Logo von iX

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Moritz Förster 1782

Kommentar: LiMux-Aus ist schade, aber kaum überraschend

Kommentar: LiMux-Aus ist schade, aber kaum überraschend

Dass sich Münchens Stadtverwaltung von Linux abwendet und wieder unter Microsofts Fittiche begibt, ist schade, aber teils auch verständlich, meint Moritz Förster – und warnt vor der Datenschutz-Katastrophe.

Ganz überraschend kommt das Aus für den Pinguin in München nicht. Doch kann man abseits der politischen Hinterlisten mit Amigos aus der Wirtschaft vielleicht den Frust vieler Nutzer verstehen? Ist Linux auf dem Desktop eine Qual? Leider muss man sagen: Ja, definitiv. Über manche Kritik mag man lachen, aber gerade die fehlende Integration mit der Außenwelt ist für eine Verwaltung tödlich.

Ein Kommentar von Moritz Förster

Ein Kommentar von Moritz Förster

Moritz Förster schreibt seit 2012 für die iX und heise online. Er betreut neben dem iX-Channel die Bereiche Desktop und Office sowie Mobile Computing.

Wenn alle Welt Microsofts Formate für Dokumente verwendet und man in der bayerischen Landeshauptstadt dann mühsam die Informationen herausklauben muss, interessiert sich der Sachbearbeiter nicht für das Ideal freier Software. Und zu viele Entwickler stehen sich selbst im Weg. Vom Fenstermanager über den Editor bis zum E-Mail-Client ertrinken Normalsterbliche schnell im Wust der Forks und Alternativen.

Microsoft will Kontrolle

Ist der Wechsel also zu begrüßen? Nein, ebenso definitiv nicht. Und zwar nicht, weil Windows 10 nicht auch seine Probleme hätte. Bugs und fehlgeschlagene Updates bekommt der Konzern früher oder später schon in Griff. Aber Microsoft hat bewiesen, dass es kein Interesse daran hat, seinen Nutzern die Kontrolle über ihre Systeme zuzugestehen.

Der Konzern will die Zügel selbst in der Hand halten, wenn es um das Wohl der Endnutzer geht. Am liebsten sollten Administratoren nicht mehr entscheiden dürfen, wer wann welche Aktualisierungen und neue Anwendungen erhält. Getreu dem Motto "Cloud First, Mobile First" baut Microsoft seine Beziehung zum Kunden um. Da das mit Mobile nicht so richtig funktioniert hat, muss die Cloud nur umso stärker herhalten.

Datenschutz-Katastrophe

Und das ist gerade für den Datenschutz eine Katastrophe. Für manche Privatpersonen mag es noch zu verschmerzen sein, dass Urlaubsbilder nicht mehr auf der lokalen Festplatte liegen. Aber öffentliche Institutionen sollten sich genau überlegen, wohin zentrale Informationen zu bayerischen Bürgern abfließen. Ist die Verwaltung einmal von Microsoft abhängig, wird das Unternehmen regelmäßig die Daumenschrauben anziehen. Im Sinne neuer Verbesserungen zur Personalisierung des Benutzererlebnisses und der Sicherheit vor bösen Buben durch die Public Cloud.

Dabei spielt der Client heute so oder so eine untergeordnete Rolle. Das Konzept von LiMux stammt noch aus Zeiten von Windows XP. Anwendungen laufen lokal und Mitarbeiter tauschen alles manuell aus. Bei einer zeitgemäßen Private Cloud ist vielmehr der Browser wichtig. Und da muss Linux auf dem Desktop selten den Kürzeren ziehen. Hier eine für Admins wie Endnutzer freundliche Umgebung zu entwerfen, hätte einem fortschrittlichem München besser getan. (vbr)

1782 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Nahendes LiMux-Aus: Open-Source-Szene trauert, Microsoft jubelt

    Linux-Betriebssystem für Kommunen

    Dass der Münchner Stadtrat seine bisherige Strategie für freie Software aufs Abstellgleis bugsieren will, stößt bei Open-Source-Vertretern auf absolutes Unverständnis. Microsoft begrüßt dagegen den eingeschlagenen Weg.

  2. Münchner IT-Leiter zu LiMux: "Es gibt keine größeren technischen Probleme"

    Münchner IT-Leiter zu LiMux: "Es gibt keine größeren technischen Probleme"

    Karl-Heinz Schneider, Chef des kommunalen Dienstleisters IT@M, hat sich überrascht gezeigt über den Ruf des Münchner Stadtrats nach einem Konzept für die komplette Rückkehr zu Windows. Kompatibilitätsprobleme wegen Linux seien gelöst.

  3. Aus für LiMux: Münchner Stadtrat sagt zum Pinguin leise Servus

    Linux-Betriebssystem für Kommunen

    Mit der Mehrheit der schwarz-roten Koalition hat der Münchner Stadtrat dafür gestimmt, bis Ende 2020 einen neuen Windows-Basis-Client für die Verwaltung zu entwickeln und die jetzige Open-Source-Alternative abzuschaffen. Das stößt auf heftige Kritik.

  4. Von Linux zurück zu Microsoft: Schwarz-Rot in München will LiMux rauswerfen

    Linux-Betriebssystem für Kommunen

    Die Koalition in München hat einen Antrag eingebracht, wonach die Verwaltung unverzüglich ein Konzept erstellen soll, um bis Ende 2020 einen neuen Windows-Basis-Client zu entwickeln und "marktübliche Standardprodukte" einzusetzen.

  1. Bildbearbeitung im Browser

    Bildbearbeitung im Browser

    Immer mehr Anwendungen wandern in die Cloud, das gilt auch für Fotoeditoren. Vom Photoshop-Klon über den Lightroom-Nachbau bis hin zu komplett neuen Konzepten ist inzwischen alles im Netz vertreten. Für den Benutzer sind die Online-Dienste sehr komfortabel. Es reicht ein Browser für den Zugriff, um Installation und Updates kümmert sich der Anbieter. Wir haben getestet, wie sich die Online-Bildbearbeitung im harten Praxiseinsatz schlägt.

  2. Notwendige Basis: Ziel-Architektur(en)

    Architektur von Single-Page Web Applications

    Softwareentwickler möchten mit ihrer Arbeit natürlich sofort loslegen. Aber Vorsicht: Die Implementierung einer "App" beginnt nicht in der Entwicklungsumgebung. Zuvor müssen strategische, technische und architektonische Entscheidungen getroffen werden – die notwendige Basis für eine erfolgreiche Software, vor allem auf mehreren Plattformen.

  3. ÜberKreuz – Cross-Plattform heute: Im Zeichen der kommenden Generationen

    Wie bitte, noch ein Blog auf heise Developer? In der Tat. Eines, das noch gefehlt hat. "Cross-Plattform": das hört sich zunächst vielleicht rein technisch an – doch steckt wesentlich mehr dahinter und sollte jeden Softwareverantwortlichen, -architekten und -entwickler etwas angehen.

  1. SSD-Langzeittest beendet: Exitus bei 9,1 Petabyte

    SSD-Langzeittest beendet: Exitus bei 9,3 PByte

    Am 23. Juni 2016 starteten wir einen SSD-Langzeittest, um zu ermitteln, wie lange die schnellen Flash-Laufwerke wirklich halten. Fast auf den Tag genau ein Jahr später hat sich das letzte Laufwerk verabschiedet – nach 9,1 PByte an geschriebenen Daten.

  2. Obama genehmigte offenbar geheime Cyber-Attacke auf Russland

    Bericht: Obama genehmigte geheime Cyber-Attacke auf Russland

    Laut einem Bericht erhielt Barack Obama im August 2016 Hinweise, dass sich Russland mit Hacking-Angriffen in den US-Wahlkampf einmischen wollte - und ordnete wohl in den letzten Tagen seiner Amtszeit Cyber-Operationen gegen Russland an.

Anzeige