Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Leo Becker 139

Paradise Papers: Neue Steuervermeidungsvorwürfe bringen Apple in die Defensive Update

Apple

Bild: dpa, Chen Zhongqiu

Apple zahle jeden Steuer-Dollar, betonte der Konzern und veröffentlichte Details zu Steuerpraktiken. Enthüllungen zufolge hat der iPhone-Hersteller für seine massiven Auslandsgewinne einen Geschäftssitz gesucht, an dem erst gar keine Steuern anfallen.

Apple versucht, den neuen Enthüllungen über Steuerschlupflöcher durch die Paradise Papers den Wind aus den Segeln zu nehmen: Als größter Steuerzahler der Welt, begleiche der Konzern “jeden geschuldeten Dollar in jedem Land”, wie das Unternehmen inzwischen in einer Stellungnahme mit dem Titel “Fakten über Apples Steuerzahlungen” mitteilte. In den Berichten über die Paradise Papers habe es “Ungenauigkeiten” gegeben, meint zumindest Apple.

Eine Änderungen der Firmenstruktur im Jahr 2015 sei nur erfolgt, um die Steuerschuld an die USA zu wahren – und nicht zur Reduzierung von anfallenden Steuern in anderen Ländern, betonte Apple. Man habe “keine operativen Einrichtungen oder Investitionen aus Irland abgezogen”.

Paradise Papers: Apple zog auf Kanalinsel Jersey

In Reaktion auf geplante Änderungen am irischen Steuerrecht habe der Konzern 2014 über die Anwaltskanzlei Appleby nach einem neuen Standort gesucht, an dem möglichst überhaupt keine Steuern anfallen. Apple habe dann 2015 eine wichtige Tochterfirma, die wohl einen Großteil der immensen Auslandsgewinne von über 250 Milliarden Dollar verwaltet, auf die Kanalinsel Jersey verlegt – dort gelte für ausländische Firmen eine Körperschaftssteuersatz von 0 Prozent, berichten unter anderem die Süddeutsche Zeitung und die BBC nach Auswertung der Paradise Papers

Als Irland seine Steuergesetze 2015 geändert hat, habe man den Standort der irischen Tochterfirmen geändert, bestätigt Apple – und darüber Irland, die Europäische Kommission und die USA informiert. “Diese Änderung hat unsere Steuerzahlungen in keinem Land verringert”, die Zahlungen an Irland seien anschließend sogar kräftig gestiegen. Auf die Verlagerung der Tochterfirmen nach Jersey geht Apples Stellungnahme nicht ein.

Apple: Steuerschuld hauptsächlich gegenüber USA

Tim Cook
Die offenen Fragen rund um Steuerschlupflöcher sind nicht neu: Apple-Chef Tim Cook bei einer Befragung des US-Senats zum Thema im Jahr 2013. Vergrößern
Bild: dpa, Shawn Thew

Man habe in den vergangenen drei Jahren über 35 Milliarden Dollar Steuern auf Konzerngewinne gezahlt sowie weitere Milliarden Dollar für andere Steuern im Zusammenhang mit dem Betrieb von Ladengeschäften.

Apples effektiver Steuersatz auf Auslandseinkünfte liege “seit vielen Jahren” bei 21 Prozent, weltweit liege der Steuersatz des Konzerns "bei 24,6 Prozent" und damit "über dem Durchschnitt anderer US-Konzerne, die weltweit operieren".

Nach derzeitigem internationalen Steuerrecht fallen die Steuern dort an, wo Werte geschaffen werden, betont Apple zudem – dies sei in den USA der Fall, wo Design und Entwicklungsarbeit erfolgen. Entsprechend zahle man einen Großteil der Steuern an die USA und nicht in anderen Ländern.

Apple zählt inzwischen einen Barbestand von 270 Milliarden Dollar, 94 Prozent davon liegen im Ausland, wie der Konzern jüngst mitteilte. Eine Repatriierung in die USA will Apple allerdings erst vornehmen, wenn der bisherige Steuersatz von 35 Prozent fällt.

[Update 7.11.2017 16:15 Uhr] Man habe Apple in Hinblick auf die Verlagerung von Tochterfirmen um ein "Update" gebeten, erklärte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Dienstag, wie Politico berichtet – um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob das Vorgehen konform zu EU-Regeln ist. Die Kommission fordert von Apple bereits eine Steuernachzahlung in Höhe von über 13 Milliarden Dollar an Irland – sowohl der Konzern als auch die irische Regierung fechten dies allerdings an. (lbe)

139 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Google-Mutter Alphabet vermeidet dank Schlupfloch weiter Milliarden an Steuern

    Konzerndach Alphabet

    Zwar ist das Steuerschlupfloch des "Double Irish With a Dutch Sandwich" inzwischen geschlossen, aber für Unternehmen gibt es eine Übergangsfrist. Die hat Alphabet genutzt, um 2015 rund 3,6 Milliarden US-Dollar an Steuern zu sparen, schreibt Bloomberg.

  2. Apple legt Berufung gegen Milliarden-Steuernachzahlung ein

    Apple legt Berufung gegen Milliarden-Steuernachzahlung ein

    13 Milliarden Euro soll Apple nach dem Willen der EU-Kommission an Steuern nachzahlen. Der Konzern geht laut einem Zeitungsbericht nun dagegen vor Gericht.

  3. Geparkte Milliarden-Steuernachzahlung an Irland: Apple wählt Investment-Manager mit aus

    Apple

    Die von der EU-Kommission geforderte Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro, die Apple an Irland zu leisten hat, wird in festverzinsliche Wertpapiere investiert – bis der Streit entschieden ist. Ein Investment-Manager soll helfen.

  4. Apple-Milliarden: Neuer irischer Finanzminister bleibt auf Konfrontationskurs

    Apple-Logo

    Auch Irlands neuer Finanzminister Paschal Donohoe ist entschieden gegen die Forderung der EU, sein Land müsse von Apple 13 Milliarden Euro von Apple eintreiben. Der Konzern habe von allgemeinen Regeln profitiert.

  1. Steuerdeals mit Apple und Amazon waren illegal

    Wettbewerbskommissarin Vestager will Luxemburg und Irland dazu zwingen, von den Konzernen Geld nachfordern

  2. Steueroasen - oder warum Steuern etwas für Arme sind

    Ein Gastbeitrag zum aktuellen Fall Apple

  3. Apple: Interesse an Sportwagen-Firma McLaren?

    Apple: Interesse an Sportwagen-Firma McLaren?

    Apple zeigt nach Informationen der Financial Times Interesse an dem britischen Sportwagen-Anbieter McLaren. Im Gespräch seien eine komplette Übernahme oder eine strategische Beteiligung. Die Gespräche hätten bereits vor einigen Monaten begonnen

  1. Erste Ausfahrt: Jaguar E-Pace

    Jaguar E-Pace

    SUV plus gehobenes Image gleich Erfolg? Für Jaguar könnte diese Rechnung mit dem neuen E-Pace aufgehen. Eine erste Ausfahrt zeigt jedoch, dass ein klangvoller Name nicht alle Schwächen überdecken kann

  2. BEV-Reichweitenermittlung nach WLTP

    Elektroautos, alternative Antriebe

    Es ist ein Ärgernis, dass die Reichweitenangabe für Batterie-elektrische Autos nach NEFZ reine Fantasie ist. Im WLTP sind die Anforderungen höher, und die Normwerte werden bei gleicher Kapazität sinken. Dennoch könnten potenzielle Käufer weiter auf die Community und die Presse angewiesen sein

  3. Die Bilder der Woche (KW 45) - Interessantes im Alltäglichen

    Die Bilder der Woche (KW 45) - Interessantes im Alltäglichen

    Gute Bilder brauchen nicht immer spektakläre Foto-Locations Manchmal tut es auch eine Außentreppe, eine U-Bahn-Station oder eine Bahnunterführung.

  4. Amazon Cloud Cam enthält Lücke für smarten Einbruchdiebstahl

    Amazon

    Amazon Key öffnet Paketboten und anderen Dienstleistern die Tür zum privaten Smarthome per Cloud-Funktion. Leider lässt sich die zugehörige Überwachungskamera mit einem Trick überlisten.

Anzeige