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Ben Schwan 143

Kein App Store mehr: Apple startet Totalumbau von iTunes

Kein App Store mehr: Apple startet Totalumbau von iTunes

Da fehlt doch was: Die verbliebenen Inhaltekategorien in iTunes 12.7.

Bild: Screenshot via MacRumors

Heimlich, still und leise hat Apple seine Medienverwaltung verändert. Das für Windows und macOS erhältliche iTunes 12.7 kommt mit signifikanten Umbauten.

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Während die meisten Neuerungen, die Apple am Dienstag bei seiner iPhone-Keynote (siehe dazu auch den Mac & i-Liveticker) vorstellte, vorab durchgesickert waren, blieb Apples zentrale Medienverwaltung iTunes für Mac und PC von Tim Cook & Co. gänzlich unerwähnt. Doch genau da kündigen sich nun große Veränderungen an: Ein in der Nacht zum Mittwoch erschienenes Update mit der Versionsnummer 12.7 ist erstaunlich radikal entschlackt worden.

Mehr zu den Neuvorstellungen von Apple:

Apps nur noch auf iOS-Geräten

Künftig gibt es unter Windows und macOS keine Möglichkeit mehr, iOS-Apps herunterzuladen. Der komplette App Store wurde aus iTunes entfernt – nun lassen sich Programme für iPhone, iPad und iPod touch nur noch direkt auf dem Gerät beziehen. Ein Download von Apps auf dem Desktop samt Synchronisation entfällt. So kann man auch keine Lieblings-App in einer alten Version mehr sichern; es gibt einen Zwang zur Benutzung des iOS App Store.

iTunes konzentriert sich künftig auf Musik, Filme, TV-Serien, Podcasts und Hörbücher – das war's. Gestrichen wurde außerdem die Möglichkeit, Klingeltöne mittels iTunes zu verwalten. Dieses Feature ist nun nur noch in den iOS-Einstellungen ("Töne und Haptik") greifbar. Apple hatte zuvor schon seine Bildungsinhalte (iTunes U) von iTunes in den Podcast-Bereich abgeschoben. Die Verwaltung von E-Books unter Windows ist nicht mehr möglich, stattdessen soll man die iBooks-App auf dem iOS-Gerät nutzen. Der Internet-Radio-Bereich wanderte in die Seitenleiste der Musikbibliothek.

Radikalkur einer überfrachteten App?

iTunes 12.7 unterstützt außerdem das neue Betriebssystem iOS 11, das am 19. September zum Download bereitstehen wird. Ältere iTunes-Versionen dürften dagegen inkompatibel sein, was Nutzer zum Upgrade zwingen könnte, wenn sie etwa Backups eines iOS-11-Geräts anlegen möchten – das kann iTunes 12.7 noch. Dass der App Store auf dem Desktop wegfallen könnte, hatte sich in den letzten Tagen bereits angekündigt – die Web-Vorschau für iOS-Apps ließ plötzlich den "In iTunes ansehen"-Knopf weg, ohne dass das Apple erklärt hätte.

iTunes war lange als Anwendung kritisiert worden, die total überfrachtet ist ("iTunes Bloat") – deshalb hofften Nutzer, dass Apple Funktionen womöglich in eigene Apps auslagert. Anwendungsbereiche wie den App Store nun ganz vom Desktop zu streichen, ist eine wesentlich radikalere Lösung. iTunes erschien erstmals im Januar 2001 und wurde von Apple zunächst als Musikmanagement-Programm und zum Brennen von CDs verwendet. Später kam die iPod- und iOS-Geräte-Verwaltung hinzu. Aktuell verwirrt manchen Nutzer vor allem das zwangsweise Hin und Her zwischen Apple Music und der eigenen Musikbibliothek – auch der Streamingdienst wird auf dem Desktop via iTunes abgewickelt. (bsc)

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