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Wolfgang Reszel und Johannes Schuster 62

WLAN optimieren: 26 Tipps für besseren WLAN-Empfang

Wenn das heimische WLAN lahmt, lässt es sich oft mit Kniffen optimieren. Mac & i zeigt in 26 Tipps, wie iPhone- und Mac-Nutzer ihr WLAN optimal einrichten, um Geschwindigkeit und Verbindung zu optimieren.

1. Generelle Internet-Probleme ausschließen

Bevor Sie sich überhaupt daranmachen, Ihr WLAN zu optimieren, sollten Sie sicherstellen, dass nicht der Internetzugang selbst lahmt.

Verbinden Sie dazu Ihren Mac direkt via Netzwerkkabel mit Ihrem Router und testen Sie die Übertragungsgeschwindigkeit wie in Tipp 2 beschrieben. Falls Ihr Mac keine Ethernet-Buchse hat, können Sie auch ein Dock oder einen Adapter nutzen. Bei einem iPhone oder iPad gehen Sie im selben Zimmer in Sichtweite. Halten Sie das Gerät aber nicht direkt an den Router, das führt zu Interferenzen.

Gefunden in Mac & i Heft 6/2017

Falls die ermittelte Geschwindigkeit selbst über Kabel weit unter den Möglichkeiten Ihres Anschlusses liegt (siehe Tabelle bei Tipp 2), sollten Sie als erstes alle beteiligten Geräte neu starten.

Gibt es danach keine Besserung, sind viele Ursachen denkbar. Messen Sie mit einem anderen Gerät oder Tool nochmals nach. Es könnten auch Kabel defekt sein, tauschen Sie diese also testweise aus. Natürlich sind technische Probleme auf Seiten des Internet-Providers ebenfalls möglich. Rufen Sie dessen Support-Hotline an und lassen Sie den Anschluss überprüfen.

2. WLAN-Geschwindigkeit messen

Wie schnell Ihre Geräte Daten aus dem Netz empfangen und wieder zurücksenden, lässt sich mit einfachen Mitteln testen.

Vorbereitung

Für eine grobe Einschätzung reicht meist ein Kurztest und Sie können direkt bei „Die Messung“ weiterlesen. Wollen Sie es ganz genau wissen, trennen Sie zunächst alle weiteren „Verbraucher“ vom Internet, sodass diese das Ergebnis nicht verfälschen: Macs, andere Rechner, Fernseher, Radios oder sonstige Geräte mit Internetanschluss schalten Sie dazu einfach aus oder schicken sie in den Ruhezustand. Bei iOS genügt es, den Flugmodus zu aktivieren. Nun sollte nur noch ein einziges Gerät – Ihr „Messgerät“ – ins Internet kommen.

Da lokale Dienste, Updates oder dergleichen das Ergebnis beeinträchtigen, sollten Sie bei macOS alle Programme beenden und Cloud-Dienste anhalten. Letzteres ist bei iCloud nicht möglich. Stellen Sie deshalb sicher, dass die letzten Änderungen bei Ihren iCloud-Dokumenten und Mediatheken einige Minuten her sind. Sicher geht, wer für Leistungsmessungen in der Systemeinstellung „Benutzer“ einen neuen Account ohne iCloud anlegt und sich damit anmeldet.

Unter iOS empfiehlt sich, den Stromsparmodus in der Einstellung „Batterie“ einzuschalten. Dieser dämmt etwaige Hintergrundaktivitäten anderer Apps ein.

Die Messung

Öffnen Sie Ihren Browser und rufen Sie einen Testdienst wie www.speedof.me, www.speedtest.net oder www.breitbandmessung.de der Bundesnetzagentur auf. Einige Anbieter bieten auch schlanke Apps mit weniger Werbung an, Speedtest sogar für macOS. Diese haben den Vorteil, dass sie ältere Messergebnisse für spätere Vergleiche aufbewahren.

Um die Datenrate lokal und ohne Internet zu messen, sind die kostenlosen Apps WiFiPerf für macOS und das zugehörige WiFiPerf Endpoint für iOS empfehlenswert. Diese basieren auf dem bewährten Kommandozeilen-Tool iPerf3.

Tools zur Ermittlung von Übertragungsraten: Speedtest misst über das Internet, WiFiPerf nutzt eine weitere Gegenstelle im lokalen Netzwerk.

Zur Messung benötigen Sie allerdings zwei Geräte. Starten Sie zunächst WiFiPerf Endpoint auf Ihrem iPhone oder iPad, das nun als iPerf-Server dient. Schließen Sie nun Ihren Mac via Ethernet direkt an Ihren Router an und starten dort WiFiPerf.

Klicken Sie auf das Schubladen-Symbol hinter „Target Server Address“ und wählen Sie in dem Fenster Ihr iOS-Gerät aus.

Legen Sie dieses an verschiedenen Messpunkten ab und klicken dann am Mac jeweils auf „Run Test“ um den Durchsatz zu messen. Um sowohl den Up- als auch den Downstream zu erfassen, wechseln Sie die Übertragungsrichtung bei „Transfer Direction“. Statt eines iOS-Geräts kann man auch einen zweiten Mac verwenden, diesen müssen Sie dann über den Reiter „Server“ in WiFiPerf als Server betreiben.

Ist die gemessene Bandbreite sehr niedrig oder schwankt sie ungewöhnlich stark, sollten Sie zur Tat schreiten und unsere Tipps ausprobieren.

Machen Sie mindestens drei Testdurchläufe, um Messfehler auszuschließen. Es empfiehlt sich zudem eine Gegenprobe mit einem anderen Dienst oder Tool. Bei Speedtest können Sie auch einen anderen Server auswählen.

3. WLAN-Signalqualität mit macOS und iOS überprüfen

Wenn Sie einen Mac haben, können Sie die Wirkung Ihrer WLAN-Optimierung mit Bordmitteln prüfen.

Klicken Sie in der Menüleiste mit gedrückter Alt-Taste auf das WLAN-Symbol und öffnen Sie darüber das Dienstprogramm „Diagnose für drahtlose Umgebungen“, das Sie auch via Spotlight starten können.
Das Tool startet mit einem Assistenten, den Sie jedoch ignorieren können. Rufen Sie über das Fenstermenü oder mit Cmd+Alt+5 das Fenster „Leistung“ auf. Darüber lässt sich anhand von drei Diagrammen die aktuelle Empfangsleistung beurteilen.

Interessant ist besonders die mittlere Qualitätskurve für den Signalrauschabstand (SNR, Signal-to-noise-ratio). Dieser wird aus der Signalstärke (RSSI) und den Störsignalen des untersten Diagramms errechnet. Sehr gute Werte liegen bei 40, gute über 25. Bei niedrigeren Werten sollten Sie schauen, ob sich etwas verbessern lässt.

Am Verlauf der Kurve erkennen Sie gut, welche Wirkung die Neupositionierung Ihres Routers oder die Neuausrichtung der Antennen hat (siehe Tipp 5). Je langsamer Sie dabei vorgehen, desto besser lässt sich das Diagramm deuten. Idealerweise arbeiten Sie zu zweit, eine Person beobachtet den Mac und eine weitere richtet den Router neu aus.

Das Leistungs-Fenster des Dienstprogramms „Diagnose für drahtlose Umgebungen“ hilft bei der Optimierung Ihres WLAN.

Aussagekräftig ist zudem die „Rate“ (Tx Rate) im obersten Diagramm. Sie gibt an, mit welcher Brutto-Datenrate Ihr Mac sendet. Sie korreliert mit der Empfangsrate. Beide können sich abhängig von Störeinflüssen jederzeit ändern. Die tatsächliche Datenrate ermitteln Sie wie in Tipp 2 beschrieben.

Unter iOS gibt es kein vergleichbares integriertes Tool. Die kostenlose iOS-App CloudCheck hilft aber, Engpässe in der Wohnung aufzudecken.

Die über das Menüsymbol oben links erreichbare Funktion „Wi-Fi Sweetspots“ zeichnet kontinuierlich die Übertragungsrate auf und erfasst sie in einem Diagramm.

Besonders praktisch ist das zuschaltbare Audiosignal, das ähnlich einem Geigerzähler die aktuelle Transferrate hörbar macht. So entdeckt man schnell, wo in der Wohnung besonders schlechter Empfang herrscht. Lässt man das iOS-Gerät dann an einer Stelle mit besonders schlechter Übertragungsrate liegen, hört man direkt, ob es etwas bringt, den Router neu auszurichten.

Die iOS-App CloudCheck macht die Verbindungsqualität des WLAN sowohl sichtbar als auch hörbar.

WLAN-Router und Repeater richtig platzieren, Antennen optimal ausrichten

4. Router richtig aufstellen und Störfaktoren finden

Verstecken Sie Ihren Router nicht in Schränken oder im letzten Winkel Ihrer Wohnung. Denn grundsätzlich gilt: Das Signal kommt umso stärker bei Ihren Geräten an, je kürzer der Weg ist und wenn es möglichst wenige Hindernisse wie Fenster, Wände oder Möbel durchqueren muss. Ideal wäre also ein Ort in der Mitte der Wohnung und direkter Sichtkontakt, doch selten kann man den Aufstellort frei wählen.

Wichtig ist, dass das Signal möglichst senkrecht durch eine Mauer geht, weil es diagonal sonst mehr Material durchqueren muss (siehe Grafik). Wie stark eine Wand Funkwellen dämpft, hängt aber nicht nur von ihrer Dicke und vom Auftreffwinkel ab. Darin enthaltene Leitungen oder Metallrohre sind besonders heimtückisch. Metallische und glatte Oberflächen reflektieren das Signal, sodass Funklöcher entstehen und an anderer Stelle wiederum mehr als notwendig von den Funkwellen ankommt.

Auch beschichtete Fenster, Spiegel, Heizkörper oder Gasthermen haben diesen Effekt. Allerdings können Sie die Reflexionseigenschaften auch für sich nutzen, um die Reichweite zu erhöhen. So kann ein hinter dem Router oder Empfängern platziertes Blech das Signal verstärken und dafür sorgen, dass man im letzten Hinterzimmer doch noch Empfang bekommt. Alltagstauglich sind solche Tricks freilich wenig.

Auch Wasser lässt Funkwellen schwer passieren. Einen Wäscheständer mit nassen Klamotten im Funkweg aufzustellen, ist also nicht nur wegen des Metalls problematisch für die Funksignale. Ebenso sollten Sie Ihre Geräte nicht hinter Pflanzen oder einem Aquarium verstecken. Die Resonanzfrequenz des Wasser-Dipols liegt nämlich im 2,4-GHz-Bereich, was etwa Mikrowellengeräte nutzen, um Nahrungsmittel indirekt zu erwärmen.

Neben der Mikrowelle agieren noch weitere Funksysteme wie Bluetooth, Babyphone und manche Schnurlos-Telefone im 2,4-GHz-Bereich. Sie konkurrieren mit dem WLAN um die Sendezeit auf dem Funkkanal. Ein Wechsel auf 5 GHz (siehe Tipp 18) umgeht diese Störungen. Allerdings kommen die Funkwellen bei dieser Frequenz nicht so gut durch Wände. Das verringert aber nicht nur die Reichweite Ihrer Signale, sondern auch die der Nachbarn, die somit weniger stark stören.

5. Antennen-Einstellung verbessern

WLAN-Antennen strahlen ihre Signale in Form eines Kranzes über der senkrechten Achse aus (quasi ein Donut über einem Finger). Die Antennen müssen also nicht auf das Zielobjekt zeigen, sondern im rechten Winkel dazu stehen.

Eine waagerechte Position optimiert den WLAN-Empfang in anderen Stockwerken, eine senkrechte den in derselben Etage. Hat man zwei Antennen, sollte man sie nicht parallel ausrichten, sondern im rechten Winkel zueinander und zur Zielrichtung.

Die Antennenachse bestimmt, wie sich das Signal im Raum verteilt. Möchten Sie andere Stockwerke versorgen, dann hilft eine waagerecht ausgerichtete Antenne.

Das gilt sowohl für Router als auch für Repeater. Haben die Geräte keine externen Antennen, kann schon das Drehen des Gerätes um 90 Grad eine deutliche Veränderung bringen. Probieren Sie es aus!

6. Repeater-Aufstellung optimieren

Ein Repeater kann nur aussenden, was er empfängt. Er muss sich also in einem Bereich mit gutem oder zumindest ausreichendem WLAN-Empfang befinden (siehe zur Messung Tipp 2). Dabei ist die Entfernung ein wesentlicher Faktor, noch wichtiger sind allerdings dämpfende oder reflektierende Materialien wie Wände und Möbel (siehe Tipp 4). Sind Sie mit der Leistung Ihres Repeaters nicht zufrieden, experimentieren Sie mit der Aufstellung und stecken Sie ihn in unterschiedliche Steckdosen. Gehen Sie dabei von einer mittleren Position zwischen Router und letztem Client aus und bewegen sich erst zum Router und dann Richtung Client.

7. Wohnung kartografieren

Wenn Sie sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von der Situation in Ihrer Wohnung machen wollen, hilft das Programm NetSpot (ab 54 Euro oder Teil des Setapp-Abos für 10 Dollar/Monat).

Sie können in dessen Survey-Modus Grundrisse laden und damit Pläne der Versorgungsqualität an unterschiedlichen Messpunkten erstellen. Die Software eignet sich vor allem für Besitzer eines MacBook, mit dem Sie einfach durch die Räume wandern. Funklöcher oder Orte mit dramatisch abfallender Signalqualität sind damit schnell gefunden. Erstellt man ein Survey mit „Active Scanning“, erfasst die Anwendung zusätzlich für jeden Messpunkt die tatsächlichen Download- und Upload-Raten.

Mit den Troubleshooting-Ansichten von NetSpot findet man schnell die Stellen im Haus mit besonders gutem Empfang.

In Form einer Heatmap lassen sich Werte wie die Signalqualität (Signal-to-noise-ratio), die Signalstärke (Signal level) oder die Stärke der Störsignale (Noise level) gesondert beurteilen. Wählen Sie dazu die entsprechende Ansicht im Ausklappmenü am unteren Fensterrand aus. Wem die Interpretation der Messewerte schwerfällt, der nutzt die Ansicht „Troubleshooting“. Diese zeigt mit lediglich drei Farben (Grün, Gelb, Rot) noch leichter erkennbar, wo es in Ihrer Wohnung Probleme zum Beispiel mit der Signalqualität gibt oder wo sich besonders viele Kanäle überlappen.

Weil Apps unter iOS nicht auf die WLAN-Hardware zugreifen dürfen (siehe Tipp 15), gibt es dort leider keine vergleichbaren Kartografier-Tools. Windows-Nutzer können auf den kostenlosen Ekahau HeatMapper zurückgreifen.

Kauftipps für WLAN-Router, Reichweite und Durchsatz erhöhen, Mesh-Netzwerke

8. Richtigen Router kaufen

Da sich alle WLAN-Geräte im Haushalt meist einen Drahtlos-Router teilen, sollte der möglichst schnell sein. Macs und iPhones beherrschen seit Jahren den Standard 802.11ac, den der Router auch schaffen sollte – am besten mit mindestens drei Antennen, denn Apple-Computer bringen meist auch drei mit. Vier Antennen helfen bei vielen zu versorgenden Clients.

Sollte der Verkäufer Ihnen ein teures Gerät mit Multi-User-MIMO anpreisen, können Sie das Geld sparen: Bei Apple spielt der Standard noch keine Rolle.

Es lohnt sich, einen Simultan-Dualband-Router (mit 802.11ac und am besten drei Streams) anzuschaffen. Er bedient beide Funkbänder gleichzeitig. So können aktuelle Macs mit maximal 1300 MBit/s im 5-GHz-Band unterwegs sein und selbst ältere Geräte wie ein iPhone 4s mit 802.11n und 2,4 GHz kommen noch ins Internet. Solche Router erleichtern auch den Einsatz von Crossband-Repeatern (siehe Tipp 10). Apples AirPort Extreme und die Time Capsule (siehe Tipp 26) gehören in diese Gruppe. Hohe Transferraten schaffte dort der RT-AC68U von Asus (ab 95,39 €), die meisten Komfortfunktionen bot die Fritzbox, etwa die Modelle Fritzbox 7580 und Fritzbox 7590 (ab 194,01 €).

Der Simultan-Dualband-Router Asus RT-AC68U lieferte im Test hohe Transferraten auf beiden Frequenzen.

Haben Sie andere Router in der Nachbarschaft, empfiehlt sich der Kauf eines Gerätes, das in allen Kanälen des 5-GHz-Bandes funken kann, damit man sich bei Überschneidungen aus dem Weg gehen kann. Zu erkennen sind diese oft an dem Feature DFS in den technischen Daten. Bei der Dynamic Frequency Selection weichen Router automatisch dem bei 5,6 GHz funkenden Wetterradar aus. Können Router das nicht, sind sie per Gesetz auf die Kanäle 36 bis 48 beschränkt. Bei den in 802.11ac üblichen Kanalbreiten von 80 MHz können sie nicht ausweichen.

Hatte Ihr bisheriger Router ein DSL-Modem integriert und war darüber auch angeschlossen, sollte Ihr künftiger ebenfalls eines haben. Oder Sie kaufen das ADSL/VDSL-Modem als separates Teil. Häufig findet man so etwas bei eBay, da viele Kunden die von Ihren Providern geschenkte Hardware nicht brauchen und weiterverkaufen.

9. Reichweite erhöhen durch zusätzliche Hardware

Kommt das WLAN trotz aller Tricks nicht in alle Ecken der Wohnung, gibt es drei naheliegende Ansätze, um dem Problem mit zusätzlicher Hardware beizukommen. Am besten ist es, man legt ein Ethernet-Kabel von seinem Router quer durch die Wohnung und stellt einen zweiten Router auf, den man als Access-Point konfiguriert (also ohne DHCP-Server). Meist heißt das Bridge-Modus oder bei AVM „kaskadierter Router“.

Kann man kein Kabel verlegen, bietet sich die Verbindung der beiden Router über zwei Powerline-Adapter an, die die LAN-Signale via Stromleitungen übertragen (Test in Mac & i Heft 2/2017, S. 104 und 106). Hierfür muss man mindestens 100 Euro einplanen. Im Test hat das Kit TL-PA9020 von TP-Link gut abgeschnitten. Einige Powerline-Adapter bringen einen WLAN-Access-Point schon mit, ein Teil davon funkt auch mit 5 GHz. Recht gut schnitt hier TP-Links TL-WPA8630P Kit (ab 111 €) ab, das rund 120 Euro kostet.

Für die Weiterleitung von normalem DSL reicht schon ein einfacher Repeater wie Netgears EX2700 für 22 Euro.

Leider wird die Datenrate durch die Übertragung via Stromleitung unter Umständen arg beschnitten. Das Verfahren funktioniert in der Regel aber auch noch gut bei größeren Entfernungen und durch massive Mauern hindurch. Die einfachste Lösung ist ein WLAN-Repeater, der die Signale vom Router empfängt und erneut sendet. Bei den günstigen Geräten geht dabei aber schon die Hälfte der Bandbreite verloren, da der Repeater abwechselnd auf dem gleichen Kanal empfangen und senden muss. Doch das ist immer noch besser als gar keine Verbindung und kann für anspruchslose Endgeräte sowie die Weitergabe von normalem DSL schon reichen.

Für geringe Ansprüche kommt zum Beispiel Netgears EX2700 zum Preis von ca. 20 Euro in Frage, der sogar einstellbare Antennen besitzt. Besser arbeiten Cross-Band-Repeater (siehe Tipp 10). Man kann auch mehrere Repeater aufstellen. Verwenden mindestens zwei den gleichen WLAN-Namen (SSID) wie der Router, handelt es sich bereits um ein Mesh-Netzwerk (siehe Tipp 11).

10. Mit Crossband-Repeatern den Durchsatz erhöhen

Geht es nur darum, einen ohnehin langsamen Internetanschluss (etwa DSL16) einige Meter in der Wohnung weiterzureichen, reicht eventuell auch ein ganz einfacher Repeater (siehe Tipp 9). Solche Geräte halbieren aber die Transferraten prinzipbedingt.

Crossband-Repeater können auf dem einen Band mit dem Router kommunizieren und auf dem anderen mit dem Client. So schaffen sie höhere Übertragungsraten respektive größere Reichweiten.
Sie sind aber auch erst ab über 50 Euro zu haben. Man muss sich außerdem für eine Frequenz entscheiden, unter der die Clients den Repeater erreichen können. Wenn alle Geräte dies zulassen, sollte man dafür 5 GHz vorsehen, denn 2,4 GHz nutzt man besser, um die Signale über die Distanz und durch Hindernisse zu leiten.

Gilt es auch ältere Clients zu versorgen, muss man 2,4 GHz für die letzten Meter nehmen und 5 GHz für die Zuleitung. Dann sollte man den Repeater eventuell etwas näher an den Router rücken.
Im Test in Mac & i Heft 3/2017 Seite 84 zeichnete sich der Fritz!WLAN Repeater 1160 für rund 45 Euro aus.

Braucht man noch eine Ethernet-Buchse am Repeater, bietet sich das 72 Euro teure Schwestermodell FRITZ!WLAN Repeater 1750E (ab 106,02 €) aus gleichem Hause an. Sehr gut schnitt auch der Asus RP-AC66 (ab 78,10 €) ab, der besonders lange externe Antennen besitzt.

11. Überall guten Empfang mit Mesh-Netzwerk erzielen

Wollen Sie für eine große Wohnung oder eine kleine Firma ein einheitliches WLAN einrichten, bei dem es nicht mit einem Router und einem Repeater getan ist, bieten sich sogenannte Mesh-WLAN-Systeme an. Dabei operieren mehrere Basisstationen unter dem gleichen WLAN-Namen (SSID), sodass die Clients nicht von einem Netzwerk in ein anderes wechseln müssen, wenn man mit ihnen umhergeht, sondern nur von einer Funkzelle in die nächste. Dieses Roaming genannte Wechseln der WLAN-Basis beherrschen iOS-Geräte bereits sehr gut (siehe Hintergrund am Ende des Artikels). Sie halten nicht zu lange an einem Knoten mit schlechtem Empfang fest, wenn ein besserer Sender schon bereitsteht.

Idealerweise werden Mesh-WLANs über einen eigenen Backbone mit Daten versorgt, der nicht auf ihrer Sendefrequenz für die Clients unterwegs ist.

Beispiele für solche ab 240 Euro erhältlichen Systeme sind das Orbi RBK43 von Netgear und das Deco M5 von TP-Link (ab 169,90 €), die im c’t-Test gut abgeschnitten haben. Falls Sie schon eine aktuelle Fritzbox besitzen, sind Repeater oder Powerline-Adapter aus gleichem Hause die beste Wahl – insbesondere der 1750E. Bei AVM sorgt ein Firmware-Update dafür, dass die Zusammenarbeit wie etwa das Roaming zwischen Router und Repeatern noch besser funktioniert und alle Geräte einfacher via Router-Webinterface konfiguriert werden können.

Mesh-Netzwerke wie hier Netgears Orbi bestehen aus mehreren Zugangspunkten unter demselben WLAN-Namen.

12. Router hinter Router hängen

Stellt Ihr Provider Ihnen einen Router zur Verfügung, den Sie entweder zwangsweise nutzen müssen oder für andere Dienste – wie Telefonie – benötigen, und der in Sachen WLAN nicht das Optimum liefert (etwa kein 5-GHz-Band), gibt es Abhilfe. Sie können zum Beispiel den zweiten Router per Ethernet-Kabel mit dem ersten verbinden.

Vorher müssen Sie unter anderem auf einem der beiden Geräte den für die Vergabe von IP-Nummern zuständigen DHCP-Server ausschalten, da es davon nur einen in jedem Netzwerk geben darf. Dann müssen sie ihm eine feste IP-Nummer zuweisen, über die das Gerät dann nur noch zu erreichen ist und die es von dem anderen Router bezieht, der alle DHCP-Aufgaben übernimmt. Meist gibt es dafür eine Sammeleinstellung mit der Bezeichnung „Bridge“, „AP-Modus“ oder „kaskadierter Router“.

Stehen die Router direkt nebeneinander, sollten sie das WLAN auf dem in dieser Disziplin schlechteren Gerät ausschalten. Stehen sie entfernt voneinander, können beide weiter drahtlos funken (am besten auf automatisch gewählten oder unterschiedlichen Kanälen, siehe Tipp 13) und man spart sich eventuell sogar einen Repeater.

Auto-Kanalwahl, WLAN-Analyse mit iPhone, schnelles WLAN nachrüsten

13. Auto-Kanalwahl verwenden

Wenn der Durchsatz in Ihrem WLAN zu schlecht ist, könnte es daran liegen, dass sich zu viele Funkzellen auf denselben Kanälen gegenseitig im Weg stehen.

Um das festzustellen, kann man zum Beispiel im Web-Frontend einer Fritzbox oder mit den in Tipp 15 vorgestellten Tools nachsehen. Im 2,4-GHz-Band passen bei 40 MHz Kanalbreite zwei WLANs nebeneinander: Nummer 1 auf Kanal 1 bis 5 und Nummer 2 auf Kanal 9 bis 13 (siehe Grafik).

Mehr Platz gibt es im 5-GHz-Band, wo allerdings auch nach 802.11ac eine Kanalbreite von 80 MHz üblich ist. Davon passen drei neben das Wetterradar (36 bis 48, 52 bis 64, 100 bis 112). Funkt das bei Ihnen vor Ort nicht, passen sogar vier dieser WLANs nebeneinander (zusätzlich Kanal 116 bis 128).

Einige Router und einige Clients beherrschen allerdings die Frequenzen über dem Kanal 100 nicht. Dann bleiben nur zwei parallele Plätze. Geräte ohne DFS (siehe Tipp 8) bieten sogar nur einen. Versuchen Sie es am besten mit der automatischen Kanalwahl des Routers, denn der weicht konkurrierenden Funkzellen dynamisch aus.

Klappt das nicht, können Sie nach freien Kanälen suchen und diese manuell einstellen. Arbeiten Sie mit mehreren WLAN-Zugangspunkten wie Repeater, Powerline-Adapter und Zweit-Router, sollten Sie diese dann auch auf unterschiedliche Kanäle einstellen.

Im Web-Frontend der Fritzbox kann man sehen, welche Funknetze an einem Ort aktiv sind.

14. WLAN mit Apples AirPort-App analysieren

Seit iOS 11 dürfen Apps nicht mehr auf die WLAN-Hardware zugreifen. Netzwerk-Scanner können also keine Werte wie den Kanal oder die Signalstärke (RSSI) mehr anzeigen. Einzige Ausnahme ist Apples AirPort-App zur Verwaltung von AirPort-Geräten. Die Funktion „WLAN-Suche“ müssen Sie allerdings erst in den Einstellungen von iOS im Abschnitt „AirPort“ aktivieren. Sie finden die Funktion dann oben rechts in der App.

Apples AirPort-App für iOS zeigt unter anderem, wie viele Geräte auf den selben Kanälen funken.

Nach einem anschließenden Tipp auf „Scannen“ sehen Sie alle sichtbaren WLAN-Netze samt ihrer RSSI-Werte und Kanäle. Solange Sie das Scannen nicht stoppen, wird die Liste etwa alle fünf Sekunden aktualisiert. Wenn Sie ein Gerät auswählen, sehen Sie einen Verlauf der Messwerte.

Im gestopptem Zustand lässt sich unten rechts über das i-Symbol eine Kanalstatistik aufrufen. Hier sehen Sie, wie viele Geräte sich einen Kanal teilen. Weitere Infos oder gar Diagramme gibt es hier leider nicht.

15. Kanäle mit Tools untersuchen

Wenn Ihr Router keine Kanalübersicht beherrscht, können Sie auf zahlreiche Tools zurückgreifen. So zum Beispiel das Dienstprogramm „Diagnose für drahtlose Umgebung“ von macOS, das Sie via Spotlight oder über das per Alt+Klick aufgerufene Menü des WLAN-Symbols starten.

Ignorieren Sie dabei den Diagnose-Assistenten und öffnen über das Fenster-Menü „Scannen“ (Cmd+Alt+4). Das Fenster zeigt in der linken Spalte Statistiken zur aktuellen Lage im Netz an, darunter auch die nach Meinung von macOS besten Kanäle, auf denen am wenigsten los ist.

Diese Vorschläge sind aber nicht immer optimal, gerne tauchen hier Kanäle auf, die zu Überlappungen führen würden. Maximieren Sie das Fenster, um alle Spalten zu sehen, und sortieren Sie per Klick auf die Tabellenüberschift „RSSI“ nach der Signalstärke. Näher bei „0“ liegende Werte bedeuten ein stärkeres Signal.

Was auf den Kanälen so los ist, verrät das Dienstprogramm „Diagnose für drahtlose Umgebung“ von macOS oder deutlich aussagekräftiger die App „WiFi Explorer“.


Mit der Spektrum-Ansicht des WiFi Explorer (20 Euro oder Teil des Setapp-Abos für 10 Dollar/Monat) erkennen Sie auf einen Blick, auf welchen Kanälen besonders viel los ist und welche Kanäle sich überlappen. Die Höhe der Balken zeigt dabei die Signalstärke an, die Breite die Kanalbreite. Wie in Tipp 13 erwähnt, sollten Sie aber in der Regel die automatische Kanalauswahl des Routers nutzen.

16. Antennen- und Telefonkabel nutzen

Funktionieren WLAN-Repeater und Powerline-Adapter nicht gut genug, besteht auch die Möglichkeit, im Haus vorhandene Antennen- und Telefonkabel zu nutzen.

Dazu benötigt man aber andere Gerätschaften. Bei SAT-TV funktionierte es mit Adaptern der Firma Allnet (ALL-GHN102-Coax) auch parallel zur Fernsehübertragung, bei Kabel-TV kam es bei unseren Versuchen aber zu Problemen wegen Frequenzüberschneidungen.

Allnet bietet spezielle Adapter an, die das Netzwerk über vorhandene Koaxialkabel oder Telefondrähte erweitern.

Brachliegende Koaxialkabel kann man in jedem Fall benutzen. Oder führen noch zweiadrige Kupferdräte durch Ihre Wohnung, die Sie nicht mehr brauchen, weil Sie schnurlos telefonieren? Für diese Telefondrähte, die nicht gleichzeitig DSL übertragen dürfen, lässt sich die Allnet ALL-GHN101-2wire (ab 214,95 €) verwenden. Die gemessenen Netto-Transferraten überstiegen in beiden Fällen die von Powerline via Stromnetz. Leider liegen auch die Preise mit über 200 Euro für ein Paar über denen von Powerline.

17. Schnelles WLAN für alte Macs nachrüsten

Seit einigen Jahren stattet Apple alle seine Rechner mit WLAN aus. Etwa bis ins Jahr 2013 genügte die Ausrüstung aber nur dem 802.11n-Standard. Wer zu Hause ein 5-GHz-Netz mit 802.11ac besitzt, möchte vielleicht auch seine älteren Rechner mit hoher Geschwindigkeit einbinden. Dazu bedarf es eines USB-WLAN-Sticks oder -Adapters (Test in Mac & i Heft 4/2016, S. 74). Eine USB-2.0-Schnittstelle reicht aus, man muss allerdings einen Treiber installieren.

Der USB-AC56 von Asus verhilft auch älteren Macs zu schnellem WLAN.

Je mehr Antennen der Stick hat, desto höher ist die erzielbare Bruttorate. Maximal sind zur Zeit 1300 MBit/s möglich, etwa mit dem etwas klobigen D-Link DWA-192 (ab 61,90 €). Mit zwei Antennen ist der Stick Asus USB-AC56 (ab 44,49 €) zu empfehlen.

18. Unterschiedliche SSIDs nutzen

Hat man einen Simultan-Dualband-Router, kann der im 2,4- und im 5-GHz-Band funken.

Dabei hat man bei der Konfiguration der Basisstation meist die Wahl, beide Funkzellen unter einem gemeinsamen oder zwei getrennten Namen einzurichten – ein gemeinsames Netzwerk, in dem auch noch alle per Ethernet angeschlossenen Geräte dabei sind, entsteht so oder so. Bei getrennten Namen hat man den Vorteil, sich gezielt mit einem Band zu koppeln (5 GHz ist schneller, 2,4 GHz reicht weiter), muss aber zwei Mal sein WLAN-Passwort eingeben. Bei einem gemeinsamen Netz ist das mit einem Anlauf erledigt, man weiß aber bei dualbandfähigen Geräten nie, in welcher Funkzelle sie gerade angemeldet sind. Hier gewinnt oft das langsamere 2,4-GHz-Band die Oberhand, weil es stabiler funkt.

Gastzugang einrichten, WLAN-Passwort teilen, Datenvolumen sparen

19. Gastzugang bereitstellen

Falls Sie Besuchern Zugang zu Ihrem WLAN geben möchten, sollten Sie den WLAN-Gastzugang Ihres Routers aktivieren – sofern er diese Option anbietet.

Dieses trennt die Gäste logisch vom internen Netz. Sie gelangen darüber nur ins Internet und können nicht auf Freigaben oder Drucker zugreifen.

Aktivieren Sie auch für das Gast-WLAN die sichere WPA2-Verschlüsselung, vergeben Sie aber ein anderes Passwort als für das interne WLAN. Ändern Sie das Kennwort gelegentlich, denn es ist nicht auszuschließen, dass Gäste es in der Nachbarschaft herumreichen.

In der Regel reicht es, den Besuchern beim Gastzugang nur das Surfen und Abrufen von E-Mails zu erlauben.

Beugen Sie Ärger wegen Filesharing vor und lassen Sie für Gäste nur gängige Anwendungen wie Surfen und Mail zu. Schalten Sie das Gastnetz ab, wenn Sie es nicht benötigen.

20. WPS abschalten

Die Abkürzung WPS steht für „WiFi Protected Setup“.

Man drückt dabei am Router und am Client eine Taste, und die beiden verbinden sich, ohne dass man das WLAN-Passwort eingeben müsste. Dabei wird vorausgesetzt, dass Leute mit Zugang zum Router auch Zugang zum WLAN haben dürfen. Falls das bei Ihnen nicht der Fall sein sollte, schalten Sie WPS in der Router-Konfiguration ab oder halten Sie den Router unter Verschluss. Apple-Geräte unterstützen WPS ohnehin nicht.

21. Datenvolumen auf iPhone sparen

Wenn Sie sich mit dem iPhone in einem vom WLAN schlecht abgedeckten Teil Ihrer Wohnung aufhalten und die Daten nur noch tröpfchenweise eintreffen, schaltet iOS seit Version 9 automatisch die Übertragung auf das eventuell schnellere Mobilfunknetz um.

Ist die WLAN-Unterstützung in iOS aktiv, kann Sie das bei schwachem WLAN-Signal Mobil-Datenvolumen kosten.

Das Verhalten ist zwar praktisch, doch wer nur über wenig Datenvolumen verfügt oder sich schon öfter gewundert hat, warum es so schnell schwindet, sollte nur gezielt ins Mobilnetz gehen und die Funktion abschalten. Sie finden die Option „WLAN-Unterstützung“ am Ende der iPhone-Einstellungen unter „Mobiles Netz“ oder auf dem iPad unter „Mobile Daten“.

22. WLAN-Passwort mit anderen iPhones teilen

Wenn Sie Ihr WLAN mit weiteren Geräten testen möchten, zum Beispiel mit dem iPhone eines Freundes, müssen Sie diese natürlich erst einmal mit dem Router verbinden.

Falls Sie Macs und / oder iOS-Geräte mit dem jeweils neuesten Betriebssystem besitzen, können Sie sich das Eintippen oder Diktieren des Kennworts sparen. Möchten Sie Besucher ins WLAN lassen, empfiehlt sich aber eher das Gast-Netzwerk (siehe Tipp 19).

Öffnen Sie auf einem noch nicht verbundenen iOS-Gerät die WLAN-Einstellungen und tippen Sie auf den Namen Ihres WLANs. Halten Sie nun das Telefon in die Nähe eines bereits verbundenen Geräts, das bereits in das WLAN eingeloggt ist. Auf diesem sollte kurz darauf die Frage erscheinen, ob Sie das WLAN-Passwort teilen möchten. Bestätigen Sie dies mit Klick / Tipp auf „Teilen“. Bei einem Mac läuft es ähnlich ab: Verbinden Sie sich einfach mit dem unbekannten Netzwerk und halten Sie die Geräte aneinander, sobald die Passwortabfrage erscheint.

Nutzer mehrerer Apple-Geräte können sich Tipparbeit sparen und das WLAN-Passwort von einem Gerät zum anderen übertragen.

Das Verfahren funktioniert nur, wenn überall Bluetooth und Handoff aktiviert sind. Zudem muss auf jedem Gerät ein iCloud-Account eingerichtet sein und dieser in den Kontakten des anderen Geräts stehen. Stimmen die Voraussetzungen nicht, fehlt der entsprechende Hinweistext beim Eingabefeld für das Passwort.

23. iPhone und iPad via Kabel ins Internet bringen

Sollten Sie einmal weder WLAN-Empfang noch freies Datenvolumen haben, können Sie mit einem kleinen Trick dennoch unter iOS das Internet nutzen und zum Beispiel Updates laden oder WhatsApp nutzen. Vorausgesetzt, Sie haben einen Mac mit macOS 10.13 High Sierra, der Zugang zum Internet hat, und ein iOS-Gerät mit iOS 11.

Surfen im Flugmodus: Ein Mac stellt einem per Lightning angeschlossenen iOS-Gerät das Internet durch.

Schalten Sie unter macOS in der Systemeinstellung „Freigaben“ die Kategorie „Inhaltscaching“ ein und aktivieren Sie dort zusätzlich die Option „Internetverbindung teilen“.
Verbinden Sie nun Ihr iPhone, iPad oder Ihren iPod per Lightning-Kabel mit Ihrem Mac. Selbst im Flugmodus können Sie nun das Internet nutzen.

24. AirPlay-Probleme lösen

Spielt man Musik via AirPlay 1 auf mehreren Geräten gleichzeitig ab, kann es trotz perfekten Datendurchsatzes vorkommen, dass der Ton mit der Zeit auf den unterschiedlichen Lautsprechern zeitversetzt abgespielt wird.

Oft liegt die Ursache darin, dass man von Apple zertifizierte Geräte mit nicht zertifizierten AirPlay-Empfängern mischt (Kodi, AirServer oder viele Drittherstellergeräte). Diesen fehlt meistens die Laufzeitkompensation, mit der sich AirPlay-Geräte untereinander abstimmen.

Das Audio-Tool Airfoil verrät mit dem Wert bei „attempted recovery“, wie oft ein AirPlay-Empfänger schon aus dem Takt geraten ist.

Den Übeltäter identifizieren Sie, indem Sie Empfänger für Empfänger abschalten. Beruhigt sich die Wiedergabe nach einiger Zeit, haben Sie ihn gefunden. Solche Geräte sollten Sie nur einzeln ansprechen oder durch eine Alternative ersetzen. Das kostenpflichtige Tool Airfoil gibt Ihnen unter „Advanced Speaker Options“ außerdem mit steigenden Werten bei „attempted recovery“ Anhaltspunkte, welcher Empfänger eventuell unter Empfangsstörungen leidet.

25. Zickigen Router zurücksetzen

Im Handbuch der Router oder auf einem Aufkleber an ihrer Unterseite steht, wie ein Router zu erreichen ist. Oft ist das die IP-Adresse 192.168.1.1 oder es funktionieren Klarnamen wie „fritz.box“.

Tippen Sie die Zeichenfolge einfach in die URL-Zeile Ihres Browsers auf einem mit dem Netzwerk verbundenen Gerät ein. So gelangen Sie in die Konfigurationsoberfläche. Dort benötigen Sie noch ein Passwort, welches Sie an den gleichen Stellen finden können und welches Sie schleunigst ändern sollten.

Haben Sie das Router-Passwort vergessen, können Sie den Router auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Dazu haben die meisten Geräte einen Reset-Knopf oder versteckten Taster (zu erreichen mit einer aufgebogenen Büroklammer), die man einige Sekunden gedrückt halten muss. Bei AVMs Fritzboxen fehlt der Knopf. Hier bleibt in einem solchen Fall nur noch, ein Telefon mit Tonwahl-Fähigkeiten anzuschließen und darauf die Zeichenfolge #991*15901590* einzutippen.

Bei einem Reset gehen alle Einstellungen verloren. Manche Router gestatten allerdings das Speichern der Konfiguration auf dem Mac. So kann man schnell alle Einstellungen wiederherstellen. Vorsicht! Ist die gespeicherte Konfiguration zu alt und fand zwischendurch ein Firmware-Update des Routers statt, gelingt das Wiederherstellen möglicherweise nicht.

26. Mit der Time Capsule Time-Machine-Backups machen

Leider will Apple seine Basisstationen AirPort Extreme und Time Capsule nicht weiter entwickeln und hat die AirPort-Produktreihe inzwischen eingestellt. Beide lassen sich nämlich bequem über das AirPort-Dienstprogramm mit seiner übersichtlichen Oberfläche konfigurieren.

Apples Time Capsule enthält eine 3,5-Zoll-Festplatte, auf welcher man Time-Machine-Backups speichern kann.

Die Time Capsule enthält zusätzlich eine 3,5-Zoll-Festplatte, auf die man Backups von mehreren Macs per Time Machine speichern kann. Das läuft nicht sehr flott, spart aber eventuell ein NAS. Unverständlicherweise nimmt die Time Capsule keine Backups von iOS-Geräten entgegen. Diese kann man in iTunes auf dem Mac sichern und die Dateien gelangen auf diesem Wege auf die WLAN-Platte. Sie finden den Speicherort über die Einstellung „Geräte“ in iTunes. Klicken Sie dazu mit der sekundären Maustaste auf ein Backup und führen „Im Finder anzeigen“ aus.

Hintergrund: WLAN-Geschwindigkeit, Funkzellenwechsel, WPA2-Sicherheit

WLAN-Geschwindigkeit

Die erzielbare Bruttorate hängt davon ab, welchen gemeinsamen Mindeststandard Router und Client-Gerät erfüllen, in welchem WLAN-Band sie unterwegs sind und wie viel räumlich getrennte Streams gleichzeitig übertragen werden. Die Zahl dieser Mimo-Streams ist gleichzusetzen mit der Mindestzahl der vorhandenen WiFi-Antennen.

Beherrschen Router und Endgerät nur 802.11n, werden pro Stream höchstens 150 MBit/s übertragen. Schaffen beide 802.11ac, erhöht sich im 5-GHz-Band die Bruttorate auf 433 MBit/s je Antenne, während sie bei 2,4 GHz gleich bleibt.

Ab dem 6s verfügen alle iPhones zum Beispiel über 802.11ac mit 2 Antennen. Damit sind auf 2,4 GHz 300 MBit/s Bandbreite brutto möglich, auf 5 GHz 866 MBit/s. So schnell funken auch das aktuelle MacBook Pro ohne Touch Bar und die MacBook Airs. Die anderen neuen Macs, die Basisstationen Time Capsule und AirPort Extreme haben ebenfalls drei Antennen für maximal 450 und 1300 MBit/s.

Nicht an Brutto-Datenraten orientieren

Die Datenraten von Netzwerken, mit denen Hersteller werben, geben das theoretische Maximum bei der Übertragung an, das Anwendungen wegen des Übertragungsprotokolls aber niemals erreichen können. Alleine und in der Nähe sind netto bis zu zwei Drittel vom Bruttodurchsatz realistisch. WLAN mit 1300 MBit/s brutto ist deshalb meistens langsamer als Gigabit-Ethernet per Kabel, das brutto 1000 und netto 940 MBit/s schafft.

WLAN-Netto-Raten gemessen mit einer Fritz!Box 7490 und einem iMac 27" mit drei Antennen. Das Signal musste 20 Meter durch drei Wände überbrücken.

WLAN-Normen für schnellen Funkzellenwechsel

Die für WLAN-Normierung zuständige 802.11-Arbeitsgruppe hat einige Standards für Unternehmensnetzwerke festgelegt, die auch Mesh-Networks nutzen und die bereits von vielen iOS-Geräten beherrscht werden.

Bei 802.11k informieren sich die Access Point gegenseitig über die Funkzellen des gleichen Netzes und beschleunigen so das Roaming. Sobald die Signalstärke des benutzten Zugangspunktes abnimmt, sucht das iOS-Gerät anhand einer Liste nach einer besseren Funkzelle.

802.11r beschleunigt die Authentifizierung in einer neuen Funkzelle desselben Netzes, indem die erneute Authentifizierung abgekürzt wird. Der Client muss zum Beispiel keinen neuen Sitzungsschlüssel aushandeln, was einige Sekunden dauern könnte. Davon profitiert etwa Internettelefonie (VoIP).

Router mit der Erweiterung 802.11v halten nicht nur Informationen an den Client vor, wohin er wechseln soll, sondern leiten den Übergang zu einer anderen Funkzelle auch ein, wenn dort höhere Datenraten zu erwarten sind. Wie ein WLAN-System seine Clients auf die einzelnen Zugangspunkte verteilt, hängt aber von jedem Hersteller ab.

Alle iPhones ab dem 4s beherrschen 802.11k und 802.11r, mit den iPhones 5c und 5s kam 802.11v hinzu. Alle drei genannten Standards bieten iPad 3, iPad Pro, iPad Air, iPad mini 2 und iPod touch 6 sowie neuere Geräte aus diesen Baureihen.

Das erste iPad mini und der iPod touch 5 verstehen sich bereits mit 802.11k und 802.11r, aber noch nicht mit v. Näheres dazu verrät ein Support-Dokument von Apples Website (siehe Webcode).

Ist WPA2 nach KRACK noch sicher?

Im Oktober 2017 wurde die KRACK (Key Reinstallation AttaCK) getaufte Schwachstelle im bislang als sicher geltenden WLAN-Verschlüsselungsstandard WPA2 bekannt. Angreifer können darüber mittels einer Man-in-the-Middle-Attacke eigentlich geschützten Datenverkehr mitlesen. Betroffen sind prinzipiell alle Geräte mit WLAN-Chips.

Das klingt allerdings viel dramatischer als es tatsächlich ist. WPA2 gilt weiterhin als sicher, denn das Verschlüsselungsverfahren selbst wurde nicht geknackt. KRACK ist eine sehr spezielle Schwachstelle. Der Angreifer muss sich in unmittelbarer Nähe seines Opfers aufhalten und mit viel Aufwand gezielt in die Verbindung eingreifen. Massenhaftes Mithören des Datenverkehrs aus der Ferne ist damit nicht möglich. Das Risiko ist für normale Anwender also eher gering, da die Lücke aufgrund des hohen Aufwands eher für gezielte Angriffe und Industrie-Spionage interessant ist.

Demnach sollten Sie – wie auch sonst – stets alle verfügbaren Sicherheits-Updates installieren. Apple hat die Lücke in iOS 11 und macOS ab 10.11 El Capitan bereits mit einem Update geschlossen. Auch für Apples abgekündigte AirPort-Geräte wurde (spät) ein Update nachgeliefert.

Gleichwohl ist es weiterhin gute Praxis, darauf zu achten, dass alle sensiblen Daten verschlüsselt übertragen werden. In Safari erkennen Sie das am Schloss-Symbol vor der URL. Bei Cloud-Diensten, Online-Banking oder -Shopping ist die Übertragung via HTTPS mittlerweile die Regel. Denn das schützt Sie auch, wenn Sie unterwegs sind und ein öffentliches WLAN nutzen. Aber: Ignorieren Sie dort keinesfalls aufpoppende Zertifikat-Warnung und trennen Sie lieber sofort das öffentliche WLAN.

Übrigens: Das bereits vollständig geknackte Sicherheitsverfahren WEP sowie WPA-TKIP sind keine Alternative zu WPA2.

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