Logo von Mac & i

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Ben Schwan 55

Forensik-Tool soll gelöschte Notizen aus iCloud auslesen können Update

Forensik-Tool soll gelöschte Notizen aus iCloud auslesen können

Apples Notiz-App – hier auf dem Mac.

Bild: Screenshot via Apple Support Communities

Der Softwareanbieter Elcomsoft hat seine App "Phone Breaker" um eine Funktion erweitert, die den Umstand ausnutzt, dass Apple offenbar auch vom Nutzer eigentlich vernichtete Notizen länger aufbewahrt.

Anzeige
Apple Pencil (MK0C2ZM/​A)
Apple Pencil (MK0C2ZM/​A) ab € 101,35

Laut Angaben eines russischen Forensiksoftware-Spezialisten ist es möglich, aus iCloud vom Nutzer bereits gelöschte Notizen zu rekonstruieren. Die neue Version 6.5 des Elcomsoft Phone Breaker (EPB) soll dies erlauben. "ElcomSoft konnte feststellen, dass alle Notizen, die als "gelöscht" markiert wurden, für eine unbestimmte Zeit weiterhin in der Cloud aufbewahrt werden", erklärt die Firma. Sowohl die Windows- als auch Mac-Versionen von EPB könnten solche gelöschte Notizen einschließlich Anhänge direkt aus iCloud-Konten extrahieren. Dafür sind die Zugangsdaten (Apple ID) notwendig.

Schon zweimal geschlampt

Im Februar hatte es bereits ein ähnliches Problem gegeben. Damals wurde bekannt, dass iCloud beim Löschen des Browser-Verlaufs, der sich über mehrere iOS- und Mac-Geräte automatisch abgleichen lässt, zu schlampen scheint. Auch wenn Nutzer ihre Surftripps eigentlich löschten, blieben URLs in einer SQLite-Datenbank in iCloud über mehrere Wochen erhalten – darunter auch der exakte Zeitpunkt, wann die jeweilige URL zuletzt aufgerufen und wann sie vom Nutzer gelöscht wurde.

Apple ging das Problem später allerdings an und reduzierte die Einsicht in gelöschte Verlaufseinträge. Zuvor gab es ein ähnliches Problem mit der iCloud-Fotomediathek, die Fotos länger als die Löschperiode von 30 Tagen vorhielt – möglicherweise sogar über Jahre, wie Elcomsoft im August 2016 behauptete.

Notiz-App erlaubt einfachen Abgleich

Apples Notizen-App ist für iOS und macOS erhältlich und wurde in den vergangenen Jahren erheblich im Funktionsumfang erweitert. So lassen sich etwa auch auf dem iPad Pro mit dem Apple Pencil Zeichnungen anlegen. Ist der Notizen-Abgleich in iCloud aktiviert, stehen die Einträge auf allen mit dem Konto verknüpften Geräten zur Einsicht bereit.

Elcomsoft schreibt weiter, Apple lasse die Nutzer über die weitere Existenz gelöschter Daten völlig im Unklaren, da iCloud-Benutzer keinen Zugriff auf die Datensätze haben – dazu würden sie ein Forensikwerkzeug wie EPB benötigen. "Die meisten Benutzer erwarten von Cloud-Anbietern, dass diese alle Daten löschen, die sie entfernt hatten." Es ist unklar, wie Apple auf die Offenlegung reagieren wird – und warum gelöschte Einträge nicht wirklich gelöscht werden.

Tool für Polizeibehörden

EPB wendet sich vor allem an Polizeibehörden, die Nutzeraccounts überprüfen wollen. Die Anwendung ist in ihrer Forensikversion bis zu 800 Euro teuer, wird aber auch in einer abgespeckten "Home"-Version für 80 Euro angeboten. iCloud-Funktionen sind darin aber nicht enthalten.

[Update 19.05.17 19:22 Uhr:] Elcomsoft hat seine Vorgehensweise in einem Blogeintrag näher ausgeführt. Zur Anzeige wird der Elcomsoft Phone Viewer verwendet, der nochmals knapp 80 Euro kostet. (bsc)

55 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. iCloud schlampt offenbar beim Löschen des Browser-Verlaufs

    Onlinespeicher - iCloud

    Aus dem Verlauf von Apples Browser Safari gelöschte Webseiten-Besuche verschwinden zwar von den synchronisierten Geräten, lassen sich aber noch rund ein Jahr später aus iCloud rekonstruieren, warnt der Hersteller eines Forensik-Tools.

  2. Forensik-Tool-Hersteller: Apple speichert iPhone-Anrufprotokolle in iCloud – für viele Monate

    Phone Breaker iCloud

    Apple synchronisiert die Anrufhistorie von iCloud-Nutzern automatisch ohne darauf explizit hinzuweisen. Die Software des Herstellers soll Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, dies auszulesen – "nahezu in Echtzeit".

  3. Notizverwaltung Together: iCloud für alle unter macOS Sierra

    Notizverwaltung Together: iCloud für alle unter macOS Sierra

    Künftig arbeitet das Dokumentenwerkzeug, das verschiedene Dateiarten verwalten kann, stets mit Apples Speicherdienst zusammen – auch die im Web gekaufte Version.

  4. iCloud Drive: Apple erhöht erlaubte Dateigröße erheblich

    iCloud Drive

    Bislang durften einzelne Dateien die Größe von 15 GByte nicht überschreiten. Apple hat das Limit nun deutlich erhöht – eine Größenbeschränkung für in iCloud Drive gespeicherte Dateien bleibt aber bestehen.

  1. Pro & Contra: Geht die iCloud zu weit?

    Apple lagert immer mehr Daten und Funktionen in die iCloud aus. Ist das richtig so oder eher bedenklich?

  2. Apple-ID: FAQ zum Erstellen, Wechseln und Löschen des Benutzerkontos

    Apple ID verwalten

    Für alle Apple-Dienste ist eine Apple-ID notwendig, von iCloud über iMessage bis zum Einkauf im App Store und iTunes Store. Nutzer stolpern dabei immer wieder über Probleme – Mac & i hat Lösungen zusammengestellt.

  3. iOS vs. Android – Argumente für den Wechsel zu Apple

    Die großen Displays von iPhone 7 und iPhone 7 Plus erfüllen vielen wechselwilligen Smartphone-Nutzern einen lange gehegten Wunsch. Es gibt aber noch viel mehr Gründe, von Android oder Windows Phone auf iOS umzusteigen.

  1. Mali: Wie bei einem "Routineeinsatz" Soldaten "verunglücken"

    Wenn statt über einen Krieg über technische Defekte diskutiert wird

  2. Türkei provoziert die USA

    Die staatliche Nachrichtenagentur veröffentlichte die Lage von US-Stützpunkten in Syrien zur Unterstützung der syrischen Kurden, das Pentagon protestiert

  3. Personen statt Programme

    In Österreich tritt der ehemalige Grünen-Abgeordnete Peter Pilz mit einer Liste an, die keine Partei sein will - ein Vorbild für Boris Palmer?

  4. Eighties-Machismo extrem: der Lamborghini LM 002

    In den Achtzigern war alles anders. Wir fanden Maschinengewehre noch cooler als Telefone, und ausgerechnet Lamborghini baute einen Geländewagen: 444 PS stark, 220 km/h schnell, mit Sandwalzen und Ölscheich-Preisschild

Anzeige