparmodelle – aber auch die Tricks von Google, Facebook und anderen Online-Riesen.

  2. Steuerstreit mit Apple: Irland will ausstehende Steuern eintreiben

    Steuerstreit: Irland will Apple nicht verklagen

    13 Milliarden Euro soll das Land von Apple eintreiben – und will dabei möglichst auf die Justiz verzichten, betont Premierminister Leo Varadkar. Irland geht aber weiter gegen die Festlegung der EU-Kommission über Apples Steuerschuld vor.

  3. EU-Kommission macht bei Besteuerung von Apple & Co. Druck

    Europa EuGH Justiz Europarecht

    Eins der Hauptprobleme aus Sicht der EU-Kommission ist, dass Digitalunternehmen bislang lediglich dort besteuert werden können, wo sie ihren Firmenstandort haben - ihre Geschäftsaktivitäten reichen aber weit darüber hinaus.

  4. Tim Cook: "Unser Steuersystem ergibt keinen Sinn"

    Tim Cook

    Der Apple-Chef will eine grundlegende Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung. Der iPhone-Konzern sei "der größte Steuerzahler der Welt".

  1. Steuerdeals mit Apple und Amazon waren illegal

    Wettbewerbskommissarin Vestager will Luxemburg und Irland dazu zwingen, von den Konzernen Geld nachfordern

  2. Brexit nach dem Modell Norwegen?

    Die neuen Brexit-Vorschläge aus London lösen auf dem Kontinent wenig Begeisterung aus

  3. Mit dem Brexit ist die Grenze dicht, kündigt Theresa May an

    Mit der Personenfreizügigkeit soll Schluss gemacht werden, aber das Kabinett ist zerstritten und vieles weiterhin unklar

  1. Google veröffentlicht 3 Fotos-Apps: Storyboard, Selfissimo und Scrubbies

    Google veröffentlicht Fotos-Apps: Storyboard, Selfissimo und Scrubbies

    Google hat drei experimentelle Fotos-Apps für Android und iOS veröffentlicht. Die "Appsperiments" nutzen Techniken, an denen Google derzeit forscht. Bei allen Apps steht der Spaß im Vordergrund.

  2. Q#: Microsofts Development Kit für Quantencomputing mit eigener Programmiersprache und Simulator

    Q#: Microsoft stellt Preview seines Development Kit für Quantencomputing vor

    Mit der neuen, in Visual Studio integrierten Programmiersprache Q# will Microsoft Entwicklern die Programmierung von Quantencomputern vereinfachen. Die Preview des Quantum Development Kit steht ab sofort zur Verfügung.

  3. Im Test: Honda Civic 1.0 VTEC Turbo CVT

    Honda Civic 1.0 VTEC Turbo CVT

    Seit ein paar Monaten gibt es die zehnte Generation des Honda Civic auch hierzulande. Ein Test mit dem Basismodell zeigt, dass Honda der eigenwilligen Gestaltung der beiden Vorgänger weitgehend treu geblieben ist. Doch an mindestens einem Punkt muss nachgebessert werden

  4. Diversifikation: Aston Martin Project Neptune & Valkyrie

    Aston Martin designt ein U-Boot von Triton. Die technische Basis heißt 1650/3 LP und soll bis zu 500 Meter tief tauchen können. Inspiriert hat die Gestalter der Aston Martin Valkyrie, ein in seiner Gestaltung eigenwilliges Hypercar mit 1000 PS aus einem V12-Mittelmotor

Anzeige