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Susanne Nolte

Vorkonfigurierte Backup-Appliances im Überblick

Im Kasten

Backup-Appliances versprechen, das gesamte Backup und Restore in einem einzigen System unterzubringen. Das gelingt unterschiedlich gut.

Wer in einer IT-Abteilung den Auftrag bekommt, die Backup-Umgebung grundlegend zu überarbeiten oder von Grund auf neu zu konzipieren, steht vor einer Sisyphus-Aufgabe. Denn genau genommen besteht das Vorhaben darin, in das eigentliche produktive Netz ein eigenes Netz, eine Art Schattennetz, einzuweben, das aber nicht weniger komplex sein muss. Darin müssen Clients, Backup-Server, passender Storage, Backup-Software, Netzkonfiguration und die zeitliche Abstimmung zusammenspielen, damit einerseits das Backup zuverlässig funktioniert, andererseits die Produktionsumgebung nicht gestört wird.

Schon vor Jahren sahen IT-Anbieter darin die Gelegenheit, den verzweifelten Backup-Kompositeur mit Fertiglösungen zu locken. Nun stellt sich die Frage, was von dem Hype geblieben ist. Mit ausgelöst haben ihn die sogenannten VTLs, Virtual Tape Libraries. Diese Disk-Systeme emulieren schlicht Bandbibliotheken, indem sie sich dem Backup-Server gegenüber als Bandlaufwerk des vom Administrator gewünschten Formats ausweisen und die Daten in ein Tape-Image auf ihren Platten streamen. Einige unter ihnen konnten diese Images entsprechend vorgegebenen Regeln auf echte Bänder einer dahinter aufgebauten Tape Library verschieben.

Da Tapes auch heute alles andere als tot sind, existieren viele Umgebungen, in denen die Backup-Daten auf jeden Fall auf Bändern landen sollen, etwa, weil sie dort etliche Monate lagern müssen, aber das – seltene – Zurückspielen nicht in Sekunden passieren muss. Gibt es Gründe, warum beispielsweise die jeweils aktuellsten Sicherungen auf Disks liegen sollen, kann eine VTL, auch wenn etwas aus der Mode gekommen, die Brücke zwischen Disks und Tapes schlagen. Denn der Vorteil einer VTL ist unübersehbar: Mit den geringen Zugriffs- und damit vor allem den Recovery-Zeiten, die VTLs anbieten, kann keine Tape Library mithalten.

Zu den heutigen Vertretern zählen die DXi-Systeme von Quantum, die durch ihre Vorreiterrolle Berühmtheit erlangten. Gleich mehrere Brücken schlägt Fujitsus VTL Eternus CS8000 V6.1, die die gesamte Spannbreite von Mainframes über Open Systems bis zu heutigen x86-Servern abdeckt.

Im Gegenzug der VTL-Entwicklung haben die Hersteller von Backup-Software das Verfahren, Backups auf Disks statt auf Tapes zu speichern, aufgegriffen. Dazu haben sie in die bis dahin nur vereinzelt vorkommende Fähigkeit investiert, die Backups auch ohne Tape-Emulation auf Disks zu schreiben, also in das sogenannte Backup-to-Disk, ohne das heute keine Backup-Software mehr auskommt.

Das warf die Frage auf, warum man die Tapes noch emulieren muss, wenn die Backup-Software selbst mit den Schreibgewohnheiten von Festplatten und damit mit Disk-Systemen umgehen kann. Als Gegenbewegung zur VTL-Mode kamen Stand-alone-Backup-Server zurück, die nun aber die eingesammelten Daten nicht auf ein Band, sondern entweder auf lokale Platten oder auf ein eingebundenes Disk-System irgendwo im Netz beförderten.

Schnell sprach sich allerdings herum, dass man produktive und gesicherte Daten besser nicht auf ein und demselben Disk-System halten sollte. Wenn man aber einen Backup-Server und eigene Disk-Systeme nur fürs Backup im Rechenzentrum stehen haben muss, warum kann man beides nicht zu einem vollständigen Backup-System kombinieren und die Zusammenstellung aller notwendigen Komponenten an spezialisierte Anbieter delegieren? Entstanden sind daraus Backup-Appliances, also fertig installierte Backup-Server mit hoher Speicherkapazität und – wenn man darauf Wert legt – auch mit integrierter Tape-Export-Funktion.

Moden provozieren Gegenmoden

Derweil haben die Anbieter ihre auf Datensicherungen zugeschnittenen Disk-Systeme mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet. Beispielsweise sollen Deduplizierung und Kompression den hohen Speicherkosten entgegenwirken, die den Disk-Systemen eigen sind, indem sie den verhältnismäßig teuren Plattenplatz einsparen. Remote-Replikation und Verschlüsselung für den Export der Daten sollen ihre Verfügbarkeit und die Sicherheit erhöhen.

Auch aktuelle Backup-Appliances verfügen über all diese Zusatzfunktionen. Haben Hersteller ihre Systeme speziell für Backup-Zwecke designt, Hard- und Software auf die Aufgaben zugeschnitten, sprechen sie von Purpose-Built Backup-Appliances oder PBBAs. Damit wollen sie ihre Systeme von solchen abheben, die schlicht eine Backup-Software auf einen Standard-Storage-Server installieren und den als Backup-Appliance verkaufen – gewissermaßen den Software-defined Backup-Appliances. ...

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Artikel iX 12/2017, Seite 86 zum Download
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