Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.682.387 Produkten

Leo Becker 97

Milliarden-Steuernachzahlung: Aktivisten stürmten Apple Store in Paris

Milliarden-Steuernachzahlung: Aktivisten stürmten Apple Store in Paris

Bild: Attac

Die Organisation Attac hat Apple dazu aufgefordert, ausstehende Steuern an Irland zu bezahlen – dafür besetzten Aktivisten ein großes Ladengeschäft des Konzerns. Apple will die 13 Milliarden Euro angeblich Anfang 2018 auf ein Treuhandkonto einzahlen.

Die Nichtregierungsorganisation Attac hat ihre Kampagne gegen Apple fortgesetzt: In Paris besetzten am Wochenende 100 Aktivisten den Apple Store Operá und legten für mehrere Stunden das Geschäft lahm, wie MarketWatch berichtet. Sie forderten den Konzern dazu auf, die von der EU-Kommission verhängte Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro an Irland zu begleichen.

Anzeige

Apple müsse die von der EU bemängelten Steuerpraktiken einstellen, die 13 Milliarden Euro sobald als möglich bezahlen und den Einspruch vor dem Europäischen Gerichtshof zurückziehen, betonte eine Attac-Sprecherin in einer Mitteilung. Die Organisation macht seit längerem gegen Apples Steuerpraktiken mobil, führte bislang aber nur Aktionen vor den Geschäften des iPhone-Herstellers aus – auch in Deutschland.

Der US-Konzern will nach Angabe des irischen Finanzministers Anfang 2018 damit beginnen, die 13 Milliarden Euro auf ein Treuhandkonto einzuzahlen, wie das Wall Street Journal am Montag meldet – das ist rund ein Jahr nach Verstreichen der ursprünglich angesetzten Frist.

Die EU hat Irland deswegen bereits vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. "Wir verstehen natürlich, dass die Rückforderung in bestimmten Fällen komplexer sein kann als in anderen, und wir sind stets zur Unterstützung bereit. Die Mitgliedstaaten müssen aber ausreichende Fortschritte in Richtung auf die Wiederherstellung des Wettbewerbs erzielen”, teilte EU-Kommissarin Margrethe Vestager im Oktober mit. Der irische Finanzminister will Vestager am Montag über die Fortschritte in der Angelegenheit unterrichten.

Die 13 Milliarden Euro soll in “wenig riskante festverzinsliche Wertpapiere investiert werden”, hieß es im September. Dafür wird seit längerem ein Investment-Manager gesucht, an dessen Auswahl auch Apple beteiligt ist – der Konzern geht davon aus, das Geld am Schluss zurückzuerhalten.

Die europäischen Wettbewerbshüter waren 2016 zu der Ansicht gelangt, dass die Steuervereinbarungen zwischen Apple und Irland als unzulässige staatliche Beihilfe zu werten sind. Apple habe deutlich weniger als den für andere Firmen geltenden Satz von 12,5 Prozent gezahlt. Die Kommission hat Irland deshalb im August des vergangenen Jahres dazu angewiesen, 13 Milliarden Euro an Steuern von Apple einzufordern. Gegen diese Entscheidung gehen sowohl Apple als auch die irische Regierung vor.

Der Kommission seien “schwerwiegende Fehler” in Hinblick auf Apples Geschäftsaktivitäten außerhalb Irlands unterlaufen, erwiderte der iPhone-Konzern: Die Wettbewerbshüter hätten nicht erkannt, dass gewinnbringende Geschäftstätigkeiten wie die “Entwicklung und Vermarktung geistigen Eigentums” von den USA aus “kontrolliert und verwaltet” werden – und die Gewinne entsprechend dem Heimatstandort “zuzuordnen” seien statt Irland. Die irischen Niederlassungen würden nur “Routineaufgaben” erledigen.

Lesen Sie auch:

Anzeige
(lbe)

97 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Steuerproteste in Apple Stores: Apple will Aktivisten verbannen

    Apple Store

    Um zu verhindern, dass Attac-Aktivisten erneut Apple-Läden besetzen, versucht der Konzern einem Bericht zufolge ein Hausverbot in Frankreich gerichtlich durchzusetzen – mit Androhung einer hohen Strafzahlung bei Zuwiderhandlung.

  2. Apples Steuer-Milliarden: Klage soll Irland zum Eintreiben bringen

    Apple

    Die EU-Kommission hat Irland vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt, weil das Land die "illegalen Steuervorteile von Apple" immer noch nicht zurückgefordert hat. Es geht um über 13 Milliarden Euro.

  3. Geparkte Milliarden-Steuernachzahlung an Irland: Apple wählt Investment-Manager mit aus

    Apple

    Die von der EU-Kommission geforderte Steuernachzahlung in Höhe von 13 Milliarden Euro, die Apple an Irland zu leisten hat, wird in festverzinsliche Wertpapiere investiert – bis der Streit entschieden ist. Ein Investment-Manager soll helfen.

  4. Paradise Papers: Neue Steuervermeidungsvorwürfe bringen Apple in die Defensive

    Apple

    Apple zahle jeden Steuer-Dollar, betonte der Konzern und veröffentlichte Details zu Steuerpraktiken. Enthüllungen zufolge hat der iPhone-Hersteller für seine massiven Auslandsgewinne einen Geschäftssitz gesucht, an dem erst gar keine Steuern anfallen.

  1. Steuerdeals mit Apple und Amazon waren illegal

    Wettbewerbskommissarin Vestager will Luxemburg und Irland dazu zwingen, von den Konzernen Geld nachfordern

  2. Apple: Interesse an Sportwagen-Firma McLaren?

    Apple: Interesse an Sportwagen-Firma McLaren?

    Apple zeigt nach Informationen der Financial Times Interesse an dem britischen Sportwagen-Anbieter McLaren. Im Gespräch seien eine komplette Übernahme oder eine strategische Beteiligung. Die Gespräche hätten bereits vor einigen Monaten begonnen

  3. Steueroasen - oder warum Steuern etwas für Arme sind

    Ein Gastbeitrag zum aktuellen Fall Apple

  1. 50er-Roller im Test: Markenroller gegen Billigangebote

    Der ADAC hat sieben Motorroller mit 50 ccm getestet. Dabei traten fünf bekannte Marken gegen zwei besonders günstige Angebote an. Welcher Roller hat am besten abgeschnitten?

  2. PC-Anforderungen von Final Fantasy XV: Über 155 GByte Speicher, 16 GByte RAM, GTX 1080 Ti für 4K

    PC-Anforderungen von Final Fantasy XV: Über 155 GByte Speicher, 16 GByte RAM, GTX 1080 Ti für 4K, Benchmark-Tool am 1. Februar

    Für die PC-Version des Action-Rollenspiels Final Fantasy XV müssen wohl einige Spieler ihre SSDs oder Festplatten von unnötigem Ballast befreien: Das Spiel belegt in der 4K-Fassung über 155 GByte.

Anzeige