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Moritz Förster 340

Linux-Distributionen im Vergleich: Debian 9 oder Devuan?

Linux-Distributionen im Vergleich: Debian 9 oder Devuan?

In vielen Unternehmen kommt Debian sowohl auf dem Server als auch dem Desktop zum Einsatz. Für die Distribution spricht vieles, auch in der aktuellen Ausgabe 9. Doch Kritiker der init-Software systemd können nun alternativ auf Devuan zurückgreifen.

Wer im Unternehmen einen Linux-Server oder -Desktop einsetzt, greift häufig, gerne und schon lange auf Debian zurück. Die Distribution zeichnet sich durch den Spagat zwischen stabiler Software und aktuellen Funktionen aus. Inzwischen liegt das Betriebssystem in Ausgabe 9 vor, doch mit dem noch immer schwelenden systemd-Streit können Nutzer alternativ auf den Fork Devuan umsteigen. Michael Plura vergleicht im Artikel "Wahlverwandtschaft" in der aktuellen iX 8/2017 die beiden Systeme.

Wie erwartet erhalten Unternehmen mit Debian 9 ein rundes Paket. Es läuft stabil, hat mit den Reproducible Builds eine neue Sicherheitsfunktion erhalten und mit der Rückbenennung von Iceweasel und Icedove zu Firefox und Thunderbird herrscht auch bei den Anwendungen wieder Normalität. Doch Administratoren steht mit dem Umstieg von MySQL auf MariaDB dennoch einige Handarbeit ins Haus. Außerdem müssen sie beachten, dass Skripte nach einer Neuinstallation unter Umständen nicht mehr richtig funktionieren könnten: Nur bei einem Update behält Debian die Bezeichnungen der Netzschnittstellen bei. Auf dem Desktop können sich Anwender darüber freuen, dass der X-Server nun ohne root-Rechte auskommt. Mit Secure Boot lässt sich das System hingegen nicht starten.

Devuan muss allerdings im Vergleich keine Federn lassen. Da es von Debian abstammt, können die Entwickler auf einer stabilen Basis aufbauen. So lässt sich ein Jessie-Server direkt migrieren, ein Eingriff in die sources.list kann genügen. Auf dem Desktop mit proprietärem GPU-Treiber steht allerdings mehr Arbeit an. Ferner müssen sich Nutzer an die Abwesenheit der GNOME-Umgebung gewöhnen – ohne systemd funktioniert sie nicht mehr.

Jedoch müssen sich systemd-Kritiker nicht unbedingt von Debian verabschieden. Manche könnten die vielen Vorteile der Distribution schätzen und systemd zum Beispiel aufgrund etwaiger Sicherheitslücken ablehnen. Grundsätzlich lässt sich Debian auch ohne die init-Software betreiben. Wie das geht, können Interessierte im Artikel nachlesen.

Siehe dazu auch:

(fo)

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