Logo von Autos

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.763.123 Produkten

iga 24

Unter Druck: Kawasaki Ninja H2 SX

Unter Druck

Kawasaki bietet als einziger Motorradhersteller einen Motor mit Kompressoraufladung. Jetzt haben sie den 200-PS-Vierzylinder in einen Sporttourer gepflanzt. Ein technischer Leckerbissen für ganz eilige Tourenfahrer

Sporttourer standen bei Kawasaki schon immer hoch im Kurs. Die ZX-10 galt bereits in den 1980er Jahren mit 135 PS als alltagstaugliches Powerbike, das den Fahrer auf langen Strecken sehr schnell und dennoch ermüdungsfrei transportierte. Dieses Segment pflegte Kawasaki und vergrößerte den Hubraum seiner Vierzylinder stetig über die Jahre.

Das Flaggschiff bildet seit 2006 die ZZR 1400 mit 1441 cm3, aktuell hat sie 200 PS (mit Ram-Air-Effekt sogar 210 PS, behauptet Kawasaki) und satte 158 Nm Drehmoment – ein Motorrad, das sogar bei hartgesottenen Speedfreaks für weiche Knie sorgt. Ein Geschwindigkeitsbegrenzer regelt den Tiefflieger bei 299 km/h ab, sonst würde die Kawa locker die 300-km/h-Schallmauer knacken. Dennoch stellt Kawasaki ihr seit 2010 mit der Z 1000 SX einen weiteren Sporttourer zur Seite, der auf dem Supersportler ZX10-R basiert und immerhin 142 PS leistet, aber für den gleichen Einsatzzweck konzipiert ist.

Kompressoraufladung

Jetzt kommt sogar der dritte PS-starke Sporttourer ins Kawasaki-Programm. Als die giftgrüne Marke aus Japan 2014 einen 998-cm3-Vierzylindermotor mit Kompressoraufladung vorstellte, war das Echo in der Fachpresse groß. Die Ninja H2 leistete 200 PS und der Kompressor sorgte für druckvollen Durchzug.

Die noch radikalere Schwester Ninja H2R brachte es auf unfassbare 310 PS, konnte aber nur auf der Rennstrecke eingesetzt werden, weil es sogar den PS-Fetischisten von Kawasaki zu riskant war, sie mit Straßenzulassung auszuliefern. Sie frisst Reifen wie das Krümelmonster Kekse und hält den Weltrekord für Produktionsmotorräder mit 400 km/h, aufgestellt vom mehrfachen Supersport-Weltmeister Kenan Sofuoglu. Kein Bike für unbedarfte Freizeitmotorradler.

200 alltagstaugliche PS

Aus dem Supersportler Ninja H2 leitet Kawasaki nun einen Sporttourer ab, die Ninja H2 SX. Auch sie leistet 200 PS (mit Ram-Air-Effekt angeblich 210 PS) bei 11.000 Touren, ist sonst aber von der Motorcharakteristik bis zur Sitzposition deutlich mehr auf Alltagstauglichkeit abgestimmt. Die Faszination geht natürlich vom Kompressor aus, der mit der Kurbelwelle gekoppelt ist.

Weil der von Kawasaki selbstentwickelte Kompressor auch im Schiebebetrieb Druck aufbaut, verfügt er über ein Überdruckventil, das sogenannte Wastegate. Das markante Geräusch ist aus dem Rallye-Sport bekannt und wird im Straßenverkehr wohl für viel Aufmerksamkeit sorgen. Der aufgeladene Motor dreht die neu entwickelte Kurbelwelle mit einer maximalen Kraft von 137 Nm bei 9500/min. Zylinder, Köpfe, Kolben, Nockenwellen und Drosselklappengehäuse wurden von den Ingenieuren für die H2 SX ebenfalls neu konstruiert.

Kawasaki erklärt, dass der Motor im unteren und mittleren Drehzahlbereich stärker sei als bei Sportlerin H2. Das Verdichterrad des Kompressors und das Ansaugsystem sind neu gestaltet, der Ladedruck ist niedriger bei gleichzeitiger höher Effizienz, was zu kühleren Motortemperaturen und auch zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führen soll.

18 kg schwerer als die Sport-Version

Insgesamt hat die H2 SX um 18 Kilogramm gegenüber der H2 zugelegt, obwohl am Motor und Auspuffanlage drei Kilogramm Gewicht gespart werden konnten. 256 Kilogramm Leergewicht gibt Kawasaki an, für einen Sporttourer ein akzeptabler Wert. Ein 19-Liter-Tank sollte eigentlich für eine ordentliche Reichweite sorgen, allerdings ist von der H2 bekannt, dass sie sich bei flotter Fahrweise auch großzügig am Sprit bedient.

Bilderstrecke, 7 Bilder

24 Kommentare

Anzeige
Anzeige