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Leo Becker 195

HEIF statt JPEG: iOS 11 soll Foto-Speicherplatzbedarf halbieren

HEIF statt JPEG: iOS 11 soll Foto-Speicherplatzbedarf halbieren

Apples Software-Chef Craig Federighi auf der Entwicklerkonferenz WWDC.

Mit iPhone und iPad geschossene Fotos sowie Videos sollen künftig nur noch halb so speicherhungrig sein wie bisher: Apple stellt mit iOS 11 auf HEIF und HEVC um. Eine Hardware-Kodierung der Formate unterstützen aber nur neue Geräte.

Kaum etwas belegt mehr Speicher auf dem iPhone als die Fotos und Videos des Nutzers – dies will Apple mit iOS 11 ändern: Das Unternehmen schickt das Dateiformat JPEG sowie den Videokomprimierstandard H.264 in den Ruhestand und ersetzt diese durch HEIF (High Efficiency Image File Format) und HEVC (High Efficiency Video Coding). Die Kompression ist um "bis zu 2-mal besser" als beim Vorgänger, versprach Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC – dies erlaubt die Halbierung des benötigten Speicherplatzes pro Foto und Video.

HEIF verspricht weniger Platzbedarf bei besserer Qualität

Neben dem geringeren Speichedarf soll HEIF für besser aussehende Fotos sorgen und weniger zu typischen JPEG-Problemen wie Kompressionsartefakten an Objekträndern neigen. HEIF unterstützt außerdem Serienaufnahmen und die gleichzeitige Aufnahme von Fotos und Videos – eine Funktion, die Apple bereits in Gestalt der Live-Fotos selbst umgesetzt hat.

HEIF soll außerdem neue Fotoeffekte in iOS 11 ermöglichen, die der iPhone-Konzern schon demonstriert hat, darunter einen Langzeitbelichtungseffekt, der beispielsweise fließendes Wasser in einem Standbild nachträglich unscharf zeichnet. Um für Kompatibilität mit anderen Plattformen zu sorgen, werden die HEIF-Dateien beim Teilen automatisch in JPEGs umgewandelt .

HEIF und HEVC auch für den Mac

Unterstützung für die Hardware-Dekodierung von HEIF-Dateien weisen nur neuere Geräte auf: Apple nennt einen A9-Chip als Mindestvoraussetzung (also ein iPhone 6s, iPhone SE oder ein iPad Pro) – das gleiche gilt für HEVC-Filme. Ältere Hardware muss auf eine Software-Dekodierung setzen. Ob dies beispielsweise beim Streamen hochaufgelöster Filme zu Ruckeln führt, bleibt abzuwarten.

Mit macOS High Sierra bringt Apple HEIF und HEVC auch auf den Mac. Für Hardware-Dekodierung von HEVC ist hier sehr neue Hardware erforderlich, wie aus einer von Ars Technica veröffentlichten Liste hervorgeht: MacBook oder MacBook Pro ab Modelljahr 2016, 5K-iMac ab 2015 und 21,5”-iMac erst ab Baujahr 2017. Filme mit 10-Bit-Farbtiefe werden nur auf 2017er-Macs per Hardware dekodiert.

Die Anforderungen für eine Hardware-gestützte Enkodierung von HEIF und HEVC liegen nochmals höher, sie erfordern einen A10-Chip, also ein iPhone 7, iPhone 7 Plus oder eines der gerade neu eingeführten iPad-Pro-Modelle.

(lbe)

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