Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Leo Becker 159

Reporter ohne Grenzen übt ätzende Kritik an Apple

Apple

China ist ein extrem wichtiger Markt für Apple, insbesondere weil dort viele iPhones verkauft werden.

Bild: dpa, Foto: Adrian Bradshaw

Mit der Entscheidung, VPN-Dienste aus dem chinesischen App Store zu verbannen, gefährdet Apple Internetnutzer und Journalisten, betont die Organisation – und gibt dem Konzern fünf Tipps, wie man der chinesischen Regierung "noch gefälliger" sein könnte.

Apples Rauswurf von VPN-Apps in China löst weiterhin scharfe Kritik aus: Die Organisation Reporter ohne Grenzen wirft dem Konzern vor, mit diesem Schritt “viele Internetnutzer sowie Journalisten und deren Quellen zu gefährden” – das sei eine Schande. Über 100 Journalisten würden in chinesischen Gefängnissen sitzen, dies sei “zum Teil auch auf Firmen wie Apple” zurückzuführen, die “bei der Zensur assistieren”, schreibt die Organisation in einem offenen Brief an Apples neue China-Chefin Ge Mahe.

Fünf Tipps für noch mehr Staatshörigkeit

Das Schreiben enthält zudem fünf Tipps für den iPhone-Hersteller, um sich “der chinesischen Führung noch gefälliger zu zeigen”. Schließlich wäre es ja schade, wenn Apples “wirtschaftlicher Opportunismus auf halbem Weg stoppt”, ätzt Reporter ohne Grenzen. Zu den Tipps zählt unter anderem ein iPhone-Homescreen zu Ehren des chinesischen Präsidenten Xi Jinping sowie eine spezielle chinesische Tastatur, die die Zahlen 4,6,8 und 9 – eine Anspielung auf das Datum des Tian’anmen-Massakers – durch 3+, 5+, 7+ und 8+ ersetzt.

Reporter ohne Grenzen
Vergrößern
Bild: Reporter ohne Grenzen

Apple sollte außerdem nur noch staatliche Apps in den chinesischen App Store lassen und eine File-Sharing-Funktion einbauen, um Inhalte an die kommunistische Partei Chinas zu übermitteln, führt die Organisation aus. Auch sollte der Konzern hauseigene Computer-Uhren an politische Gefangene ausgeben, um deren Gesundheitszustand in Echtzeit zu überwachen.

Apple-Chef verteidigt Rauswurf

Anbieter von VPN-Apps benötigen inzwischen eine Lizenz chinesischer Behörden. "Wir wurden von der chinesischen Regierung aufgefordert, einige dieser Anwendungen aus dem App Store zu entfernen, die nicht den neuen Regelungen entsprechen", erklärte Apple-Chef Tim Cook Anfang August. Nach Schätzung von Marktbeobachtern wurden rund 400 VPN-Apps von Apple entfernt, laut Cook gibt es aber immer noch “hunderte” davon im chinesischen App Store.

Apple in China
China zählt inzwischen zu Apples wichtigsten Märkten – der Konzern ist auch mit Ladengeschäften präsent. Vergrößern
Bild: dpa, Diego Azubel/Archiv

"Es wäre uns ganz offensichtlich lieber gewesen, die Apps nicht zu entfernen – aber wie in jedem anderen Land, in dem wir Geschäfte machen, befolgen wir die Gesetze", betonte Cook. Er zeigte sich zugleich zuversichtlich, dass die Einschränkungen mit der Zeit gelockert werden könnten. China gehört inzwischen zu Apples größten Märkten, in den letzten Quartalen musste der Konzern dort aber rückläufige Umsätze verbuchen.

Mit einem Jahresumsatz, der so groß ist wie das Bruttoinlandsprodukt ganzer Länder, könne sich Apple ruhig erlauben, “etwas härter mit Chinas autoritärer Führung” umzugehen, betont Reporter ohne Grenzen am Ende Schreibens. (lbe)

159 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. VPN-App-Rauswurf in China: US-Senatoren werfen Apple Zensur-Beihilfe vor

    Apple in China

    Zwei US-Senatoren haben von Apple-Chef Tim Cook Antworten rund um die Entfernung zahlreicher VPN-Apps aus dem chinesischen App Store gefordert. Der Rauswurf hindere die Redefreiheit und stütze Chinas Regierung bei Zensur und Internetüberwachung.

  2. Chinesische Entwickler werfen Apple monopolistisches Verhalten vor

    iOS 11 China

    Der Konzern verstößt nach Ansicht chinesischer Entwickler durch die hohen Provisionen für In-App-Verkäufe und den unbegründeten Rauswurf von Apps gegen Kartellrecht.

  3. Löschung von VPN-Apps in China: Tim Cook verteidigt Apples Vorgehen

    Apple in China

    Der Konzern hatte von der chinesischen Regierung nicht offiziell lizenzierte VPN-Anwendungen für iPhone und iPad aus dem App Store genommen. Man habe damit "Gesetze befolgt", sagte Cook.

  4. China: Apple bekommt eigene Wächter fürs iCloud-Rechenzentrum

    Apple in China

    Eine von der chinesischen Regierung eingesetzte Kommission soll dafür sorgen, dass der iPhone-Konzern sein Projekt "beschleunigen" kann. Das Land hatte kürzlich seine Cybersecurity-Gesetze verschärft.

  1. Apples 2016 – ein Jahr voller Tumulte

    Apple-Logo

    Es war ein schwieriges Jahr für den iPhone-Hersteller: Neben dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einer Dekade musste der Konzern mit Software-Problemen und heftiger Kritik an Produktentscheidungen kämpfen – zuletzt beim neuen MacBook Pro. Das zurückliegende Jahr verrät auch manches über Apples Zukunftspläne.

  2. Gutes China - böses China?

    Der chinesische Einfluss in Osteuropa beunruhigt Berlin und Brüssel

  3. Europäische E-Bike-Hersteller beklagen unfairen Wettbewerb

    Nach normalen Fahrrädern sollen jetzt auch chinesische E-Bikes mit Strafzöllen belegt werden - und das auch rückwirkend

  1. Hessen baut Videoüberwachung aus

    Ãœberwachung, Kamera

    Videoüberwachung gilt bei Politikern und Polizei als wirksames Mittel gegen Verbrechen. Daher wächst die Zahl der Kameras in Hessen. Für Datenschützer wird oft zu leichtfertig darüber entschieden.

  2. Zweibeiniger Roboter Atlas schafft Salto rückwärts

    Mann schmeißt Atlas um

    Eine neue Version des aufrecht gehenden Roboters Atlas zeigt akrobatische Talente: Kisten sind kein Hindernis mehr, und sogar ein Salto aus dem Stand gelingt – meistens jedenfalls.

  3. Verhandlungen über Killerroboter in Genf

    Verhandlungen über Killerroboter in Genf

    Am Sitz der Vereinten Nationen in Genf wurde diese Woche ein Thema diskutiert, das sich für große Teile der Öffentlichkeit nach wie vor wie Science-Fiction anhört: tödliche autonome Waffensysteme oder Killerroboter.

  4. "Blaue Briefe" von der Landesmedienanstalt NRW

    "Blaue Briefe" von der Landesmedienanstalt NRW

    Auch Letsplay-Kanäle mit wenigen hundert Zuschauern geraten inzwischen ins Visier der Landesmedienanstalten. Von Annäherung zwischen Anbietern und Behörden oder gar der Abschaffung überholter Regelungen kann offenbar keine Rede sein.

Anzeige