Logo von Autos

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.834.575 Produkten

Christoph M. Schwarzer 291

Vorstellung: Fisker EMotion

Starkes Gefühl

Mehr als 800 Kilometer Reichweite in einer Minute Ladezeit: Henrik Fiskers Versprechen für die Solid State Batterie im elektrischen Luxussportler EMotion ist fantastisch. Irgendwann nach dem Jahr 2020 könnte die Produktion von solchen Akkus mit Feststoff-Elektrolyt beginnen, so Fisker. Mit einer 2,5-mal so hohen Energiedichte wie bei herkömmlichen Batterien. Zum Serienstart Ende 2019 aber muss der faszinierend gezeichnete EMotion mit herkömmlichen Zellen von LG Chem auskommen. Genug für 640 Kilometern Reichweite im US-amerikanischen EPA-Zyklus, 260 km/h Spitzengeschwindigkeit und alles vereint in einem Design, dem die Handschrift des Dänen sofort anzusehen ist.

Geringe Angriffsfläche

Skulptural nennt Henrik Fisker die Formensprache. Die Front fällt steil ab. Die Karosserieüberhänge sind kurz und die Räder mit 24 Zoll Durchmesser wirklich sehr groß. Der Punkt, wo die Seiten- und die Windschutzscheibe zusammenlaufen, liegt extrem niedrig. Davon profitiert die Übersicht. Fisker nutzt das Potenzial des batterieelektrischen Antriebsstrangs. Die Länge gleicht einem BMW 7er – das Raumangebot soll viel großzügiger sein, und die Höhe von 1,48 Meter lässt eine geringe Angriffsfläche für den Wind vermuten. Platz für Menschen mit Anspruch und entsprechender Kaufkraft: Der Einstiegspreis liegt bei 129.000 US-Dollar (derzeit ca. 108.000 Euro); Reservierungen werden für 2000 Dollar entgegengenommen.

Es fällt auf, dass sich Henrik Fisker in der Kommunikation eher an europäischen Premiummarken orientiert als an Tesla, dem offensichtlichen Konkurrenten. Vielleicht liegt das an seiner beruflichen Sozialisation: Fisker hat den BMW Z8 gezeichnet, diverse Aston Martin-Modelle und den Artega GT. Den Sprung aus der Designabteilung zum Auto-Entrepreneur hat Fisker 2011 mit dem Karma gewagt. Der Plug-In-Hybrid wurde weltweit bekannt durch den Stealth Mode (übersetzt etwa: Tarnkappenmodus) genannten E-Betrieb sowie die Fernsehserie „Two and a half men“, in der Ashton Kutcher den Karma fuhr. Der Name hat dem Auto kein Glück gebracht: Nach der Pleite des Batteriezulieferers A123 wurden durch den Hurrikan Sandy 300 Exemplare des Karma zerstört.

Elektrisch oder nichts

Vom Verbrennungsmotor hat sich Fisker inzwischen endgültig verabschiedet. Je ein E-Motor an der Vorder- und Hinterachse treiben den EMotion an. Genaue Leistungsdaten gibt es nicht, und auch die Batteriekapazität wird nicht genannt. Angesichts der Fahrzeuggröße, der Reichweite und der psychologischen Notwendigkeit, die aktuelle Topversion des Tesla Model S zu überbieten, darf von rund 120 kWh ausgegangen werden.

Wenn der Fisker EMotion Ende 2019 auf den Markt kommt, wird Porsche mit dem Mission E eine weitere Alternative zu Tesla bieten. Der EMotion richtet sich an die Kunden, denen ein Tesla schlicht zu langweilig ist. Darüber hinaus will Fisker mit Lidar (für Light Detection and Ranging) das vollautomatisierte Fahren (Level 4) ermöglichen: Fünf dieser Sensoren messen Abstände und Geschwindigkeit mit höchster Präzision. Aus der Laufzeit des Lichts zu einem reflektierenden Element und zurück ergeben sich äußerst genaue Umgebungsbilder. Audi setzt im neuen A8 als erster Hersteller ein vergleichbares System in Serie ein. Das Ziel ist die maximale Sicherheit bei der Fahrautomatisierung.

Wann kommt die Solid State Batterie?

Neben dem EMotion zeigt Fisker auf dem Messestand einen Prototyp der geplanten Solid State Batterie. Vielleicht ist es Teil der US-amerikanischen Showkultur, mit der auf den ersten Blick unglaubwürdigen Ladezeit von einer Minute für 800 Kilometer Reichweite zu protzen. Dennoch lohnt es sich, genau hinzuschauen – wo liegt die Grenze zwischen Wunsch und Wirklichkeit?

Bilderstrecke, 17 Bilder

291 Kommentare

Themen:

Anzeige
Anzeige