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Wolfgang Reszel und Johannes Schuster 62

Auto-Kanalwahl, WLAN-Analyse mit iPhone, schnelles WLAN nachrüsten

Wenn das heimische WLAN lahmt, lässt es sich oft mit Kniffen optimieren. Mac & i zeigt in 26 Tipps, wie iPhone- und Mac-Nutzer ihr WLAN optimal einrichten, um Geschwindigkeit und Verbindung zu optimieren.

13. Auto-Kanalwahl verwenden

Wenn der Durchsatz in Ihrem WLAN zu schlecht ist, könnte es daran liegen, dass sich zu viele Funkzellen auf denselben Kanälen gegenseitig im Weg stehen.

Um das festzustellen, kann man zum Beispiel im Web-Frontend einer Fritzbox oder mit den in Tipp 15 vorgestellten Tools nachsehen. Im 2,4-GHz-Band passen bei 40 MHz Kanalbreite zwei WLANs nebeneinander: Nummer 1 auf Kanal 1 bis 5 und Nummer 2 auf Kanal 9 bis 13 (siehe Grafik).

Mehr Platz gibt es im 5-GHz-Band, wo allerdings auch nach 802.11ac eine Kanalbreite von 80 MHz üblich ist. Davon passen drei neben das Wetterradar (36 bis 48, 52 bis 64, 100 bis 112). Funkt das bei Ihnen vor Ort nicht, passen sogar vier dieser WLANs nebeneinander (zusätzlich Kanal 116 bis 128).

Einige Router und einige Clients beherrschen allerdings die Frequenzen über dem Kanal 100 nicht. Dann bleiben nur zwei parallele Plätze. Geräte ohne DFS (siehe Tipp 8) bieten sogar nur einen. Versuchen Sie es am besten mit der automatischen Kanalwahl des Routers, denn der weicht konkurrierenden Funkzellen dynamisch aus.

Klappt das nicht, können Sie nach freien Kanälen suchen und diese manuell einstellen. Arbeiten Sie mit mehreren WLAN-Zugangspunkten wie Repeater, Powerline-Adapter und Zweit-Router, sollten Sie diese dann auch auf unterschiedliche Kanäle einstellen.

Im Web-Frontend der Fritzbox kann man sehen, welche Funknetze an einem Ort aktiv sind.

14. WLAN mit Apples AirPort-App analysieren

Seit iOS 11 dürfen Apps nicht mehr auf die WLAN-Hardware zugreifen. Netzwerk-Scanner können also keine Werte wie den Kanal oder die Signalstärke (RSSI) mehr anzeigen. Einzige Ausnahme ist Apples AirPort-App zur Verwaltung von AirPort-Geräten. Die Funktion „WLAN-Suche“ müssen Sie allerdings erst in den Einstellungen von iOS im Abschnitt „AirPort“ aktivieren. Sie finden die Funktion dann oben rechts in der App.

Apples AirPort-App für iOS zeigt unter anderem, wie viele Geräte auf den selben Kanälen funken.

Nach einem anschließenden Tipp auf „Scannen“ sehen Sie alle sichtbaren WLAN-Netze samt ihrer RSSI-Werte und Kanäle. Solange Sie das Scannen nicht stoppen, wird die Liste etwa alle fünf Sekunden aktualisiert. Wenn Sie ein Gerät auswählen, sehen Sie einen Verlauf der Messwerte.

Im gestopptem Zustand lässt sich unten rechts über das i-Symbol eine Kanalstatistik aufrufen. Hier sehen Sie, wie viele Geräte sich einen Kanal teilen. Weitere Infos oder gar Diagramme gibt es hier leider nicht.

15. Kanäle mit Tools untersuchen

Wenn Ihr Router keine Kanalübersicht beherrscht, können Sie auf zahlreiche Tools zurückgreifen. So zum Beispiel das Dienstprogramm „Diagnose für drahtlose Umgebung“ von macOS, das Sie via Spotlight oder über das per Alt+Klick aufgerufene Menü des WLAN-Symbols starten.

Ignorieren Sie dabei den Diagnose-Assistenten und öffnen über das Fenster-Menü „Scannen“ (Cmd+Alt+4). Das Fenster zeigt in der linken Spalte Statistiken zur aktuellen Lage im Netz an, darunter auch die nach Meinung von macOS besten Kanäle, auf denen am wenigsten los ist.

Diese Vorschläge sind aber nicht immer optimal, gerne tauchen hier Kanäle auf, die zu Überlappungen führen würden. Maximieren Sie das Fenster, um alle Spalten zu sehen, und sortieren Sie per Klick auf die Tabellenüberschift „RSSI“ nach der Signalstärke. Näher bei „0“ liegende Werte bedeuten ein stärkeres Signal.

Was auf den Kanälen so los ist, verrät das Dienstprogramm „Diagnose für drahtlose Umgebung“ von macOS oder deutlich aussagekräftiger die App „WiFi Explorer“.


Mit der Spektrum-Ansicht des WiFi Explorer (20 Euro oder Teil des Setapp-Abos für 10 Dollar/Monat) erkennen Sie auf einen Blick, auf welchen Kanälen besonders viel los ist und welche Kanäle sich überlappen. Die Höhe der Balken zeigt dabei die Signalstärke an, die Breite die Kanalbreite. Wie in Tipp 13 erwähnt, sollten Sie aber in der Regel die automatische Kanalauswahl des Routers nutzen.

16. Antennen- und Telefonkabel nutzen

Funktionieren WLAN-Repeater und Powerline-Adapter nicht gut genug, besteht auch die Möglichkeit, im Haus vorhandene Antennen- und Telefonkabel zu nutzen.

Dazu benötigt man aber andere Gerätschaften. Bei SAT-TV funktionierte es mit Adaptern der Firma Allnet (ALL-GHN102-Coax) auch parallel zur Fernsehübertragung, bei Kabel-TV kam es bei unseren Versuchen aber zu Problemen wegen Frequenzüberschneidungen.

Allnet bietet spezielle Adapter an, die das Netzwerk über vorhandene Koaxialkabel oder Telefondrähte erweitern.

Brachliegende Koaxialkabel kann man in jedem Fall benutzen. Oder führen noch zweiadrige Kupferdräte durch Ihre Wohnung, die Sie nicht mehr brauchen, weil Sie schnurlos telefonieren? Für diese Telefondrähte, die nicht gleichzeitig DSL übertragen dürfen, lässt sich die Allnet ALL-GHN101-2wire (ab 214,95 €) verwenden. Die gemessenen Netto-Transferraten überstiegen in beiden Fällen die von Powerline via Stromnetz. Leider liegen auch die Preise mit über 200 Euro für ein Paar über denen von Powerline.

17. Schnelles WLAN für alte Macs nachrüsten

Seit einigen Jahren stattet Apple alle seine Rechner mit WLAN aus. Etwa bis ins Jahr 2013 genügte die Ausrüstung aber nur dem 802.11n-Standard. Wer zu Hause ein 5-GHz-Netz mit 802.11ac besitzt, möchte vielleicht auch seine älteren Rechner mit hoher Geschwindigkeit einbinden. Dazu bedarf es eines USB-WLAN-Sticks oder -Adapters (Test in Mac & i Heft 4/2016, S. 74). Eine USB-2.0-Schnittstelle reicht aus, man muss allerdings einen Treiber installieren.

Der USB-AC56 von Asus verhilft auch älteren Macs zu schnellem WLAN.

Je mehr Antennen der Stick hat, desto höher ist die erzielbare Bruttorate. Maximal sind zur Zeit 1300 MBit/s möglich, etwa mit dem etwas klobigen D-Link DWA-192 (ab 61,90 €). Mit zwei Antennen ist der Stick Asus USB-AC56 (ab 44,49 €) zu empfehlen.

18. Unterschiedliche SSIDs nutzen

Hat man einen Simultan-Dualband-Router, kann der im 2,4- und im 5-GHz-Band funken.

Dabei hat man bei der Konfiguration der Basisstation meist die Wahl, beide Funkzellen unter einem gemeinsamen oder zwei getrennten Namen einzurichten – ein gemeinsames Netzwerk, in dem auch noch alle per Ethernet angeschlossenen Geräte dabei sind, entsteht so oder so. Bei getrennten Namen hat man den Vorteil, sich gezielt mit einem Band zu koppeln (5 GHz ist schneller, 2,4 GHz reicht weiter), muss aber zwei Mal sein WLAN-Passwort eingeben. Bei einem gemeinsamen Netz ist das mit einem Anlauf erledigt, man weiß aber bei dualbandfähigen Geräten nie, in welcher Funkzelle sie gerade angemeldet sind. Hier gewinnt oft das langsamere 2,4-GHz-Band die Oberhand, weil es stabiler funkt.

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