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Johannes Schuster 86

Hintergrund: Langsamer Speicher bei günstigen iPhone-Modellen

iPhone 7 in der Hand

Bild: dpa, Monica Davey

iPhone-Modelle mit der kleinsten Speicherausstattung zeigen eklatante Performance-Schwächen beim Zugriff auf den Flash-Speicher. Das betrifft besonders das iPhone 7 und 6s. Wir haben untersucht, woran das liegen könnte.

Seit einigen Tagen kursiert die Nachricht, dass das iPhone 7 mit 32 Gigabyte und das iPhone 7 Plus mit 32 Gigabyte deutlich langsameren Flash-Zugriff aufweisen als die teureren Modelle mit 128 und 256 GByte. Für unseren ersten Online-Test von iPhone 7 und 7 Plus und unseren ausführlichen Testbericht in Mac & i Heft 5/2016 standen uns noch keine Versionen der neuen iPhones mit wenig Speicher zur Verfügung, weshalb wir sie seinerzeit noch nicht testen konnten. Dies haben wir nun nachgeholt und auch gleich untersucht, ob das Problem bei früheren Generationen auftritt.

Das Ergebnis vorweg: Es stimmt – das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus in der Ausführung mit weniger Festspeicher sind beim Zugriff auf die Flash-Bausteine erheblich langsamer als die Modelle mit mehr Festspeicher. Im Test mit dem kostenlosen Benchmark-Programm PassMark ergab sich auf dem iPhone 7 mit 32 Gigabyte ein Wert von 303 MByte/s beim Lesen von Daten aus dem Fest- in den Hauptspeicher. Das gleiche Modell mit 128 GByte Flash schaffte 904 MByte/s: es war also um den Faktor drei schneller. Beim Schreiben ist der Unterschied noch deutlicher: das iPhone 7 mit 32 GByte schaffte 41,7 MByte/s, das mit 128 GByte hingegen 307 MByte/s: Faktor 7.

Das iPhone 7 Plus mit 32 GByte war beim Schreiben genau so langsam (43,3 MByte/s), beim Lesen aber mit 727 MByte/s mehr als doppelt so schnell wie das 7er ohne Plus (siehe Tabelle am Ende des Artikels).

Zum Vergleich haben wir uns auch noch einmal die Vorgänger-Versionen vorgenommen: Zwischen dem iPhone 6s mit 16 und 128 GByte ermittelten wir bei Schreibzugriffen ebenfalls einen krassen Unterschied von 40,1 zu 319 MByte/s. Die Topausstattung ist also beim Sichern von Daten acht mal so schnell wie die günstige Ausführung.

Kurioserweise war das iPhone 6s mit 16 GByte beim Lesen mit 542 MByte/s sogar schneller als die Variante mit 128 GByte, die es auf 359 MByte/s brachte. Bei den beiden iPhone-6-Modellen mit 16 und 64 GByte Flash fiel der Unterschied mit 153 zu 180 MByte/s lesend und 34,2 zu 61,7 MByte/s schreibend deutlich geringer aus.

Positiv zu vermerken sind die enormen Performance-Verbesserungen innerhalb von zwei Generationen – jedenfalls bei den mit mehr Speicher bestückten Varianten: von 180 MByte/s (iPhone 6, 64 GByte) über 359 MByte/s (iPhone 6s, 128 GByte) zu 904 MByte (iPhone 7, 128 GByte) bedeutet jedes Jahre eine Verdoppelung der Lesegeschwindigkeiten oder mehr.

Die kostenlose App PassMark misst den Speicherdurchsatz. Beim iPhone 7 Plus mit 32 Gigabite kamen nur 43,3 MByte/s beim Schreiben zustande.

Um die Aussagekraft der synthetischen Benchmarks mit Messwerten aus der Praxis zu vergleichen, haben wir auf einigen in der Redaktion verfügbaren Modellen einen weiteren Test durchgeführt: Dabei mussten die iPhones jeweils ein 4K-Video von 5 Minuten Länge mit einer Größe von 1,73 GByte duplizieren, also in einem Vorgang lesen und als Kopie schreiben. Das kleinste iPhone 6 (16 GByte) war hier rund 40 Prozent langsamer als das iPhone 6 mit 64 GByte. Das iPhone 6s mit 16 GByte benötigte über 300 Prozent mehr Zeit als das iPhone 6s mit 128 GByte. Beim iPhone 7 Plus betrug der Unterschied zwischen den Modellen mit 32 und 128 GByte fast 400 Prozent – jedenfalls bei unseren Testgeräten.

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