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Alexander Neumann 548

Studie: Die Mehrheit der deutschen Entwickler fühlt sich unterbezahlt

Studie: Die Mehrheit der deutschen Entwickler fühlt sich unterbezahlt

In der neuen alljährlich von Stack Overflow veröffentlichten Entwickler-Studie ist zwar knapp die Hälfte der Befragten zufrieden im Job, mehr als 50 Prozent wünschen sich aber mehr Geld.

Alle Jahre wieder richten die Betreiber der sich an Entwickler richtenden Q&A-Website Stack Overflow eine Umfrage unter ihren Nutzern aus. Das Gute an der Erhebung ist, dass es Stack Overflow jährlich gelingt, eine ziemlich hohe Anzahl an Teilnehmern zu finden, die an der Umfrage mitwirken. So haben dieses Mal offenbar rund 64.000 Nutzer aus über 213 Ländern und Regionen teilgenommen, darunter auch über 5000 aus Deutschland.

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Der aus der Umfrage hervorgehende Report "Global Developer Hiring Landscape 2017", der nun zur Verfügung steht, darf damit mit Fug und Recht als das vermutlich umfassendste Spiegelbild der Programmiererszene weltweit angesehen werden, auch wenn er für die professionelle Softwareentwicklung wohl nicht repräsentativ ist.

Die deutsche Situation genauer unter die Lupe genommen, kommt der 39-seitige Deutschland-Report zu Ergebnissen, die teilweise verwundern, teilweise wiederum auch nicht. So sind hierzulande 90 Prozent der Befragten männliche und rund fünf Prozent weibliche Entwickler. Die meisten Programmierer arbeiten in Bayern (19,4 %), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (17,4 %) und Baden-Württemberg (15,2 %). Eine Sonderstellung nimmt offensichtlich Berlin ein: Hier leben und programmieren 12,9 Prozent der befragten deutschen Entwickler, was der Hauptstadt im Vergleich auf Bundesebene eine hohe Dichte an Entwicklern zuspricht – mehr als in den gesamten neuen Bundesländern zusammen.

Stack Overflow
Die Demographie der in Deutschland arbeitenden Entwickler deckt sich weitgehend mit einer früheren Stack-Overflow Studie "Entwickler in Deutschland – Eine Standortanalyse mit 6 Schwerpunktregionen" (Bild: Stack Overflow)

Die meisten Teilnehmer sind Web- und Desktop-Entwickler sowie Mobile-Developer und Datenbankadministratoren, die beliebteste Branchen für Entwickler sind Softwareentwicklung (22,6 ), Internet- und Online-Services (14,9 %) und die Automobilbranche (6,2 %). Überraschend ist, dass 53,2 Prozent der Befragten angaben, dass sie mehr als zehn Jahre Programmiererfahrung haben und von diesem Anteil wiederum 20,2 Prozent mehr als zwanzig Jahre Erfahrung besitzen. Stack Overflow räumt aber ein, das Programmiererfahrung nicht gleichzusetzen sei mit Berufserfahrung; viele IT-Spezialisten haben schon vor dem ersten Job Code geschrieben. Das zumindest ließe einige Ergebnisse aus den Vorjahren erklären, die auf ein relativ junges Publikum schlossen.

23 Prozent der Entwickler in Deutschland haben einen Bachelor oder einen vergleichbaren Abschluss. 30 Prozent studierten bis zum Master.
23 Prozent der Entwickler in Deutschland haben einen Bachelor oder einen vergleichbaren Abschluss. 30 Prozent studierten bis zum Master. (Bild: Stack Overflow)

Für die Programmiererfahrungen vor dem ersten Job spricht auch, dass 93 Prozent der befragten Deutschen angaben, sich ihre Fähigkeiten zumindest teilweise selbst beigebracht zu haben. Erlangt haben viele ihre Kenntnisse mit Fachlektüre (83,3 %) und eben auch Antworten auf Stack Overflow (79,6 %). 34,2 Prozent erklärten, dass sie dank eines Online-Kurses ihren jetzigen Bildungsstand erreicht hätten. Die Weiterbildung im Beruf spielt eine ebenfalls wichtige Rolle: 35,4 Prozent der Teilnehmer erreichten dadurch ihren Bildungsstand. Betrachtet man nur die professionellen Entwickler haben 77 Prozent mindestens einen Bachelorabschluss. Ebenfalls 77 Prozent der Befragten aus Deutschland gaben Programmieren auch als Hobby an: Ob eigene oder Open-Source-Projekte – Entwickler beschäftigen sich offensichtlich in ihrer Freizeit mit Code.

Entwickler sind grundsätzlich mit ihrem Job zufrieden. Auf einer Skala von eins bis zehn (1 = überhaupt nicht zufrieden; 10 = absolut zufrieden) findet sich rund die Hälfte der Befragten zwischen sieben und acht Punkten wieder. Hier unterscheidet sich die Zufriedenheit zwischen Branchen kaum. Unabhängig von der Zufriedenheit zeigt der Report auch die Wechselwilligkeit von Entwicklern: 9 Prozent suchen aktiv nach einem neuen Job, und 59,4 Prozent sind offen für Angebote. Verglichen mit den internationalen Zahlen, sind deutsche Entwickler anscheinend weniger wechselwillig: Denn immerhin 13 Prozent suchen global betrachtet aktiv einen neuen Job. Bei der Bewertung neuer Stellen achten Entwickler wohl vorrangig auf die fachlichen Weiterbildungsmöglichkeiten. In den ihren Augen sollen neue Kollegen eher gute Kommunikationsskills und Selbstständigkeit mitbringen als Fachkenntnisse.

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In Sachen Gehalt fühlen sich Programmierer weltweit unterbezahlt. Über die Hälfte der in Deutschland befragten (52 %) gaben an, dass sie sich teilweise unterbezahlt fühlen, 11,6 Prozent sogar deutlich unterbezahlt. Das Durchschnittsgehalt in Ostdeutschland (inkl. Berlin) liegt bei 49.200 Euro, in Norddeutschland bei 45.000 Euro und im Süden bei 50.000 Euro. Zum Vergleich: Ein Programmierer in Nordamerika verdient wohl umgerechnet etwas mehr als 80.000 Euro. [Update: Anzumerken ist hier, dass die große Differenz aufgrund vieler in der Studie nicht berücksichtigter Faktoren wie Sozialleistungen, Arbeitgeberanteil zustande kommen kann.]

Bei den Gehältern liegen vergleichbar junge Disziplinen vorne.
Bei den Gehältern liegen vergleichbar junge Disziplinen vorne. (Bild: Stack Overflow)

Felder, in denen gut bezahlt wird, sind Machine Learning (rund € 55.000), mathematische oder statistische Bereiche (rund € 52.000) oder Data Science, mit ebenfalls rund € 52.000 Jahresgehalt. Web-Entwickler und Desktop-Entwickler, wie es die meisten deutschen Befragten sind, verdienen 46.000 bis 47.000 Euro pro Jahr. Schlusslicht in der Studie sind Designer mit jährlich 39.000 Euro. International werden Berufsbezeichnungen mit DevOps am besten bezahlt (über € 61.000).

41,3 Prozent der Teilnehmer sagten, dass JavaScript ihnen am besten gefalle, gefolgt von Python (32,7 %), Java (31,4 %), SQL (30,5 %) und C# (27,3 %). Schlusslichter sind bei der Bandbreite an unterschiedlichen Programmiersprachen Perl, Erlang, Groovy und CoffeeScript (jeweils 2,9 und 2,8 ). Letztere haben aber auch insgesamt eine geringere Verbreitung als die zuerst genannten.

JavaScript ist wohl bei den meistgenutzten als auch bei den beliebtesten Programmiersprachen vorne.
JavaScript ist wohl bei den meistgenutzten als auch bei den beliebtesten Programmiersprachen vorne. (Bild: Stack Overflow)

Siehe dazu auf heise Developer:

Zu Arbeitsplätzen und Stellenangeboten in der IT-Branche siehe auch den Stellenmarkt auf heise online:

(ane)

548 Kommentare

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