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Inforum 2017: Infor setzt alles auf KI und die Cloud

Inforum 2017: Infor setzt alles auf die Cloud

Bild: Infor

Auf seiner Jahreskonferenz konzentrierte sich Infor als drittgrößter ERP-Hersteller auf seine Cloud-Dienste. Dabei dominierte der Ausblick auf die KI-Plattform namens Coleman die Produktankündigungen.

Der ERP-Hersteller Infor erzielt inzwischen 60 Prozent seines Lizenzumsatzes mit seinen Cloud-Diensten. Passenderweise präsentierte der Konzern hierfür auf dem Inforum in New York mehrere Erweiterungen. Beachtung fand vor allem die Ankündigung, mit Coleman die gesamte Plattform mit KI-Funktionen auszustatten. Über 7000 Gäste kamen zu der Konferenz, die dieses Jahr vom 10. bis 12. Juli stattfand.

Im Gespräch mit Coleman

Coleman soll mit seiner Conversational UX im Stile von Siri oder Alexa den Einsatz der Software effizienter gestalten. Nutzer können mit der Spracherkennung direkt mit der Anwendung interagieren, entweder per Sprache, über Chatbots oder per Bilderkennung. So kann ein Anwender die KI zum Beispiel fragen: "Coleman, was sind die monatlichen Umsätze der Region EMEA?"

Zudem soll die Software durch maschinelles Lernen in Verbindung mit Funktionen zum Data-Mining Ratschläge vorbereiten und vorhersagen, damit Anwender bessere Entscheidungen treffen können. Infor betont, dass die Software in erster Linie vertikale Antworten für branchenspezifische Aufgaben liefern soll.

Als Beispiel nannte der Softwarehersteller die automatisierte Planung von Wartungen im Bereich EAM. Als Datenbasis kann das System IoT-Sensordaten heranziehen, auf deren Grundlage Coleman für Wartungszeiträume vorhersagt, Wartungspläne vorschlägt sowie automatisiert Ersatzteile bestellt und einen Arbeitsauftrag für den Servicetechniker erstellt.

Coleman greift unter anderem auf Amazons Lex zurück, nutzt für Handlungsanweisungen Frameworks wie Apache Spark und für automatisierte Prozesse die Integrationsplattform Infor ION. Mehrere Komponenten der KI sind ab sofort verfügbar, darunter eine prädiktive Bestandsführung für das Gesundheitswesen, ein Preisoptimierungsmanagement für das Hotelgewerbe sowie eine Prognostizierung, Sortimentsplanung und ein Werbe-Management für den Einzelhandel. Coleman soll ab 2018 allen Kunden zur Verfügung stehen. Die Kosten stehen noch nicht fest.

Zugekaufte Dienste integriert

Mit Birst erweitert Infor seine Cloud-Plattform um eine zugekaufte Applikation. Es handelt sich um eine Business Intelligence Software, die künftig einen integralen Dienst der Infor CloudSuite darstellen soll. Parallel bietet ihn der Konzern als Standalone-Dienst an. Birst soll als zentrale Reporting- und Analytics-Anwendung innerhalb aller Cloud-Applikationen dienen, aber auch Daten anhand vernetzter semantischer Schichten aggregieren können, um Definitionen für alle Datenquellen zu vereinheitlichen.

Auch mit der 2016 akquirierte Netzhandelsplattform GT Nexus erweitert Infor seine Cloud-Applikationen. Die primär auf Großunternehmen ausgerichtete Cloud-Plattform soll die Lieferkette zwischen den angeschlossenen Handelspartnern automatisiert über das Internet abbilden. Bis Ende 2017 will der Konzern den Dienst unter dem Namen Networked CloudSuites direkt in die Infor-Cloud-Software integrieren. Zunächst bietet sie eine Logistikvernetzung mit Funktionen zum Tracking und zur Buchung, für den automatischen Belegaustausch und Finanzdienstleistungen.

Die nächste Infor-Konferenz findet am 24. September 2018 in Washington D.C. statt. (fo)

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