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Christof Windeck 135

Der Aldi-PC im c't-Labor

Aldi Nord verkauft ein "Performance-PC-System" mit AMD Ryzen 5 1600, Radeon RX 560 und 128-GByte-SSD für 600 Euro: Schnäppchen oder nicht?

Wer den Medion P56000 kauft und sofort auf- oder umrüstet, verlässt rasch die Schnäppchenzone. Auch die Garantie gilt selbstverständlich nur für den ursprünglichen Lieferumfang.

Wem der Medion P56000 nicht gefällt, sollte lieber schauen, ob er anderswo die Wunschausstattung findet, die zu den eigenen Anwendungen passt. Wenn es unbedingt von Aldi sein soll: Am 4. Dezember kommt mit dem Medion Erazer X67015 (MD 34050) ein wesentlich stärker bestückter Gaming-PC, der allerdings auch mehr als das Doppelte kostet.

Leicht nachrüsten lässt sich eine weitere SATA-Festplatte oder auch eine SSD: Dafür gibt es einen Schnellwechselrahmen für Speichermedien in den Formaten 3,5 oder 2,5 Zoll. Man sollte dann allerdings keine laute Festplatte verwenden.

Wir konnten heute um kurz nach 8 Uhr einen Medion Akoya P56000 in einer Aldi-Filiale kaufen, besonderer Andrang war nicht zu bemerken. Das Gerät ließ sich problemlos in Betrieb nehmen, augenscheinlich funktioniert alles. Es wird mit Windows 10 Home in der Version 1703 ausgeliefert, seit ungefährt 45 Minuten laufen Updates, zuerst für 1703 und dann auf 1709 (Fall Creators Update). Auch für den Grafiktreiber werden wir die neueste von AMD empfohlene Version einspielen, obwohl es eine "Non-WHQL Beta" ist: Wir wollen ausprobieren, ob auch HDR-Videos laufen.

Die Grafikkarte hat 896 Shader-Kerne und nicht 1024 wie die üblicherweise im Einzelhandel verkauften Karten mit Radeon RX 560. Es handelt sich wohl um die auch als RX 560D bezeichnete OEM-Version. Die Performance dürfte also niedriger liegen als bei einer "normalen" Radeon-RX-560-Karte mit 1024 Shadern und 4 GByte Grafikspeicher.

Die SATA-6G-SSD im M.2-Format stammt vom Hersteller Foresee. Als Festplatte kommt ein Single-Platter-Drive von Toshiba mit nur einer Scheibe zum Einsatz, sie macht sich akustisch kaum bemerkbar. Die USB-C-Buchse überträgt bis zu 10 GBit/s, also USB 3.1 Gen 2 beziehungsweise SuperSpeedPlus.

Der PC hört sich akzeptabel leise an.

Im c't-Schallmessraum machte sich der Akoya P56000 im Leerlauf mit 0,43 Sone aus 0,5 Metern Abstand akustisch bemerkbar. Das entspricht der Note "sehr gut". Die Festplatte ist bei Zugriffen nur leise hörbar (0,7 Sone). Unter Volllast mit Prime95 dreht der CPU-Lüfter hoch, aber 0,8 Sone liegen noch im Bereich "gut". Deutlich wahrnehmbar unter Last wird der Lüfter der Grafikkarte, dann sind es knapp über 1,2 Sone, also "zufriedenstellend".

Im Leerlauf unter Windows 10 Home 1709 an einem Full-HD-Display mit abgeschaltetem Ethernet und WLAN zieht der Akoya P56000 30 Watt aus der Steckdose. Wenn die Festplatte stillsteht, sind es 27 Watt, was der Angabe im Datenblatt entspricht (27,2 Watt).

Der Prozessor liefert im Cinebench R15 exakt die Werte, die man von einem Ryzen 5 1600 erwartet. Bei diesem Benchmark spielt der einkanalige Hauptspeicher keine Rolle.

Die abgespeckte Radeon RX 560 liegt im 3DMark Fire Strike mit 5167 Punkten 11 Prozent niedriger als eine Karte mit der "normalen" Radeon RX 560 mit 1024 Shadern und 4 GByte GDDR5-RAM. Damit ist der Aldi-PC nur eingeschränkt zum Spielen anspruchsvoller Titel in Full-HD-Auflösung (1920 x 1080) geeignet, etwa wenn man Kantenglättung abschaltet. Ashes of the Singularity meldet zu wenig Speicher.

206 Watt beträgt die maximale Leistungsaufnahme im eher theoretischen Grenzfall mit Prime95-Last auf allen CPU-Kernen und dem Testprogramm Furmark auf der Grafikkarte. Das zeigt aber, dass das 250-Watt-Netzteil keine großen Reserven für eine stärkere Grafikkarte hat. Letztere lässt sich zwar tauschen, aber es fehlt ein PCIe-Stromkabel am Netzteil: Man kann nur Grafikkarten nachrüsten, die mit dem Leistungsangebot des PEG-Slots auskommen.

Das Mainboard hat zwei freie PCIe-x1-Slots für Erweiterungskarten. Auch ein SATA-6G-Port ist noch frei, aber es fehlt Einbauplatz für ein weiteres Laufwerk. Besser nutzt man den Wechselrahmen oder tauscht die Festplatte komplett.

Die Datentransferraten der SSD, via Ethernet, USB 3.0 und USB 3.1 sind ordentlich. Der SD-Kartenleser ist leider nur per USB 2.0 angebunden, bremst also schnelle (UHS-I/II-)Karten deutlich.

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