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Die Fotoaufgabe der Woche (5/6): Die Geometrie der Fotografie

Die Fotoaufgabe der Woche (5/6): Die Geometrie der Fotografie

Häuserfront in Brooklyn: Reduziere dein Foto auf einen Bildausschnitt, und du findest eine Vielzahl an geometrischen Formen. ISO 400 | 50 mm | f/16 | 1/250 s

Bild: Lars Poeck

In unserer Serie gibt Autor Lars Poeck jede Woche Grundlagenwissen zur Fotografie weiter und stellt eine passende kreative Foto-Aufgabe. Dieses Mal geht es um die Rolle von Geometrie für den Bildaufbau.

Es macht Spaß, einen Blick für geometrische Formen zu entwickeln. Manchmal sind diese abstrakt – so verbinden sich Punkte im Unterbewusstsein zu Linien und aus Linien werden Kreise, Quadrate oder auch Dreiecke.

Vielleicht hast du noch nie darüber nachgedacht, aber wenn du die Welt durch deine Augen betrachtest, hast du ein rundes (na ja, ovales) Sichtfeld. Es geht an den Rändern in eine leichte Unschärfe über, die wir nicht mehr so recht wahrnehmen können. Das ist überaus spannend, denn dieses ovale Sichtfeld unterscheidet sich damit schon mal deutlich von deinem Kamerasucher. Hier bildest du nämlich eine ganz andere Art des Sichtfeldes ab.

Ganz grundsätzlich betrachtet, ist der Rahmen deines Fotos bereits eine geometrische Form – nämlich das Rechteck. In diesem Rechteck, das durch den Sucher vorgegeben ist, befindet sich so gesehen nur ein Ausschnitt der Wirklichkeit.

Die Fotoaufgabe der Woche 5/6 (5 Bilder)

Was lässt du weg, was soll mit rauf aufs Foto? Diese Übung vermittelt dir ein Gefühl für das Rechteck deines Suchers in Bezug auf die Wirklichkeit.

ISO 32 | 24 mm | f/2,2 | 1/3300 s
(Bild: Lars Poeck)

Wenn ich von der Geometrie in der Fotografie spreche, dann beziehe ich mich auf die elementaren Formen wie den Kreis, das Oval, das Quadrat, das Rechteck und das Dreieck. All diese Formen sind uns vertraut. Sie geben dem Betrachter eine Orientierung und leiten den Blick.

Formen sind wichtig, denn sie können deine Bildaussage beeinflussen. So nehmen wir den Kreis in seiner Form als vollkommen wahr. Alle Symmetrieachsen laufen durch den Mittelpunkt. Das Oval hingegen gewinnt durch die Längssymmetrieachse an Spannung, hat aber keine so starke Sogwirkung mehr. Das Quadrat ist – ähnlich wie der Kreis – symmetrisch, steht aber in Bezug auf die Fläche auf geraden Beinen. In der Form des Dreiecks kann man toll mit den Richtungen und der Wirkung spielen. Das Rechteck gewinnt, ähnlich dem Oval, an Spannung gegenüber dem Quadrat, hat aber ebenfalls keine so starke Sogwirkung mehr.

All diese Formen wirst du wieder und wieder in jeglicher Kombination in deinen Motiven wiederfinden. Lerne, diese zu erkennen und gezielt einzusetzen. Dadurch gewinnt dein Foto an Wirkung.

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Gib deinem Motiv einen Rahmen. Wie kreativ gehst du ran? Suche den Blick durch Hofeinfahrten, Fenster oder Hecken. Gehe dann abstrakter ran und lasse andere Dinge als Rahmen fungieren. Beobachte die Bildwirkung. Wichtig: Dein Foto sollte ein klares Hauptmotiv haben. Dabei soll dein Rahmen unterstützen – nicht ablenken!

Bisher erschienen:

Es geht um das Thema Bildkomposition. Überall findest du natürliche Rahmen für dein Motiv. Das ist der Blick durch eine Tür, eine Hecke, die Ansicht durch eine Hofeinfahrt. Oder etwas nicht unbedingt Identifizierbares, das dem Hauptmotiv einen Rahmen gibt – zum Beispiel Äste, Blätter oder der Schulterblick durch die Menge.

Eine Umrahmung bettet dein Hauptmotiv in den Kontext ein und sorgt für Räumlichkeit in deinem Foto. Der Rahmen verleiht zudem Tiefe und leitet den Blick des Betrachters. Aber limitiere dich bei der Suche nicht nur auf Rahmen, die vor deinem Hauptmotiv liegen. Du kannst auch mit Rahmen spielen, die hinter deinem Motiv liegen. Denke dabei beispielsweise an einen Treppenaufgang oder eine beleuchtete Tafel. (msi)

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