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Leo Becker 158

Apples 2016 – ein Jahr voller Tumulte

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Es war ein schwieriges Jahr für den iPhone-Hersteller: Neben dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einer Dekade musste der Konzern mit Software-Problemen und heftiger Kritik an Produktentscheidungen kämpfen – zuletzt beim neuen MacBook Pro. Das zurückliegende Jahr verrät auch manches über Apples Zukunftspläne.

2016 begann mit einem Rekord: Allein am 1. Januar verzeichnete Apple einen App-Store-Umsatz in Höhe von 144 Millionen Dollar. Über Weihnachten und Neujahr gaben Nutzer innerhalb von zwei Wochen mehr als 1,1 Milliarden Dollar für Apps und In-App-Käufe aus, teilte das Unternehmen mit – ein Rekord, der möglicherweise gerade gebrochen wird.

Im Januar zeichnete sich bereits klar ab, dass das iPhone 7 den Kopfhöreranschluss in Form der Klinkenbuchse einspart, auch die jetzt gerade in den Handel gekommenen AirPods wurden als heißes Gerücht gehandelt. Ein Patentantrag gab weitere Hinweise auf Apples Arbeit an einem Dual-Kamera-System für das iPhone, das mehrere Monate später schließlich im iPhone 7 Plus auftauchte.

Andeutungen für die fernere Zukunft blieben ebenfalls nicht aus: Die Übernahme einer auf die Erkennung von Emotionen spezialisierten Firma wurde bekannt, ebenso wie Apples Domain-Einkäufe rund um Autos – etwa apple.car.

Der noch junge Streaming-Dienst Apple Music verzeichnete außerdem 10 Millionen Abonnenten – im weiteren Verlauf des Jahres hat sich die Zahl schon verdoppelt.

Apple Music auf dem iPhone. (Bild: Apple)

Der Rest des Januars fiel wenig erfreulich für Apple und Apple-Nutzer aus: Das Update auf iOS 9 konnte das iPad 2 lahmlegen und bei der Akkuanzeige von iPhone 6s und iPhone 6s Plus musste der Hersteller einen Software-Fehler einräumen, der mit einem iOS-Update beseitigt wurde.

Im US-Wahlkampf forderte der inzwischen designierte US-Präsident Donald Trump Apple mit deutlichen Worten dazu auf, die Produktion in die USA zu verlagern – ein Thema, das Apple die nächsten Jahre über weiter begleiten dürfte.

Zum Monatsende musste Apple schließlich unzählige Netzteilstecker zurückrufen, da die Stifte abbrechen können. Die Tauschaktion läuft weiterhin. Nutzer, die diese hauptsächlich bei Macs und iPads beiliegenden Stecker noch nicht ausgetauscht haben, sollten dies nachholen.

Der Februar brachte gleich die nächsten Austauschprogramme: Eins für den Mac Pro zur Beseitigung von Grafikproblemen sowie ein weiteres für die USB-C-Kabel, die Apple dem 12-Zoll-MacBook anfangs beipackte – dort könne es zu Wackelkontakten kommen. Betroffene Nutzer haben weiterhin die Möglichkeit, diese Programme in Anspruch zu nehmen.

Beim Mac Pro kann die Grafikkarte ausfallen. (Bild: Apple)

Ein abgelaufenes Sicherheitszertifikat sorgte erneut für Probleme bei manchen im Mac App Store bezogenen Programmen. Apple bekamt dies erst nach mehrfachem Nachbessern und einem System-Update in den Griff bekam – frustrierend für Käufer und Entwickler zugleich.

Mitte des Monats begann dann der große Streit zwischen Apple und der US-Bundespolizei FBI über die Entsperrung des iPhones eines der Attentäter von San Bernardino. Apple weigerte sich, einer Anordnung zur Beihilfe beim Entsperren nachzukommen – und dafür die Schutzmaßnahmen rund um die iOS-Code-Sperre zu schwächen. Der künftige US-Präsident Donald Trump bezog dabei erneut Stellung gegen Apple und rief sogar zu einem Boykott auf. Das iPhone müsse unbedingt “geöffnet” werden.

Der Fehler 53 nervte Besitzer von iPhones mit getauschtem Touch-ID-Sensor. (Bild: Apple)

Zugleich gab es große Aufregung um den “Fehler 53”: Nach der Reparatur des Touch-ID-Sensors durch unautorisierte Werkstätten legte iTunes das iPhone beim nächsten Update kurzerhand komplett lahm. Apple stellte noch im Februar mit einem System-Update für iOS sicher, dass dies nicht mehr passiert. Eine von Nutzern deswegen angestrengte Sammelklage wurde später abgewiesen.

Dass Kälte ein iPhone zum plötzlichen Abschalten bringen kann, mussten viele Nutzer schon im letzten Winter erfahren. Erst vor kurzem räumte Apple einen Produktionsfehler beim Akku ein und startete ein Austauschprogramm – das nur für bestimmte iPhone-6s-Modelle gilt. Das Problem tritt allerdings auch bei iPhone 6s Plus, iPhone 6 und iPhone 6 Plus auf, derzeit sammelt Apple zusätzliche Diagnosedaten mit iOS 10.2, das Problem ist noch nicht ausgestanden.

Anfang März erklärte der Oculus-Gründer, warum sich die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift nicht am Mac verwenden lässt: Da Apple sich nicht um High-End-GPUs sorge, erfüllt der Mac nicht die empfohlenen Spezifikationen. Eine Mac-Unterstützung wurde bislang nicht angekündigt.

Oculus Rift
Nicht Mac-tauglich: Die Oculus Rift. (Bild: dpa, Oculus VR)

Wenige Tage später folgte der erste ernstzunehmende Ransomware-Angriff auf Mac-Nutzer: Die Malware KeRanger hatte sich in den populären BitTorrent-Client Transmission eingeschlichen und wurde so zumindest rund 6500 Mal heruntergeladen. Bislang blieb der Erpressungstrojaner glücklicherweise ein Einzelfall, auch Mac-Nutzer können (und sollten) sich aber mit einfachen Mitteln gegen Malware schützen.

In der zweiten Monatshälfte folgte Apples gängiges Frühjahrs-Event: Vorgestellt wurde in diesem Jahr das iPhone SE, eine Mischung aus Komponenten von iPhone 5s, iPhone 6 und iPhone 6s – im kompakten 4-Zoll-Format. (Siehe auch unser Pro & Contra zum iPhone SE.) Zum großen 12,9-Zoll-iPad-Pro gesellte sich außerdem eine kleinere Pro-Variante mit 9,7-Zoll-Bildschirm und “True-Tone-Display”, das die Farbtemperatur an das Umgebungslicht anpasst – dies gibt es bislang in keinem anderen Apple-Gerät. Die Apple SIM verbaut der Hersteller in diesem Modell erstmals fest, ein von außen zugänglicher SIM-Kartensteckplatz ist aber noch vorhanden.

Mit iOS 9.3 erweiterte Apple iOS 9 unter anderem und einen Nachtmodus. Seitdem ist die neue Zwei-Faktor-Authentifizierung auch allgemein verfügbar – und sollte zum Schutz der Apple-ID unbedingt aktiviert werden. Das Update auf iOS 9.3 zog allerdings eine ganze Reihe an Problemen für bestimmte Geräte nach – erneut besonders das iPad 2 –, so dass Apple das Update für diese Modelle zwischenzeitlich zurückzog und einige Tage später neu veröffentlichte.

Zu einem großen Showdown zwischen Apple und dem FBI kam es Ende März schließlich nicht: Die Strafverfolger knackten das iPhone 5c mit Hilfe ungenannter Dritter. Verschlüsselte iPhones und Messenger sind Ermittlern weiter ein Dorn im Auge.

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