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Martin Franz 49

Test: VW Arteon 2.0 TSI

Näherungsweise

Es ist schon viele, viele Jahre her, da war ich jede Woche Mitfahrer in einem der letzten Passat Fließheckmodelle, die gebaut wurden. Angetrieben wurde der Wagen von einem 2,2-Liter-Fünfzylinder mit K-Jetronic, der 136 PS leistet – die der Fahrer zum Gaudi, auch dem seiner jugendlichen Mitfahrer, oftmals komplett abrief. Nach fast 30 Jahren Pause hat VW wieder etwas Ähnliches im Sortiment, auch wenn die Bemühungen, die Eigenständigkeit des Arteon zu betonen, dem Zeitgeist entsprechend üppig sind. Doch der ist dem Passat in vielerlei Hinsicht ziemlich ähnlich, was nicht unbedingt schlecht sein muss.

Annäherung

Der Arteon bekam eine Hülle, die mit etwas Wohlwollen durchaus als eigenständig betrachtet werden kann. Sie wird vermutlich mehr Zuspruch bekommen als die eines VW Passat Stufenheck, was meiner Ansicht nach freilich nicht so schwer ist. Hierzulande war der nie mehrheitsfähig, global mag er seine Berechtigung haben. Ob man den Arteon nun ernsthaft als Coupé sehen möchte, sei jedem Betrachter überlassen. Meines Erachtens reicht das Weglassen von Scheibenrahmen dafür nicht. Ganz sicher verfängt das aber in einigen Köpfen, womit sich ein Auto mit Fließheck schlicht und ergreifend einfacher vermarkten lässt. Nach allem was wir derzeit wissen, werden sich Passat und Arteon im kommenden Sommer noch ähnlicher. Dann wird der Passat leicht überarbeitet.

Der Aufbau bringt aber keine praktischen Nachteile mit sich, was ihn durchaus zu einer überlegenswerten Alternative zum Passat macht. Durch seine große Heckklappe ist der riesige Arteon-Kofferraum sehr gut zu beladen. Mit 563 Litern ist er nur unwesentlich kleiner als der der Limousine, aber viel einfacher zu bestücken, sofern nicht gerade eine niedrige Garagendecke den Öffnungselan bremst. An den Kombi reicht er freilich nicht heran. Der ist mit 650 Litern nochmals deutlich größer.

Viel Platz

Der Arteon kontert mit einem grandiosen Platzangebot für die Insassen. Vor allem hinten ähnelt die Beinfreiheit fast der im Skoda Superb Combi. Das lernt beispielsweise ein langbeiniger Papa mit einem Kleinkind, das mit ausgestreckten Beinchen hinter ihm sitzen muss, schnell schätzen. Anders ausgedrückt: Wenn zwei Menschen mit solch langen Beinen wie den meinen gut hintereinander sitzen können, muss schon ordentlich Raum da sein. Da sind die 5,1 cm mehr Radstand gegenüber dem Passat schon zu spüren. Dafür ist die Kopffreiheit hinten deutlich geringer als im Passat: Zum Stufenheck fehlen ihm nur rund 2,5 cm, zum Kombi aber fast 7 cm. Das 1180 Euro teure Schiebedach soll die Kopffreiheit im Arteon nicht weiter beschneiden, da es über die Dachhaut öffnet.

Gleichnis

An anderer Stelle sind die Unterschiede geradezu erstaunlich gering. Das Armaturenbrett stammt eins zu eins aus dem Passat. VW hat sich hier Aufwand an einer Stelle gespart, wo man es eigentlich nicht unbedingt erwartet hätte, blickt doch der Fahrer auf diese Landschaft öfter als auf das Äußere. Hier hätte VW die Eigenständigkeit des Arteon vergleichsweise einfach betonen können, doch diese Chance ist vertan. Schade eigentlich, denn so wurden auch kleine Schwächen übernommen, wie das etwas zu tief eingebaute Display in der Mittelkonsole. Etwas frischer Wind hätte dem Auto an dieser Stelle gutgetan, zumal die ganz grundsätzliche Gestaltung – man wagt es kaum zu schreiben – aus dem Jahr 2005 stammt. Seit dem wurden zwar immer mal wieder Details verändert, doch ein völlig neues Design gab es nicht mehr.

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