Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.699.188 Produkten

Ben Schwan 2

Steuerstreit mit der EU: Irland sucht Verwalter für Apples Milliarden

Apple

Tech-Riese Apple wird die Hörbücher für seine iTunes-Plattform nicht mehr nur exklusiv bei der Amazon-Tochter Audible beziehen.

Bild: dpa, Bodo Marks/Symbolbild

Mindestens 13 Milliarden Euro soll Apple an Steuern an das irische Finanzministerium nachzahlen. Dort sucht man nun nach einem Fondsverwalter. Apple darf mitauswählen.

Die Regierung der Republik Irland sucht nach einem neuen Mitarbeiter, der eine ganz besondere Aufgabe bekommt: Er soll die insgesamt 13 Milliarden Euro an Steuernachzahlungen aufbewahren, die Apple laut EU-Kommission zu begleichen hat. Dieser "Custodian" (Verwalter) soll die gigantische Summe in Form eines Fonds aufbewahren. Er oder sie sollen sich darum kümmern, dass das Geld erhalten bleibt – und sich am besten vermehrt, während Apples Berufung durch die EU-Einrichtungen läuft. Auch Irland will nicht, dass der iPhone-Konzern zahlen muss und will die Entscheidung ebenfalls rückgängig machen.

Anzeige

Apple und die Republik Irland bestimmen den Milliarden-Verwalter gemeinsam, schreibt die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg. Es werde sich um "einen oder mehrere Investmentmanager" handeln, die das Geld verwahren sollten. Es werde auf einem Treuhandkonto liegen. "Der Beginn dieses Procurement-Prozesses repräsentiert einen wichtigen Meilenstein und folgt auf Monate intensiver Diskussionen zwischen Irland, Apple und der Europäischen Kommission über den Einziehungsprozess", so das irische Finanzministerium in Dublin in einer Stellungnahme.

Die EU-Kommission hatte im vergangenen August entschieden, dass Apples Steuersparmodell in Irland eine illegale staatliche Subvention darstellt. Apple wie Irland legten daraufhin Berufung ein. Zuletzt hatte die zuständige Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager Irland aufgefordert, das Geld endlich einzutreiben. Die Behörden in Dublin benötigten "zu lange", um die Steuernachzahlung seitens des iPhone-Herstellers zurückzuerhalten, sagte sie im Mai gegenüber dem US-Wirtschaftssender CNBC. Sie hoffe, dass der Prozess "sehr bald" losgehe.

Apple geht davon aus, dass die Entscheidung nicht rechtens ist und will den Fall notfalls durch alle Instanzen führen – was Jahre dauern könnte. Im Februar hatte der iPhone-Konzern schwere Vorwürfe gegenüber der EU erhoben. Der von der EU-Kommission geforderten milliardenschweren Steuernachzahlung in Irland liegt "keine sorgfältige und unparteiische Untersuchung" zugrunde, hieß es in der Berufungsklage.

Der Kommission seien “schwerwiegende Fehler” in Hinblick auf Apples Tätigkeiten außerhalb Irlands unterlaufen, betont das Unternehmen: Sie habe nicht erkannt, dass gewinnbringende Geschäftstätigkeiten wie die “Entwicklung und Vermarktung geistigen Eigentums” von den USA aus “kontrolliert und verwaltet” werde. Die US-Regierung hatte mehrfach zugungsten Apples bei der EU interveniert – bislang ohne Erfolg. (bsc)

2 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Steuerstreit mit Apple: Irland will ausstehende Steuern eintreiben

    Steuerstreit: Irland will Apple nicht verklagen

    13 Milliarden Euro soll das Land von Apple eintreiben – und will dabei möglichst auf die Justiz verzichten, betont Premierminister Leo Varadkar. Irland geht aber weiter gegen die Festlegung der EU-Kommission über Apples Steuerschuld vor.

  2. Geparkte Milliarden-Steuernachzahlung an Irland: Apple wählt Investment-Manager mit aus

    Apple

    Die von der EU-Kommission geforderte Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro, die Apple an Irland zu leisten hat, wird in festverzinsliche Wertpapiere investiert – bis der Streit entschieden ist. Ein Investment-Manager soll helfen.

  3. Steuerstreit mit Apple: EU-Kommission drängt Irland zum Vollzug

    Steuerstreit mit Apple: EU-Kommission drängt Irland zum Vollzug

    Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hofft, dass die irische Regierung die rund 13 Milliarden Euro, die Apple nachzahlen soll, so schnell wie möglich eintreibt. Der Konzern hatte Berufung eingelegt.

  4. Streit um Steuernachzahlung: Apple erhebt schwere Vorwürfe gegen EU

    Tim Cook

    Apple hat die von den Brüsseler Wettbewerbshütern geforderte milliardenschwere Steuernachzahlung in einer Klage massiv angegriffen: Der EU-Kommission seien "schwerwiegende Fehler" unterlaufen.

  1. Steuerdeals mit Apple und Amazon waren illegal

    Wettbewerbskommissarin Vestager will Luxemburg und Irland dazu zwingen, von den Konzernen Geld nachfordern

  2. Apples 2016 – ein Jahr voller Tumulte

    Apple-Logo

    Es war ein schwieriges Jahr für den iPhone-Hersteller: Neben dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einer Dekade musste der Konzern mit Software-Problemen und heftiger Kritik an Produktentscheidungen kämpfen – zuletzt beim neuen MacBook Pro. Das zurückliegende Jahr verrät auch manches über Apples Zukunftspläne.

  3. Apple: Interesse an Sportwagen-Firma McLaren?

    Apple: Interesse an Sportwagen-Firma McLaren?

    Apple zeigt nach Informationen der Financial Times Interesse an dem britischen Sportwagen-Anbieter McLaren. Im Gespräch seien eine komplette Übernahme oder eine strategische Beteiligung. Die Gespräche hätten bereits vor einigen Monaten begonnen

  1. Test: Mazda CX-5 Skyactiv-G 194

    Mazda CX-5

    Mazda geht im Antriebsbereich derzeit eigenwillige Wege - und wird dies auch weiterhin so halten. Davon profitiert der auch Mazda CX-5 mit dem neuen 194-PS-Benziner. Wir wollten wissen, wie sich das in der Praxis bemerkbar macht und luden ihn zu einem Test in die Redaktion

  2. Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken gegenüber Windows 10

    Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken bei Windows 10

    Deutsche Behörden kaufen fleißig Software bei Microsoft. Dabei gibt es erhebliche Sicherheitsbedenken, die das US-Unternehmen wohl immer noch nicht ausräumen konnte. Unklar ist etwa, welche Daten an den Konzern fließen.

  3. Sipgate Satellite kombiniert VoIP-Telefonie mit Mobilfunkrufnummer

    VoIP-Telefonie mit Mobilfunkrufnummer:

    Bisher waren Mobilfunkrufnummern fest an SIM-Karten gebunden, auch mit eSIMs ändert sich das nicht grundsätzlich. Sipgate knüpft sie an eine App. Partner, Vereine oder kleine Firmen können so leicht eine Nummer nutzen, etwa via WLAN.

  4. Facebook drohen wegen Datenschutzvergehen pro Tag 250.000 Euro Strafe

    Facebook

    Ein belgisches Gericht entschied, dass Facebook die Überwachung von Internetnutzern außerhalb des sozialen Netzwerks stoppen und die bereits erhobenen Daten löschen muss.

Anzeige