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Ben Schwan 362

"1000 Songs in Deiner Tasche": Der iPod wird 15

"1000 Songs in Deiner Tasche": Der iPod wird 15

Hallo, iPod.

Bild: Apple

Apples MP3-Player spielt dank iPhone und Co. für den Konzern mittlerweile fast keine Rolle mehr. 2001 war das anders: Steve Jobs trat damals die mobile Musikrevolution los – und führte Apple zu neuen Höhen.

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DIe Meldung, die heise online zur Vorstellung des allerersten iPod am 23. Oktober 2001 veröffentlichte, fiel nüchtern, aber durchaus prophetisch aus: "Apple entert den HiFi-Markt" schrieb Kollege Christoph Laue damals und bezeichnete das Gerät als "Audio-Player mit eingebauter Mini-Festplatte", der Apple "die Tür zum Hifi-Consumermarkt öffnen" soll. Und in der Tat, so geschah es: Der kleine MP3-Spieler machte innerhalb kurzer Zeit alle anderen MP3-Spieler platt und entwickelte sich zur Musik- wie Stilikone.

Apples Strategie dabei ähnelte der, die der Konzern auch heute noch gerne anwendet: Cupertino schaut sich bestehende, noch eher kleine Märkte an, stellt fest, was in diesen verkehrt läuft und kommt mit einem Produkt auf den Markt, das vieles besser macht. MP3-Spieler gab es nämlich 2001 auch schon einige. Beispiele gefällig? Die festplattenbasierte Archos Jukebox erschien erstmals im Jahr 2000, der Diamond Rio PMP300 mit seinem SmartMedia-Slot und lächerlichen 32 MByte internem Speicher wurde schon 1998 verkauft. Ansonsten drohte auch noch Konkurrenz von der MP3-CD.

Steve Jobs stellt den iPod vor (Video: Apple).

Der iPod war leichter bedienbar und dank Firewire (wesentlich) schneller mit Songs beschickbar, fasste 1000 Titel auf einer 1,8 Zoll großen Festplatte, war klein genug für die Hosentasche und kam mit hübschen weißen Ohrstöpseln.

Das Scrollwheel (später Clickwheel) machte die Musikauswahl zum Kinderspiel. Anfangs erstaunlicherweise nur für den Mac gedacht (was die Zielgruppe stark einschränkte), eroberte der iPod schnell auch den Markt der Windows-Nutzer. Und so kam es, dass mancher Hardcore-PC-User mit dem iPod sein erstes Apple-Produkt erwarb – beim iPhone war es später ähnlich.

Die erste iPod-Reklame zeigt ziemlich genau, was der MP3-Spieler kann (Apple).

Kostengünstig war der erste iPod nicht: 520 Euro wurden im November 2001 für das Gerät mit seiner 5 GByte großen Festplatte fällig. Die Laufzeit betrug 12 Stunden. iTunes, Apples heutzutage mit Funktionen überbordende Medienverwaltung, war damals noch eine Freude in der Benutzung. Mit wenigen Mausklicks landete Musik auf dem Player und los konnte es gehen – 1000 Songs in 10 Minuten, so hatte es Steve Jobs angekündigt.

Nach der Einführung der Windows-Version im Jahr 2008 kannte das Geschäft mit dem iPod kein Halten mehr. Bis 2007 – noch vor dem Erscheinen des iPhone – waren 100 Millionen Stück verkauft. Apples Produktentwicklung hatte mit dem Musikspieler richtig Spaß. Neben dem "großen" iPod in zahlreichen Varianten (siehe Bilderstrecke) erschienen bald der iPod mini (ab 2004), der iPod nano (ab 2005, noch kleiner) und der billige iPod shuffle ohne Display – allesamt in vielen Farben und Gehäusevarianten. Mit dem iPod touch gab es 2007 zudem einen auf iOS basierenden Player – doch der hat mit den echten iPods weniger gemeinsam als mit dem iPhone.

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Die berühmte iPod-"Silhouette"-Werbung (Video: Apple).

Für Apple hatte der Musikspieler schnell wirtschaftlich eine große Bedeutung. Börsenkurs, Umsätze und Gewinne schnellten dank iPod in die Höhe und gaben dem Konzern neben dem Mac ein solides zweites Standbein. Und lange Jahre blieb der iPod der beliebteste MP3-Player der Welt – trotz zahlreicher Billigkonkurrenten.

Heute ist das iPod-Geschäft für Apple dagegen eher unwichtig geworden. Das ist schon an den Umsätzen erkennbar: Im ersten Quartal 2008 nahm Apple mit dem iPod noch 4 Milliarden Dollar ein. Sechs Jahre später ging der Umsatz auf 970 Millionen herunter. Weg vom Fenster ist der iPod aber trotzdem noch nicht. Es gibt derzeit noch drei verfügbaren Modellreihen – allesamt angestaubt, aber noch lieferbar.

Apples iPod über die Jahre (16 Bilder)

iPod von 2001

Ungefähr so groß wie ein Satz Spielkarten, zudem Hosentaschen-kompatibel: Der klassische iPod gab das Design vor.
(Bild: Apple)

Der iPod nano wurde seit 2012 nicht überholt, bekam 2015 nur neue Farben. Gleiches gilt für den iPod shuffle. Relativ "neu" ist noch der iPod touch 6G: Er erschien im Sommer 2015 und lieferte einen zur damaligen Zeit flotten A8-Chip aus dem iPhone 6 mit. Wie es mit dem iPod weitergeht, weiß nur Apple allein. Allerdings dürften die meisten Menschen ihre Musik heutzutage ohnehin hauptsächlich auf ihrem Mobiltelefon mit sich herumtragen – und bei Apple ist das eben das iPhone. (bsc)

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