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Johannes Schuster 94

Navigations-Apps fürs iPhone im Test

Nicht in jedem Auto findet sich ein leistungsfähiges Navigationsgerät mit aktuellem Kartenmaterial. Das iPhone kann hier bestens aushelfen: Sogar kostenlose Apps bringen den Fahrer gut von A nach B – auch offline. Mac & i hat die wichtigsten Navi-Apps getestet.

Artikel aus Mac & i Heft 6/2016, S. 110

Auf ein Navi möchten Autofahrer heutzutage nicht mehr verzichten: Es zeigt nicht nur den Weg, sondern kann über die wirkliche und die erlaubte Geschwindigkeit, Staus und Ausweichstrecken, die richtige Spur, Blitzer, Fahrzeiten und vieles mehr informieren. Doch viele fest eingebaute Geräte bringen nur veraltete und auf Kerneuropa oder Deutschland begrenzte Karten mit. Andere Autos wie etwa Leihwagen im Urlaub besitzen vielleicht überhaupt kein Navi. In jedem Fall kann das iPhone in die Bresche springen – und auch ohne Internetverbindung den Weg zeigen. Wir haben uns die besten zehn Navi-Apps zum Offline-Einsatz angeschaut, darunter auch einige erstaunlich leistungsfähige Gratis-Programme.

Karten herunterladen – Navi-App offline verwenden

Gefunden in

Mac & i Heft 6/2016

Wer mit Apps wie Apples „Karten“ unterwegs ist, braucht eine gute Online-Verbindung, über die Daten nachgeladen werden. Das kann ein knappes Tarifvolumen schnell auffressen oder im Ausland sehr teuer werden. Besser sind hier Offline-Apps, die das Kartenmaterial vorab via WLAN laden und speichern. Zum Beziehen von Stauinformationen sind die iPhone-Apps allerdings auf eine Internetverbindung angewiesen. Sie verbrauchen dafür aber nur wenig Datenvolumen.

Die Qualität der Stauwarnungen ist bei einigen Navi-Apps hervorragend, weil Standortdaten der Anwender (hoffentlich) anonymisiert in Echtzeit ausgewertet werden. Bleiben auf einer Straße plötzlich viele von ihnen, die sich vorher noch schnell bewegt haben, stehen oder werden langsam, bedeutet das Stau. Google macht das mit Android, Apple mit iOS; aber auch TomTom, Here (für Navigon) und etliche Apps sammeln Daten ihrer Nutzer. Diese profitieren dann aber auch davon.

Die Karten belegen auf dem iPhone schnell einige Gigabyte im meist knappen Speicher. Wer damit knausern muss, sollte sich immer nur die benötigten Daten für sein Reiseziel laden und nach dem Verlassen der Region wieder löschen. Das können allerdings nicht alle Apps.

Wie bei den meisten Apps lassen sich auch bei Sygic Länder einzeln laden – das spart Speicherplatz.

iPhone-Halterung und Stromzufuhr nötig

Das iPhone sollte im Navi-Einsatz mit einer stabilen Halterung im Sichtbereich des Fahrers befestigt sein. Während der Fahrt darf er keine Ziele eingeben oder Einstellungen vornehmen. Die Apps sollten deshalb keine Eingaben abfordern. Ob man das iPhone hochkant oder quer anbringt ist dabei Geschmackssache: Alle Apps bieten beide Modi.

Dank der leistungsfähigen Hardware des iPhones sind alle Apps bei der Turn-By-Turn-Anzeige schnell genug und älteren Navi-Geräten in Sachen Geschwindigkeit überlegen. Es empfiehlt sich aber, das iPhone aus einer USB-Buchse oder dem Zigaretten-Anzünder via Adapter permanent mit Strom zu versorgen, denn Navi-Apps und GPS fordern viel Leistung. Nach drei bis fünf Stunden ist der Akku sonst leer.

Bewegt man sich auf eine (stationäre) Blitzfalle zu, färbt sich die Scout-Oberfläche rot.

Welche Apps hier besonders gierig sind, zeigt unsere Tabelle in der Bewertung „Leistungsaufnahme“. Man sollte Navi-Apps immer beenden, wenn man das Auto mit seiner Steckdose verlässt, denn auch im Hintergrund ziehen sie oft Strom.

Apps warnen auch vor Blitzern

Viele Navi-Apps bieten auch eine Warnung vor Radarfallen – zumindest fest installierten. Und auch wenn solche Blitzerwarnungen im Radio durchgegeben werden, ist die Anwendung der Funktion nach neuester Rechtsprechung nicht erlaubt. Die Polizei kann Geldbußen bis 75 Euro erheben, wenn Blitzerwarner im Auto benutzt werden und sogar das iPhone beschlagnahmen. Der Besitz der App allein bleibt aber straffrei.

Apple Maps und CarPlay

Die am häufigsten vertretene Navi-App auf dem iPhone ist "Karten", weil Apple sie vorinstalliert. Hat man eine Internetverbindung und ein ausreichendes Datenvolumen, kann man mit ihr auch im Auto navigieren. Dazu benutzt man Siri, wählt auf dem Startbildschirm einen Kontakt aus oder gibt eine Adresse in der Form „Ort, Straße Hausnummer“ ein. Nach kurzer Zeit zeigt Karten dann eine oder mehrere Vorschläge samt Fahrzeit an, zwischen denen man durch Antippen den Favoriten ändern kann.

Mit Klick auf „Los“ startet nach einer weiteren Pause zum Datenladen die Navigation in 3D inklusive Sprachansagen. Diese sind zwar klar verständlich, aber die häufige Wiederholung kann auch nerven. Außerdem arbeitet Karten mit der Apple Watch zusammen und schickt Signale zum Abbiegen ans Handgelenk, wo die Uhr unterschiedlich klopft.

Angaben zur Geschwindigkeit fehlen in der Oberfläche, ebenso wie ein Spurassistent und Warnungen vor Tempoüberschreitungen und Blitzern. Die Qualität der Karten hat Apple mit Hochdruck verbessert. Die ausgewählten Routen waren jedenfalls von sehr guter Qualität.

Apple Maps Routen
Apple Maps schlägt gute Routen vor – muss aber immer online sein.

CarPlay, Apples iPhone-Integration in Autos, arbeitet mit keiner Navi-App außer Apple Maps zusammen. Mittlerweile bieten etliche Autohersteller ein preisgünstiges Infotainment-System ohne Navi an, das per CarPlay den Screen des iPhones im Amaturenbrett groß zeigt und Sprachsteuerung ermöglicht. Die Attraktivität dieser Lösung wird aber deutlich herabgesetzt, weil sie kostengünstige und leicht zu aktualisierende Apps ausschließt.

Garmin Navigon

Die vom US-Hersteller Garmin übernommene App „Navigon“ kostet in der Version für ganz Europa 80 Euro, beschränkt auf zehn zentrale Länder noch 60 Euro. iPhone-Kunden der Telekom können sich die funktionsbeschränkte „Select“-Version gratis herunterladen und durch Zuzahlung von 22 Euro auf den technischen Stand der Vollversion bringen – allerdings nur mit Karten für Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH) und Liechtenstein. Online-Verkehrsinformationen, die 3D-Panoramaansicht oder Blitzerwarner kosten als In-App-Kauf weitere 20, 10 und 9 Euro.

Navigon alternativ als Abo

Daneben bietet Garmin eine kostenlose Version mit Download-Möglichkeiten für Karten von Europa, Neuseeland, Australien und Nordamerika zum siebentägigen Test an. Danach kann man ein Abo abschließen, das zum Beispiel für Europa 5 Euro monatlich, 30 Euro jährlich oder ohne Zeitlimit
80 Euro kostet.

Als Besonderheit bietet Navigon auch die Anzeige von Überholverboten auf der Strecke.

Die voreingestellte Zielsuche funktioniert bei Navigon nur mit Favoriten, Kontaktdaten oder einer Online-Verbindung. Man kann auch die Adresssuche innerhalb der App offline verwenden, muss dabei aber die gesamten Angaben mit Komma getrennt hintereinander weg eintippen und wird nicht mit einer Trefferliste unterstützt.

Für die gefundene Route zeigt die App getrennt Baustellen, Staus und Gefahrenstellen in schwimmenden Paletten an. Tippt man auf das „i“, wird einem statt Informationen der Zukauf von „Traffic Live“ angeboten. Will man die ausgesuchte Route sehen, muss man ins Menü „Ganze Route anzeigen“ wechseln, bekommt dort aber nur eine sehr grobe Karte ohne Staus angezeigt.

Versteckte Routenvorschläge

Alternative Routenvorschläge bekommt der Anwender erst zu sehen, wenn er auf den anderen Menü-Punkt „MyRoutes anzeigen“ tippt. Zum Ändern berührt man nicht die Route auf der Karte, sondern wählt einen der unteren Textblöcke aus. Navigon wählte im Test nicht immer die beste aus. Immerhin lassen sich Zwischenstopps eingeben.

Während der Fahrt sieht man als Besonderheit auch Überholverbote. Tippt man auf Ankunftszeit, wechselt sie zur restlichen Fahrzeit. Außerdem zeigt ein kleines Fenster den Abstand zur nächsten Abbiegung, auf die man zudem rechtzeitig durch eine gesprochene Ansage hingewiesen wird. Hierbei erwähnt die Stimme auch den Straßennamen. In den Einstellungen kann man in Fünferschritten festlegen, bei welcher Geschwindigkeits-Überschreitung gewarnt wird. Voreingestellt sind 10 km/h innerorts und 20 km/h außerorts.

Andere Routen wählt man in der Navigon-App in einem Extra-Menü durch Tippen auf die Textblöcke unten aus.

Das kleine Symbol einer Radarfalle rechts unten irritiert anfangs, denn es dient nur der Meldung von Blitzern, nicht der Warnung vor ihnen. Man kann das aber in den Einstellungen abschalten. Ebenfalls irritieren die kleinen Infofelder mit Breiten- und Längengrad, die auftauchen, wenn man ein am Weg liegendes POI-Symbol berührt.

Spurassistent hilft beim Einordnen

Nähert man sich einer komplexeren Straßenlandschaft, erscheint ein weiteres Extra-Fenster mit einem kleinen Spurassistenten. Etwas dichter vor der Abzweigung wechselt dann die Darstellung zur vollflächigen und sehr übersichtlichen Spuranzeige mit nachempfundenen blauen Autobahnschildern am oberen Rand.

Praktisch: Durch Antippen des gelben Pfeilsymbols links unten kann man die letzte Sprachansage wiederholen lassen. Per Glympse lässt sich der Standort live an Dritte übermitteln – für einen bestimmten Zeitraum. Schön ist auch die Möglichkeit eine Straße als gesperrt zu markieren, damit man nicht immer wieder zu ihr zurückgeschickt wird. Steht man länger, beendet sich die GPS-Abfrage mit einem Hinweis automatisch, um Akkuenergie zu sparen. Nervig bei Navigon ist hingegen, dass die Meldung für ein Karten-Update die gesamte App blockiert, bis man es herunterlädt – auch, wenn man außerhalb des WLANs ist.

TomTom Go Mobile

Der zweite große Anbieter TomTom hat seine Apps im letzten Jahr generalüberholt und auf ein Abo-Modell umgestellt: Für 20 Euro im Jahr erhält man alle Karten weltweit inklusive dem viel gelobten Live-Verkehrsdienst, Tempo- und Blitzerwarnungen (Internetverbindung vorausgesetzt). Drei Jahre kosten 45 Euro. Man kann sie jeweils in der App einkaufen und dort auch die Karten laden. Nach dem Download sind die ersten 75 Kilometer zum Ausprobieren frei. Leider sind die Länder nicht immer einzeln wählbar, aber ganz Afrika benötigt zum Beispiel nur 823 MByte.

Beim Eingeben des Ziels tut sich die App online wie offline ein wenig schwer, weil sie neben den Städten gleichwertig Straßen in die Liste packt.

Die renovierte TomTom-App zeichnet sich durch Übersichtlichkeit aus.

So findet man die Orte oft nur anhand der Entfernungskilometer. Die Straßen auszusuchen geht dann schnell und fehlertolerant vonstatten. Anschließend wird die gesamte Route inklusive der auf dem Weg liegenden Behinderungen und zugehörigen Verzögerungen angezeigt. Es gibt keine alternativen Routen zur Auswahl, die errechneten Wege sind aber auch meistens die schnellsten.

Staus, Blitzer und Baustellen stets im Blick

Am rechten Rand informiert eine Leiste permanent über die Staus. Umfahrungen werden nur angeboten, sofern sie Zeit sparen. Die Darstellung wirkt auf den ersten Blick etwas spartanisch, aber sie ist nicht mit verwirrenden Details überlastet.

Die übersichtliche 3D-Darstellung wechselt nur an größeren Autobahnabfahrten zum noch übersichtlicheren Spurassistenten. Die Sprachansagen kamen knapp und rechtzeitig. Sie enthielten auch den Straßennamen. Auf Abweichungen vom vorgeschlagenen Weg reagierte die TomTom-App besonders schnell mit einer neuen Route. Neben der von „Yannick“ lassen sich noch die deutschen Stimmen von „Lisa“ und „Werner“ kostenlos herunterladen.

Der Spurassistent von TomTom hilft bei Abzweigungen, die richtige Fahrbahn zu finden.

Sygic

Das Kartenmaterial von Sygic stammt ebenfalls von TomTom, das gut erfassbare Programm-Interface zeigt sich aber etwas spartanischer. Dafür kostet die zeitlich unbegrenzte Europe-Edition mit 20 Euro auch nur so viel wie TomTom Go Mobile im Jahr. In der Version „Premium + Traffic“ werden für Europa 25 Euro fällig, weltweit 29 Euro. Die Online-Verkehrsmeldungen stammen auch von TomTom. Die Karten können einzeln geladen werden, für Afrika sind es zum Beispiel 55 Einzel-Downloads.

Beim Eingeben des Ziels helfen Trefferlisten für Orte und Straßen. Es wird immer nur alternativlos eine Route vorgeschlagen, die aber nicht immer die beste war. Von Baustellen auf der Strecke erfährt man nur durch unbequemes Einzoomen in die Karte. Fest installierte Blitzer und Verzögerungen finden sich ebenfalls klein in dieser Übersicht.

Warnung vor Geschwindigkeitsübertretungen

Parkplätze
Sygic verwendet viel Fläche für die Parkplatz-Anzeige während der Fahrt.

Nach dem Start der Fahrt zeigt die App zusätzlich zur zoombaren 3D-Darstellung als Besonderheit mögliche Parkplätze oder Tankstellen am Weg an. Bei mehrspurigen Straßen erscheint in einem kleinen Fenster ein Spur-Anzeiger. An größeren Abzweigungen wechselt die Anzeige auf einen vollflächigen Spurassistenten.

Wechselt man von der Landstraße auf die Autobahn, ändert sich die Hintergrundfarbe des Zielfeldes von Ocker zu Blau. Die informativen Sprachansagen kamen rechtzeitig. Fährt man mehr als 10 Stundenkilometer zu schnell, verfärbt sich der Hintergrund der Geschwindigkeitsanzeige von Grau zu Rot, es gibt aber keine akustische Warnung.

Im Test erwies sich die Sygic-App unter den kommerziellen Kandidaten als besonders stromhungrig und zog hochgerechnet in weniger als drei Stunden den Akku eines iPhone 6s leer. Das liegt unter anderem daran, dass die App die Perspektive nicht nur flüssig anpasst, sondern dabei zum Teil übersteuert und den Winkel sofort noch einmal zurückkorrigieren muss. Dadurch wirkt die Darstellung auch etwas nervös.

Dash-Cam macht Aufnahmen

Zum Funktionsumfang zählt eine „Dash-Cam“, bei der das Kamerabild von der App aufgezeichnet und am Ende in der Fotos-App gespeichert wird. Als In-App-Kauf lässt sich für acht Euro „Head-up Display“ erwerben, das spiegelverkehrte Anweisungen erzeugt, die via Windschutzscheibe im Blickfeld vom Fahrer auftauchen. Meistens bestehen sie nur aus einem Pfeil und einer Entfernungsangabe.

Alk CoPilot

Alk Technologies bietet seine App CoPilot in verwirrend vielen Versionen an. Für Europa kostet eine davon als „HD“ 20 Euro. Nimmt man das Bundle mit den USA, werden 21 Euro fällig. Der Bereich DACH ist für 9 Euro zu haben. Online-Verkehrsinformationen „ActiveTraffic“ schlagen als In-App-Purchase mit 10 Euro zu Buche, weitere Karten etwa für Afrika, für Brasilien, für Indien oder für den Nahen Osten jeweils mit vergleichsweise happigen 27 Euro. Wir haben mit CoPilot Europa HD und ActiveTraffic (zusammen 30 e) getestet.

Alks CoPilot zeigt die GPS-Geschwindigkeit erst an, wenn man zu schnell fährt.

Karten mit Wettermeldung zum Zielort

Die Karten stammen von Here (ehemals Navteq) und haben im Test keine Lücken offenbart. Bei der Zieleingabe hilft die App mit Trefferlisten für Orte und Straßen. Klickt man anschließend auf den Reiter „Karte“, bekommt man die gesamte Route inklusive eventueller Alternativen und einer Wettermeldung vom Zielort angezeigt.

Um zu wissen, welche Zeitangabe für welchen Weg gilt, muss man zum Teil kräftig zoomen. Klickt man auf die jeweilige Sprechblase, ändert sich die Route. Die Verkehrsbehinderungen werden in der Karte klein angedeutet und unten mit einem Zeitwert genannt.

An der rechten Seite wird der Fahrer grafisch über die Länge und Entfernung von Behinderungen informiert. Die per GPS ermittelte Geschwindigkeit bekommt man nur gezeigt, wenn man mehr als 10 km/h zu schnell fährt. Es erscheint ein roter Hinweis, außerdem ertönt eine Warnung.

Bei Bedarf blendet sich vollflächig ein Spurassistent ein. Bei den Sprachansagen hält sich der CoPilot manchmal vornehm zurück, manchmal bringt er sie viel zu früh und zu oft. In einem Fall war der CoPilot sehr von seiner Route überzeugt und forderte nach dem Verlassen des vorgeschlagenen Weges für eine kürzere Alternative bis kurz vor dem Ziel: „Bitte wenden!“.

Spurassistent plus Schildsymbole erhöhen beim CoPilot die Übersichtlichkeit.

Magic Earth Pro

Die App „Magic Earth Pro: Premium GPS Navigation“ ist zwar kostenlos, für die Karten zahlt man aber (DACH 20, Europa 30, Welt 45 Euro). Die von TomTom stammenden Verkehrsinformationen schlagen mit 10 oder 15 Euro für DACH respektive Europa noch einmal extra zu Buche – wir haben sie nicht mit getestet.

Immerhin kann man die App 30 Tage kostenlos ausprobieren: Für manchen Urlaub reicht das schon. Man muss sich zunächst die gewünschten Karten aus dem Magic Store herunterladen, teilweise für jede Region oder jedes Bundesland (etwa: Deutschland/Rhineland-Palatinate für Rheinland-Pfalz) einzeln.

Adresssuche nur mit Internetverbindung

Schnell oder kurz? Magic Earth Pro stellt mehrere (unübliche) Routen zur Auswahl.

Die Adresssuche funktioniert offline gar nicht; online ist sie nicht sehr komfortabel, da bei Bestätigung eines Orts-Treffers sofort die Route berechnet wird, anstatt nach der Straße und Hausnummer zu fragen. Diese muss man mit Komma getrennt hinter dem Ort eintippen. Sowohl die Hauptroute als auch die Alternativen funktionieren, sind aber nicht immer erste Wahl bei Ortskennern.

In der sehr spartanischen Turn-By-Turn-Navigation fehlt die tatsächliche GPS-Geschwindigkeit. Die Ankunftszeit erfährt man, wenn man auf die Restzeit tippt.

Der Fahrende erhält gelegentlich (aber nicht immer) schon vor dem Überschreiten des Tempolimits innerorts einen freundlichen Hinweis: „Bitte beachten Sie die Geschwindigkeitsbeschränkung!“ Statt eines vollflächigen Spurassistenten gibt es im oberen Bereich mehrere kleine Pfeile, von denen der richtige schwarz statt grau gefärbt ist. Als kleinen Luxus zeigt die App an Autobahn-Abzweigen blaue Schilder. Die Darstellung wirkt flüssig, aber sehr schemenhaft. Verzögerungen werden bei Verbindung zum Internet angesagt und angezeigt.

Statt eines Spurassistenten bekommt der Fahrer bei Magic Earth Pro nur kleine Pfeile zu sehen.

Telenav Scout

Die App Scout (ehemals Skobbler) ist umsonst und man kann sich nach der Installation Karten für ein Land gratis herunterladen. Die Lizenzen für weitere Staaten kosten (unter „Upgrades“) 3 Euro, für Kontinente 5 Euro (nicht Afrika) und für die gesamte Welt 11 Euro. Wenn keine Karten vorhanden sind, kann Scout auch online navigieren. Je nach Internetverbindung gelingt das mal mehr, mal weniger flüssig.

Die Gratis-Version bringt auch einfache Verkehrsmeldungen, warnt vor stationären Blitzern und hilft beim Umfahren von Staus. Echtzeit-Verkehrsinformationen von Inrix und Hinweise auf mobile Radarfallen von Blitzer.de erhält man zum Aufpreis von jeweils 11 Euro.

Bei der Zieleingabe hilft eine Autoergänzung. Als Ergebnis werden eine Hauptroute und bis zu zwei Alternativen präsentiert, die sich anfänglich in der Kartendarstellung kaum unterscheiden lassen, insbesondere im nur manuell anwählbaren Nachtmodus. Oben erfährt man die unterschiedlichen Fahrzeiten und kann die Alternative durch Tippen auf den Textblock auswählen.

Scout nutzt trotz des steilen 3D-Winkels die Bildschirmfläche nicht immer optimal.

OpenStreetMap-Karten

Telenav bezieht seine Karten von der Open-Street-Map-Community, die oft nicht mit den kommerziellen Anbietern mithalten können. So sind auch die Routen und Alternativen zum Stau nicht immer akurat, aber meistens. Im Navi-Modus werden die Zahlen und Buchstaben teilweise arg klein dargestellt und lassen sich somit während der Fahrt nicht oder nicht schnell genug erfassen. Einen Spurassistenten oder Weginformationen gibt es ebenso wenig wie eine Warnung bei zu schnellem Fahren.

Nicht so gelungen fanden wir die 3D-Darstellung aus der Vogelperspektive: Oft war der Blickwinkel zu steil und trotzdem die Route nach einer vorausliegenden Kurve nicht mehr auf dem Display – statt dessen viel Ödnis. Wenig hilfreich ist es auch, wenn das Symbol für die eigene Position die gleiche Farbe hat wie die Straße darunter (Blau). Dass die App nicht mit professioneller Aufmerksamkeit gepflegt wird, merkt man auch an vielen Stellen, wo in den Texten „Skobbler“ noch nicht durch „Scout“ ersetzt wurde.

Here We Go

Das ehemals mit Nokia-Handys angebotene Here wurde zur App, heißt nun „Here We Go“ und liegt nach einem Zwischenstopp bei Microsoft jetzt in den Händen der Autohersteller Audi, BMW und Mercedes.

Die Gratis-App bietet für sehr viele Länder der Welt kostenlose Offline-Karten an, die sich einzeln herunterladen lassen. Echtzeitinfos zur Verkehrslage und zu Störungen offeriert Here mit einer Online-Verbindung in mehr als 40 Ländern. Weiterhin werden Sehenswürdigkeiten und Tankstellen angezeigt. Außerdem gibt es Gebäudepläne für etliche Flughäfen und Einkaufszentren.

Adresseingabe mühsam

Die Warnschwelle für eine Überschreitung der Geschwindigkeit lässt sich bei Here WeGo fein justieren.

Die Adresse lässt sich nur mit Mühe eingeben, da man Treffer aus der Ortsliste nicht anwählen kann, ohne dass die Berechnung sofort startet, bevor man Straße und Hausnummer eintippen konnte. Errechnete und alternative Routen präsentiert Here zunächst in einer Übersichtskarte. Mit einem Tapp wechselt man die Wege.

Der untere Teil des Bildschirms zeigt die jeweilige Dauer und die Verzögerung. In der Karte sind die Behinderungen rot markiert. So kann man sich schnell über den besten Weg klarwerden, die Qualität der Routen und Stauvorhersagen gehörte zu den besten im Test.

Here We Go zeigt Verzögerungen auf der Strecke an – wenn das iPhone online ist.

Nach einem Tipp auf „Start“ wechselt Here in die 3D-Darstellung und zeigt ein sehr aufgeräumtes Fenster. Trifft man auf Behinderungen, wechselt die Farbe der Straße von Blau zu Gelb oder bei Stau zu Rot – sofern das iPhone online ist. Fährt man zu schnell, wird man sofort gewarnt. Der Alarm lässt sich aber tonlos stellen oder die Schwelle kilometergenau einstellen, getrennt nach den Tempobereichen bis 80 und über 80 km/h.

Einen Spurassistenten gibt es nicht, der Fahrer bekommt nicht einmal durch kleine Pfeile den Hinweis, welche Fahrspur die richtige ist. Dies lässt sich nur grob aus der 3D-Darstellung erschließen. Nach der Installation waren die Sprachansagen zunächst englisch, eine oder mehrere deutsche Stimmen kann man sich extra laden.

Navmii

Aus Navfree wurde Navmii – die getrennt für zahlreiche Länder erhältlichen Apps sind aber weiterhin kostenfrei, man wird nur mit gelegentlicher Werbung behelligt. Das Kartenmaterial kommt von Open Street Map.

Die Zieleingabe gerät etwas beschwerlich: Man bekommt bei der Eingabe zwar relativ schnell Treffer vorgeschlagen, aber wenn man einen Ort auswählt, berechnet Navmii sofort die Route dahin, ohne die Eingabe der Straße und Hausnummer abzuwarten. Das lässt sich mit etwas Mühe umgehen, indem man „Ort, Straße Hausnummer“ komplett eintippt. Der Treffer wird anschließend in einer 2D-Karte der unmittelbaren Gegend angezeigt. Tippt man auf das Auto-Symbol, erscheint eine Überblickskarte. Neben der schnellsten Route zeigt die App hier auch noch alternative Wege mit kleinen Sprechblasen für die zusätzlich veranschlagte Zeit. Die vorgeschlagenen Wege führten zwar auch zum Ziel, waren aber gelinde gesagt manchmal unkonventionell.

Autobahnschilder zeigen zwar anderen Text, sind aber wie bei Navfree auch blau.

Kein Spurassistent, aber Autobahnschilder

Während der Turn-by-Turn-Navigation gibt es zwar keinen Spurassistenten, Navmii zeigt aber in Blau symbolische Autobahnschilder mit der gewünschten Richtung. Mit „+“ und „-“ bestimmt man nicht allein den Zoomfaktor, sondern den Winkel für die 3D-Darstellung (wie bei TomTom). Insgesamt gerät die Führung auf Autobahnen recht hölzern. Hinzu kommen noch kleine Schriften und Symbole, die beim Fahren schwer zu erkennen sind.

Mit einer Online-Verbindung unterrichtet die App den Fahrer auch über Verkehrshindernisse. Die Straßenfarbe wechselt für betroffene Abschnitte von Lila zu Braun. Im Test benötigte Navmii beim Verlassen der Route recht lange, um einen neuen Weg zu berechnen und anzuzeigen. Die Sprachanweisungen waren oft abgehackt und kamen viel zu selten, teilweise zu spät. Eine Warnung bei Geschwindigkeits-Überschreitung fehlt.

GPS Navigation Be-On-Road

Völlig kostenlos lässt sich auch GPS Navigation Be-On-Road von Aponia benutzen. Die App besitzt ebenfalls die wichtigsten Merkmale einer Offline-Navigation und hat viele Fans, aber auch viele schlechte Bewertungen mit Klagen über Fehler.

Über die Einstellungen/Herunterladen/Karten kommt man an zusätzliche Länder. Ein Ziel kann man bequem über Treffer für Ort, dann die Straße und schließlich die Hausnummer eingeben. Allerdings verwendet Be-On-Road eine eigene Tastatur ohne Umlaute, bei der die Buchstaben gesperrt sind, für die es keine Treffer gibt. Tippt man anschließend auf „Karte“, wird das unmittelbare Umfeld des Zielortes gezeigt. Die Darstellung ist sehr grob und schematisch. Eine Übersicht oder alternative Routenvorschläge gibt es nicht.

Zu viele Straßen können verwirren. Deshalb zeigt sie Be-On-Road gar nicht erst an.

Den Flughafen in Hamburg kannte sie nicht, man konnte in Griechenland als Ort weder Thessaloniki noch Saloniki eingeben. Gelegentlich wollte die App nicht anfangen zu navigieren. Die Qualität der Routen lässt sich schlecht beurteilen, da man keine Übersicht gezeigt bekommt.

In dem Navigationsfenster finden sich ein blauer Pfeil für die eigene Position, dicke lila Linien für die Route, kleine Straßennamen und eventuell Hausnummern, manchmal auch blaue Autobahnschilder. Wegen der kleinen Schrift kann man als Fahrer viele Informationen erst erfassen, wenn man länger hinschaut oder sich zum iPhone beugt – was bei einem Navi nicht sein sollte.

Probleme bei Sprachbefehlen

Die Sprachkommandos funktionierten erst nachdem wir eine zweite Stimme heruntergeladen hatten (Doris und Sarah). Sie kamen oft zu spät oder gar nicht. Staus zeigte die App nicht, fest installierte Blitzer als kleines Symbol. Bei Geschwindigkeitsübertretungen wechselte sehr dezent die Schriftfarbe des kleinen Buttons für die Maximalgeschwindigkeit von Schwarz zu Rot. Das iPhone 6s wurde beim Navigieren sehr warm und der Akku leerte sich noch schneller als bei den anderen Kandidaten (siehe Tabelle).

Google Maps

Die Maps von Google sind nicht nur für Fußgänger und im öffentlichen Nahverkehr Gold wert, sie eignen sich auch zur Navigation mit dem Auto. Von Haus aus geschieht das online, seit einiger Zeit kann man aber auch mit der iOS-Version der App Karten herunterladen und auf dem iPhone speichern, wenn man sich mit seinen Google-Kontodaten einloggt. Dann scrollt man zum Mittelpunkt des Reisegebiets, tippt auf die drei Balken oben links für das Menü, wählt „Offlinekarten“ und dann „Benutzerdef. Karte“.

Will man mit Google Maps offline navigieren, muss man sich vorher die Karten herunterladen.

Nun wird ein hochkant stehendes Rechteck angezeigt und man kann den Ausschnitt durch Zoomen und Schieben verändern. Jede Karte darf nicht größer sein als 1500 MByte. Nach dem Download vergibt man einen Namen und die Liste der Offlinekarten ist um einen Punkt länger. Diese halten sich nur für 30 Tage und müssen manuell aktualisiert werden, um wieder die volle Haltbarkeit zu erlangen. Die von Google versprochene automatische Aktualisierung, sobald sich das iPhone im WLAN befindet, funktioniert bisher nicht richtig. Was seitens Google auch nicht funktioniert, ist das Maximum von 1500 MByte auszuschöpfen, denn unsere Karten waren auch bei maximalem Zoom nie größer als 400 MByte.

Offline-Suche nach Adressen

Gut klappt hingegen die Offline-Suche nach Adressen innerhalb der heruntergeladenen Karten. Man fahndet zunächst nach dem Ort, wobei Google durch Autovervollständigen hilft. Tappt man auf den Treffer, zeigt Google ihn zwar sofort auch in der Karte an, man kann aber einfach wieder in die Adresszeile hinter den Ortsnamen klicken und mit Komma getrennt den Straßennamen eingeben sowie dies analog mit der Hausnummer tun, nur ohne Komma.

Die Alternativ-Routen von Google Maps sind nicht immer sinnvoll.

Klickt man dann auf das Auto-Symbol, wird eine Überblickskarte mit der Route und benötigter Zeit gezeigt. Ist dabei das iPhone wieder online, kommen auch Alternativen zur Ansicht und die aktuelle Verkehrslage wird berücksichtigt. Die Routen sind von unterschiedlicher Qualität – einmal hat Google Maps nicht um die tagelange Vollsperrung einer Autobahnauffahrt gewusst, einmal einen viel benutzten Schleichweg auch dann noch ignoriert, als wir schon hunderte Meter darauf fuhren. Die Neuberechnung der Route dauert manchmal (besonders bei schlechter Mobilfunkverbindung) sehr lange, manchmal ging das blitzschnell.

Die Sprachansagen während der Fahrt sind gut zu verstehen, kommen aber zum Teil sehr früh, wie innerorts „abbiegen in 400 Meter“. Die App informiert über Verzögerungen auf der Strecke und blendet Alternativrouten samt Zeitaufwand ein, kennt aber keine Blitzer. Ein Spurassistent fehlt ebenso wie sämtliche Tempo-Anzeigen. In anderen Ländern wie den USA hilft Google Maps bereits bei der Wahl der richtigen Spur.

Die Stauwarnung gehört zu den besten im Test, weil Google laufend auf die Standortdaten von Millionen Android-Handys zugreifen kann. Die Vorteile von Google Maps liegen außerdem in der hohen Aktualität der Adressen. Die App eignet sich zum Beispiel hervorragend, um Hotels oder Campingplätze in der Dunkelheit zu finden und ist immer einen Blick wert.

Fazit und Vergleichstabelle

Die beste und modernste iOS-App für die Auto-Navigation kommt von TomTom. 20 Euro jährlich erscheinen zwar zunächst teuer, aber man bekommt weltweite Karten und tolle Verkehrsinformationen. Hat man die erste Blitzfalle umschifft, ist der Preis schon wieder drin.

Garmins Navigon ist etwas teurer und nun auch im Abo zu beziehen. Traffic-Infos muss man noch hinzukaufen und die Benutzerführung der mächtigen App ist nicht immer intuitiv. Wer sich einfuchst, bekommt aber eine Menge.

Eine preisgünstige Alternative dazu ist Sygic, zumal Verkehrsinformationen und Karten ebenfalls von TomTom stammen. Alks CoPilot und Magic Earth Pro sind ähnlich teuer und ebenfalls brauchbar. Letzteres kann man 30 Tage ausprobieren und eignet sich deshalb für einen Urlaub, nervt aber bei der Adresssuche und dem kleinteiligen Herunterladen der Karten.

Kostenlose Navi-Apps

Scout ist für ein Land kostenlos und somit entweder für einen Urlaub oder den Dauereinsatz in der Heimat in Ordnung. Besonders gut unter den kostenlosen Apps hat uns Here We Go gefallen, da es gute Routen und Infos bereitstellt. Navfree gibt es auch für exotische Länder, die Apps kämpfen aber noch mit Kinderkrankheiten. Google Maps ist stark auf den letzten Metern, das Herunterladen und Frischhalten der Karten allerdings aufwendig. Leider fehlt allen Gratis-Apps der Spurassistent. Aber es ist immer besser, eine oder mehrere Navi-Apps zu haben als keine.

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