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Wolfgang Reszel und Johannes Schuster 62

Kauftipps für WLAN-Router, Reichweite und Durchsatz erhöhen, Mesh-Netzwerke

Wenn das heimische WLAN lahmt, lässt es sich oft mit Kniffen optimieren. Mac & i zeigt in 26 Tipps, wie iPhone- und Mac-Nutzer ihr WLAN optimal einrichten, um Geschwindigkeit und Verbindung zu optimieren.

8. Richtigen Router kaufen

Da sich alle WLAN-Geräte im Haushalt meist einen Drahtlos-Router teilen, sollte der möglichst schnell sein. Macs und iPhones beherrschen seit Jahren den Standard 802.11ac, den der Router auch schaffen sollte – am besten mit mindestens drei Antennen, denn Apple-Computer bringen meist auch drei mit. Vier Antennen helfen bei vielen zu versorgenden Clients.

Sollte der Verkäufer Ihnen ein teures Gerät mit Multi-User-MIMO anpreisen, können Sie das Geld sparen: Bei Apple spielt der Standard noch keine Rolle.

Es lohnt sich, einen Simultan-Dualband-Router (mit 802.11ac und am besten drei Streams) anzuschaffen. Er bedient beide Funkbänder gleichzeitig. So können aktuelle Macs mit maximal 1300 MBit/s im 5-GHz-Band unterwegs sein und selbst ältere Geräte wie ein iPhone 4s mit 802.11n und 2,4 GHz kommen noch ins Internet. Solche Router erleichtern auch den Einsatz von Crossband-Repeatern (siehe Tipp 10). Apples AirPort Extreme und die Time Capsule (siehe Tipp 26) gehören in diese Gruppe. Hohe Transferraten schaffte dort der RT-AC68U von Asus (ab 95,39 €), die meisten Komfortfunktionen bot die Fritzbox, etwa die Modelle Fritzbox 7580 und Fritzbox 7590 (ab 194,01 €).

Der Simultan-Dualband-Router Asus RT-AC68U lieferte im Test hohe Transferraten auf beiden Frequenzen.

Haben Sie andere Router in der Nachbarschaft, empfiehlt sich der Kauf eines Gerätes, das in allen Kanälen des 5-GHz-Bandes funken kann, damit man sich bei Überschneidungen aus dem Weg gehen kann. Zu erkennen sind diese oft an dem Feature DFS in den technischen Daten. Bei der Dynamic Frequency Selection weichen Router automatisch dem bei 5,6 GHz funkenden Wetterradar aus. Können Router das nicht, sind sie per Gesetz auf die Kanäle 36 bis 48 beschränkt. Bei den in 802.11ac üblichen Kanalbreiten von 80 MHz können sie nicht ausweichen.

Hatte Ihr bisheriger Router ein DSL-Modem integriert und war darüber auch angeschlossen, sollte Ihr künftiger ebenfalls eines haben. Oder Sie kaufen das ADSL/VDSL-Modem als separates Teil. Häufig findet man so etwas bei eBay, da viele Kunden die von Ihren Providern geschenkte Hardware nicht brauchen und weiterverkaufen.

9. Reichweite erhöhen durch zusätzliche Hardware

Kommt das WLAN trotz aller Tricks nicht in alle Ecken der Wohnung, gibt es drei naheliegende Ansätze, um dem Problem mit zusätzlicher Hardware beizukommen. Am besten ist es, man legt ein Ethernet-Kabel von seinem Router quer durch die Wohnung und stellt einen zweiten Router auf, den man als Access-Point konfiguriert (also ohne DHCP-Server). Meist heißt das Bridge-Modus oder bei AVM „kaskadierter Router“.

Kann man kein Kabel verlegen, bietet sich die Verbindung der beiden Router über zwei Powerline-Adapter an, die die LAN-Signale via Stromleitungen übertragen (Test in Mac & i Heft 2/2017, S. 104 und 106). Hierfür muss man mindestens 100 Euro einplanen. Im Test hat das Kit TL-PA9020 von TP-Link gut abgeschnitten. Einige Powerline-Adapter bringen einen WLAN-Access-Point schon mit, ein Teil davon funkt auch mit 5 GHz. Recht gut schnitt hier TP-Links TL-WPA8630P Kit (ab 111 €) ab, das rund 120 Euro kostet.

Für die Weiterleitung von normalem DSL reicht schon ein einfacher Repeater wie Netgears EX2700 für 22 Euro.

Leider wird die Datenrate durch die Übertragung via Stromleitung unter Umständen arg beschnitten. Das Verfahren funktioniert in der Regel aber auch noch gut bei größeren Entfernungen und durch massive Mauern hindurch. Die einfachste Lösung ist ein WLAN-Repeater, der die Signale vom Router empfängt und erneut sendet. Bei den günstigen Geräten geht dabei aber schon die Hälfte der Bandbreite verloren, da der Repeater abwechselnd auf dem gleichen Kanal empfangen und senden muss. Doch das ist immer noch besser als gar keine Verbindung und kann für anspruchslose Endgeräte sowie die Weitergabe von normalem DSL schon reichen.

Für geringe Ansprüche kommt zum Beispiel Netgears EX2700 (ab 64,90 €) zum Preis von ca. 20 Euro in Frage, der sogar einstellbare Antennen besitzt. Besser arbeiten Cross-Band-Repeater (siehe Tipp 10). Man kann auch mehrere Repeater aufstellen. Verwenden mindestens zwei den gleichen WLAN-Namen (SSID) wie der Router, handelt es sich bereits um ein Mesh-Netzwerk (siehe Tipp 11).

10. Mit Crossband-Repeatern den Durchsatz erhöhen

Geht es nur darum, einen ohnehin langsamen Internetanschluss (etwa DSL16) einige Meter in der Wohnung weiterzureichen, reicht eventuell auch ein ganz einfacher Repeater (siehe Tipp 9). Solche Geräte halbieren aber die Transferraten prinzipbedingt.

Crossband-Repeater können auf dem einen Band mit dem Router kommunizieren und auf dem anderen mit dem Client. So schaffen sie höhere Übertragungsraten respektive größere Reichweiten.
Sie sind aber auch erst ab über 50 Euro zu haben. Man muss sich außerdem für eine Frequenz entscheiden, unter der die Clients den Repeater erreichen können. Wenn alle Geräte dies zulassen, sollte man dafür 5 GHz vorsehen, denn 2,4 GHz nutzt man besser, um die Signale über die Distanz und durch Hindernisse zu leiten.

Gilt es auch ältere Clients zu versorgen, muss man 2,4 GHz für die letzten Meter nehmen und 5 GHz für die Zuleitung. Dann sollte man den Repeater eventuell etwas näher an den Router rücken.
Im Test in Mac & i Heft 3/2017 Seite 84 zeichnete sich der Fritz!WLAN Repeater 1160 für rund 45 Euro aus.

Braucht man noch eine Ethernet-Buchse am Repeater, bietet sich das 72 Euro teure Schwestermodell FRITZ!WLAN Repeater 1750E (ab 106,02 €) aus gleichem Hause an. Sehr gut schnitt auch der Asus RP-AC66 (ab 78,10 €) ab, der besonders lange externe Antennen besitzt.

11. Überall guten Empfang mit Mesh-Netzwerk erzielen

Wollen Sie für eine große Wohnung oder eine kleine Firma ein einheitliches WLAN einrichten, bei dem es nicht mit einem Router und einem Repeater getan ist, bieten sich sogenannte Mesh-WLAN-Systeme an. Dabei operieren mehrere Basisstationen unter dem gleichen WLAN-Namen (SSID), sodass die Clients nicht von einem Netzwerk in ein anderes wechseln müssen, wenn man mit ihnen umhergeht, sondern nur von einer Funkzelle in die nächste. Dieses Roaming genannte Wechseln der WLAN-Basis beherrschen iOS-Geräte bereits sehr gut (siehe Hintergrund am Ende des Artikels). Sie halten nicht zu lange an einem Knoten mit schlechtem Empfang fest, wenn ein besserer Sender schon bereitsteht.

Idealerweise werden Mesh-WLANs über einen eigenen Backbone mit Daten versorgt, der nicht auf ihrer Sendefrequenz für die Clients unterwegs ist.

Beispiele für solche ab 240 Euro erhältlichen Systeme sind das Orbi RBK43 von Netgear und das Deco M5 von TP-Link (ab 169,90 €), die im c’t-Test gut abgeschnitten haben. Falls Sie schon eine aktuelle Fritzbox besitzen, sind Repeater oder Powerline-Adapter aus gleichem Hause die beste Wahl – insbesondere der 1750E. Bei AVM sorgt ein Firmware-Update dafür, dass die Zusammenarbeit wie etwa das Roaming zwischen Router und Repeatern noch besser funktioniert und alle Geräte einfacher via Router-Webinterface konfiguriert werden können.

Mesh-Netzwerke wie hier Netgears Orbi bestehen aus mehreren Zugangspunkten unter demselben WLAN-Namen.

12. Router hinter Router hängen

Stellt Ihr Provider Ihnen einen Router zur Verfügung, den Sie entweder zwangsweise nutzen müssen oder für andere Dienste – wie Telefonie – benötigen, und der in Sachen WLAN nicht das Optimum liefert (etwa kein 5-GHz-Band), gibt es Abhilfe. Sie können zum Beispiel den zweiten Router per Ethernet-Kabel mit dem ersten verbinden.

Vorher müssen Sie unter anderem auf einem der beiden Geräte den für die Vergabe von IP-Nummern zuständigen DHCP-Server ausschalten, da es davon nur einen in jedem Netzwerk geben darf. Dann müssen sie ihm eine feste IP-Nummer zuweisen, über die das Gerät dann nur noch zu erreichen ist und die es von dem anderen Router bezieht, der alle DHCP-Aufgaben übernimmt. Meist gibt es dafür eine Sammeleinstellung mit der Bezeichnung „Bridge“, „AP-Modus“ oder „kaskadierter Router“.

Stehen die Router direkt nebeneinander, sollten sie das WLAN auf dem in dieser Disziplin schlechteren Gerät ausschalten. Stehen sie entfernt voneinander, können beide weiter drahtlos funken (am besten auf automatisch gewählten oder unterschiedlichen Kanälen, siehe Tipp 13) und man spart sich eventuell sogar einen Repeater.

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