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Norweger Terje Abusdal gewinnt Leica Oskar Barnack Award 2017

Norweger Terje Abusdal gewinnt den Leica Oskar Barnack Award 2017

Terje Abusdal konnte sich mit seiner Serie Slash & Burn den Gesamtsieg sichern.

Bild: Terje Abusdal

Rund 2700 Bewerber aus 104 Ländern hatten ihre Fotos eingereicht – jetzt hat eine Jury die Gewinner des Leica Oskar Barnack Award 2017 ausgewählt. Der Gesamtsieg geht an Terje Abusdal, dessen Serie sich den norwegischen Waldfinnen widmet.

Die diesjährigen Gewinner des Leica Oskar Barnack Awards (LOBA) stehen fest. In der Hauptkategorie überzeugte der Norweger Terje Abusdal die Jury mit seinem Langzeitprojekt Slash & Burn. In der Kategorie Newcomer für Nachwuchsfotografen unter 25 Jahren setzte sich der Ukrainer Sergey Melnitchenko mit seiner Serie Behind the Scenes gegen rund 800 Mitbewerber durch.

Gesamtsieger Terje Abusdal aus Norwegen
Gesamtsieger Terje Abusdal aus Norwegen (Bild: Marie Sjøvold)

Zwischen Tradition und Mystik, Herkunft und Zugehörigkeit, Fakten und Fiktion: Die Bilder von Terje Abusdal sind laut Leica eine "geheimnisvolle und sogleich eindrückliche" Annäherung an die Waldfinnen – eine naturverbundene Volksgruppe in Norwegen. Den Angaben zufolge begann Abusdal das Projekt als Abschlussarbeit an der Danish School of Journalism. Anschließend entwickelte es sich zum Langzeitprojekt. Während seiner dreijährigen Recherche tauchte der Fotograf immer tiefer in die Tradition der inzwischen staatlich anerkannten Minderheit ein. „Ich fügte der Geschichte bestimmte Elemente aus der Vergangenheit der Waldfinnen – Feuer, Rauch, Schamanismus – hinzu“, erklärt Abusdal. So verweben sich in seinen Aufnahmen Dokumentation und Imagination.

Den zweiten Platz der Gesamtwertung belegt die Französin Clara Chichin mit ihrer Serie Under the eyes that few minutes exhaust, Platz drei geht an den ebenfalls aus Frankreich stammenden Yoann Cimier mit der Serie Nomad’s Land, die an den Stränden Tunesiens entstanden ist.

Leica
Sergey Melnitchenko wurde als bester Newcomer ausgezeichnet (Bild: Leica)

Der Gewinner des Leica Oskar Barnack Awards Newcomer, Sergey Melnitchenko, hat die Jury mit seiner Serie „Behind the Scenes“ überzeugt. Seine Motive: Tänzerinnen in einem chinesischen Club. „Hier ist alles echt – es handelt sich nicht um Szenen, sondern um das echte Leben, unser Leben, oder eben meins“, sagt Melnitchenko, der zwar in der Ukraine geboren ist, heute aber in China lebt. Schwitzende Transvestiten, Mädchen in Badewannen voller Bier, betrunkene Darsteller und eine noch größere Zahl betrunkener Besucher. Ramponierte Beine, durchtanzte Füße, kaputte Strumpfhosen im Abschminklicht, Kratzer und Narben: Es sind ungeschönte Szenen, die die Fotos zeigen. Entstanden sind sie nicht im Scheinwerferlicht auf der Bühne, sondern im Abseits hinter den Kulissen, ein Showbusiness mit Ecken und Kanten. So gelingt es ihm in seiner Serie Behind the Scenes, mehr preiszugeben als viele sehen wollen.

Die Fotografen auf den vorderen Plätzen haben sich laut Leica gegen insgesamt rund 2700 Mitbewerber aus 104 Ländern durchgesetzt. Die Gewinner des 37. Leica Oskar Barnack Awards werden am 13. September in Berlin ausgezeichnet. Als Gewinner der Hauptkategorie erhält Terje Abusdal eine Prämie von 25.000 Euro sowie eine Kameraausrüstung im Wert von 10.000 Euro. Sergey Melnitchenko, Sieger des Nachwuchspreises, erhält 10.000 Euro und ebenfalls eine Kameraausrüstung.

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Neben den beiden Hauptkategorien werden die Fotoprojekte der zehn Finalisten jeweils mit 2500 Euro prämiert. Die Bildserien aller zwölf Finalisten sind vom 14. September bis zum 15. Oktober 2017 in einer großen Ausstellung in der Neuen Schule für Fotografie, Brunnenstraße 188-190,10119 Berlin zu sehen. Begleitend zur Ausstellung soll ein Katalog erscheinen, der die Gewinner und Finalisten mit Bilderstrecken und Interviews vorstellt.

Den Leica Oskar Barnack Award 2016 hatte die französische Fotografin Scarlett Coten für ihre Bildserie Mectoub gewonnen, der Nachwuchspreis ging damals an Clémentine Schneidermann mit dem Projekt The Unbearable, the Sadness and the Rest.

(msi)

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