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Burkhard Arnold

Fotografie sammeln - Der Markt und die Preise

Fotografie sammeln - Der Markt und die Preise

„Fotokunst will raus aus der Nische“ – so hieß es zur Kunstmesse art Karlsruhe. Dem Publikum und der Presse war eine Veränderung des Marktes aufgefallen: Die Fotografie erobert langsam, aber sicher den Kunstmarkt. Fotografen, Fotobegeisterte und angehende Sammler müssen diese neuen Tendenzen des Marktes beobachten und verstehen, damit sie richtig handeln und nicht aufs falsche Pferd setzen.

„Fotografie hat noch immer nicht den gleichen Stellenwert wie beispielsweise die Malerei. Die Preise für seltene und besondere Fotografien steigen allerdings weiterhin. Die Etablierung der Fotokunst ist noch nicht abgeschlossen, sie vollzieht sich jedoch stetig.“

- Simone Klein, Global Print Sales Director bei magnum photos

Um Preise und Preisentwicklungen nachzuvollziehen, muss man die Dimensionen des Kunstmarktes kennen und wie sich darin der Markt für Fotografie bewegt. Auf dem Kunstmarkt werden Kunstwerke und Kunstgegenstände wie Gemälde, Installationen oder Plastiken gehandelt. Weltweit belief sich der Wert der Verkäufe im Jahr 2015 auf rund 57,3 Milliarden Euro (Quelle: statista – Statistik Pool). Laut Angaben zur Umsatzentwicklung wurden 2014 in Deutschland schätzungsweise 2,4 Milliarden Euro mit Kunstwerken erwirtschaftet.

Wenn wir davon ausgehen, dass weltweit der Anteil der Fotografie am Kunstmarkt nur knapp fünf Prozent beträgt (Quelle Artprice), in Deutschland etwa drei Prozent, dann würde hier der Markt für Fotografie etwa 60 Millionen Euro ausmachen (der Umsatz im ersten Halbjahr ging um etwa 15 Prozent zurück). Auch wenn diese Zahlen zunächst hoch erscheinen, verglichen mit anderen Märkten sind dies die sprichwörtlichen „Peanuts“. Laut aktuell veröffentlichten Zahlen des Bundesministeriums der Finanzen haben beispielsweise deutsche Sportwettenanbieter im Jahr 2014 einen Umsatz von über 4,5 Milliarden Euro verbucht und alleine eine Summe von 226 Millionen Euro aus der Wettsteuer an den Fiskus abgeführt.

2016 wurde in einer Auktion bei Sotheby’s für ein Gemälde des im Alter von nur 27 Jahren verstorbenen Jean-Michael Basquiat über 44 Millionen Euro, in 2015 für ein Picasso-Gemälde über 142 Millionen oder für ein Rothko-Gemälde über 65 Millionen Euro gezahlt. Ein Warhol-Gemälde brachte 2013 über 70 Millionen Euro. Diese Ergebnisse wundern nur noch wenige und der Wert des Kunstwerks wird im Allgemeinen nicht mehr hinterfragt.

Aber wie verhält es sich nun mit Werken von Henry Cartier–Bresson, Elliott Erwitt, Bruce Davidson, Marc Riboud oder André Kertesz, deren Fotografien längst im visuellen Gedächtnis unserer Zeit angekommen sind? Auf dem Kunstmarkt werden Arbeiten dieser renommierten Künstler meist erheblich preiswerter gehandelt als Arbeiten von Zeitgenossen wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein. Und dies, obwohl einige ihrer Bilder zu Ikonen geworden sind.

Gibert Garcin (F), 2005, #291, die Begierde, Silbergelatine, künstlerisch konzeptionelle Fotografie, Genre Alltag:<br />
 Gilbert Garcin ist Regisseur, Bühnenbauer und Fotograf seiner Inszenierungen und auch der Hauptprotagonist seiner Bilder. Es gibt kaum ein Foto von Garcin, auf dem er nicht zu sehen ist. Stilisiert zu einer Allerweltsfigur in der Tradition eines bieder-komischen Monsieur Hulot, durchläuft Garcin seine eigenen Odyssee, in der Gesellschaftskritik, Humor und eine starke Sensibilität für alltägliche Geschichten bestimmend sind. „Hinter meinen Bildern liegen aber keine zu Ende geschriebenen Geschichten“, betont der Künstler, „ich versuche lediglich Räume zu schaffen, in die der Betrachter seine eigenen Vorstellungen projizieren und sein eigenes Abenteuer erfinden kann.“
Gibert Garcin (F), 2005, #291, die Begierde, Silbergelatine, künstlerisch konzeptionelle Fotografie, Genre Alltag: Gilbert Garcin ist Regisseur, Bühnenbauer und Fotograf seiner Inszenierungen und auch der Hauptprotagonist seiner Bilder. Es gibt kaum ein Foto von Garcin, auf dem er nicht zu sehen ist. Stilisiert zu einer Allerweltsfigur in der Tradition eines bieder-komischen Monsieur Hulot, durchläuft Garcin seine eigenen Odyssee, in der Gesellschaftskritik, Humor und eine starke Sensibilität für alltägliche Geschichten bestimmend sind. „Hinter meinen Bildern liegen aber keine zu Ende geschriebenen Geschichten“, betont der Künstler, „ich versuche lediglich Räume zu schaffen, in die der Betrachter seine eigenen Vorstellungen projizieren und sein eigenes Abenteuer erfinden kann.“

(Burkhard Arnold) / (eime)

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