Logo von iX

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Axel Kannenberg 196

Mozilla kritisiert Microsofts Browserpolitik für ARM-Geräte

Die Macher des Open-Source Browsers Firefox äußern scharfe Kritik an Microsoft: Die Redmonder wollen offenbar keinen gleichwertigen Browser zum Internet Explorer im Windows 8 für ARM-Geräte zulassen.

Problem ist die Windows-8-Version Windows RT, die für alle mit ARM-Prozessoren betriebenen Mobilgeräte und Tablets gedacht ist. Diese bietet zwei Umgebungen, eine Windows-Classic-Variante und das gekachelte Metro-Umfeld für Apps. Mozillas Chefanwalt Harvey Anderson monierte in einem Blogbeitrag, dass die Classic-Umgebung von vornherein nur den Internet-Explorer als Browser erlaube. Microsoft verweigere den Nutzern damit Wahlmöglichkeiten und verhindere so Wettbewerb und Innovation. Er sprach dabei von einem Rückfall ins digitale "dunkle Mittelalter“ und verwies auf die von Microsoft selbst formulierten Prinzipien, darunter auch Wahlfreiheit für die Nutzer.

Mozilla-Sprecher Asa Dotzler führte die Kritik weiter aus: Microsoft benachteilige andere Browser auch im Metro-Modus. Anders als in x86-Umgebungen normaler PCs bekämen andere Browser bei Windows für ARM nicht den gleichen Zugang zu den APIs (Programmierschnittstellen). Damit wäre es praktisch unmöglich, ein konkurrenzfähiges Browser-Produkt zu entwickeln.

Gegenüber Cnet teilte Anderson mit, dass Mozilla derzeit noch keine rechtlichen Schritten plane. Der Gang vor Gericht sei eher das letzte Mittel, bislang wolle man noch warten, ob Microsoft bei einem späteren Release nicht doch noch Browser von anderen Anbieter gleichstellen würde.

Mit der Microsoft-Schelte steht Mozilla nicht allein: Laut einem weiteren Bericht von Cnet hat Google inzwischen der Kritik zugestimmt. "Wir teilen die von Mozilla geäußerten Besorgnisse darüber, wie die Windows-8-Umgebung Innovationen und die Wahlfreiheit der Nutzer einschränkt“, ließ das Unternehmen verlauten. Von Microsoft liegt bis zur Stunde keine Stellungnahme zum Thema vor.

Die geäußerten Vorwürfe lassen bei vielen Beobachtern Erinnerungen an die vergangenen Browser-Kriege aufkommen. Microsoft lieferte in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts den Internet Explorer mit dem Windows-Betriebssystem und schaltete damit den zuvor erfolgreicheren Konkurrenten Netscape praktisch aus. Das Vorgehen hatte eine Untersuchung der Wettbewerbshüter zur Folge und hätte beinahe zur Zerschlagung des Softwarekonzerns geführt. (axk)

196 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Firefox Hardware Report: Geringer Linux-Anteil, Notebooks dominieren

    Firefox Hardware-Umfrage

    Mozilla hat aus Telemetriedaten des Firefox-Browser eine Hardware- und Software-Statistik erstellt. Demnach läuft der Open-Source-Browser hauptsächlich auf mobilen Windows-Rechnern.

  2. Firefox 46 unterstützt Webkit-Präfixe

    Firefox

    Weil viele mobile Websites noch immer alte Webkit-Präfixe verwenden, unterstützt sie nun auch der Firefox-Browser. Die neue Version 46 stopft zudem mehrere Sicherheitslöcher und bringt Linux-Nutzern ein "verbessertes Design".

  3. BSI definiert Mindeststandard für sichere Web-Browser

    BSI

    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Mindestanforderungen für sichere Web-Browser veröffentlicht. In einer Tabelle vergleicht die Behörde vier aktuelle Browser – einer wies demnach eine schwerwiegende Einschränkung auf.

  4. Edge: Ärger über vordrängelnden Microsoft-Browser nach Windows-10-Updates

    Edge: Ärger über vordrängelnden Microsoft-Browser nach Windows-10-Updates

    Als "wettbewerbswidrig" sieht Vivaldi-Chef Jon von Tetzchner Microsofts Praxis, bei Updates den voreingestellten Browser auf Edge zurückzusetzen.

  5. Alle Meldungen aus Weitere News zum Thema
  1. c't uplink 10.2: Gehackte Aldi-Kameras, Mobil-Browser und 5K-Displays

    c't uplink 10.2: Gehackte Aldi-Kameras, Mobil-Browser und 5K-Displays

    In der neuen Ausgabe des c't uplink hacken wir Aldi-Kameras und stellen die besten Browser fürs Smartphone und Tablet vor. Außerdem stellen wir die Frage, ob und warum ein 5K-Bildschirm unser Technikleben bereichert.

  2. Arduino-Web-Editor ausprobiert

    Mit dem neuen Web-Editor lassen sich Arduinos direkt aus dem Browser programmieren. Vorteil und Nachteil: der eigene Quellcode wandert von der Festplatte ins Netz.

  3. c't uplink 9.4: c't-Notfall-Windows, Browser-Vergleich und Dell-Zertifikate

    c't uplink 9.3: iPad Pro, Surface Book und Pro 4, Debatte um Verschlüsselung

    Im aktuellen c't uplink sprechen wir über das Notfall-Windows in c't 26/15 und vergleichen Edge, Chrome und Firefox. Außerdem sind wir Dells hochproblematischen CA-Zertifikat eDellRoot auf der Spur.

  4. Alle Meldungen aus Ähnliche Artikel
  1. Geleakte NSA-Hackersoftware: Offenbar hunderttausende Windows-Computer infiziert

    Geleakte NSA-Hackersoftware: Bereits Hunderttausende Geräte infiziert

    Weniger als zwei Wochen nachdem anonyme Hacker Software der NSA veröffentlicht haben, sollen fast 200.000 Geräte infiziert sein. Betroffen sind Windows-Computer, die einen bereits veröffentlichten Patch nicht erhalten haben.

  2. Uber: iPhone-Fingerprinting flog auf – Rüffel vom Apple-Chef

    Delete Uber

    Die App des Fahrdienstes hat auf eine Fingerprinting-Technik gesetzt, um einzelne iPhones trotz Löschens der App weiter identifizieren zu können. Ein Geofence sollte sicherstellen, dass Apple-Mitarbeiter das regelwidrige Verhalten nicht entdecken.

  3. Personalausweis: Experten kritisieren geplanten automatisierten Lichtbildabruf scharf

    Personalausweis: Experten kritisieren geplanten automatisierten Lichtbildabruf scharf

    Faktisch werde mit einer Gesetzesreform eine nationale Biometriedatenbank entstehen, warnten Sachverständige in einer Anhörung. Umstritten war auch das Vorhaben, die Onlinefunktionen (eID) des Personalausweises zu fördern.

  4. Hannover Messe: Schindler verbindet Aufzüge mit dem Internet of Things

    Hannover Messe: Schindler verbindet Aufzüge mit dem Internet of Things

    Der Fahrstuhl- und Rolltreppenhersteller vernetzt seine Produkte, um sie smart zu machen – mit Machine Intelligence aus der Cloud, Big-Data-Analysen und Apps für die Anwender.

  5. Alle Meldungen aus Themen im Trend
Anzeige