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Test: Sondors Fold Pedelec

Da stehste drauf!

Das Sondors Fold ist ein Pedelec mit Heckmotor, 20-Zollfelgen und Fatbike-Reifen. Und es macht irre Spaß – sogar beim Kaufen: Dieses übergeschnappte BMX-Rad wird im Direktvertrieb vermarktet und ist nach heutigem Dollarkurs ab 830 Euro zu haben. Ich fuhr die Version mit größerem Akku (Panasonic-Zellen, herausnehmbar und im Oberrohr versteckt, 672 Wattstunden), die zurzeit 982 kostet. Billig, so textete einst eine Werbeagentur, da stehste doch drauf! So viel vorweg: Der abwertende Begriff passt hier nicht. Das Sondors Fold ist preiswert.

Ich steh aber auch beim Fahren immer wieder drauf – das Fold erinnert nicht nur optisch an ein BMX-Rad, es lädt tatsächlich zu kleinen Moves ein, bei denen ich auf den Pedalen stehe. Ein Wheelie gefällig? 3. Gang, ein Tritt plus Stromschub und zack, fährt das Sondors auf dem Hinterrad. Damit keine Missverständnisse entstehen: Für echte Kunststücke ist das Pedelec mit fast 23 Kilogramm zu schwer. Aber die Agilität im Alltag gepaart mit einer bequemen und aufrechten Sitzposition ist super.

Die Proportionen täuschen: Das ist kein Faltrad wie ein Brompton oder ein Riese & Müller Birdy. Das Sondors Fold ist viel größer. Ich (1,80 Meter) habe sowohl Sattel als auch Lenker tendenziell nach unten eingestellt; größere Personen dürften also wenig Probleme haben, eine angenehme Sitzposition zu finden. In scharfem Kontrast zu vielen Kompakträdern steht außerdem die hohe Verwindungssteifigkeit: Der Alurahmen und die Gabel sind top. Nix verdreht sich, was die Fahrstabilität steigert und sich zum Beispiel in schnell gefahrenen engen Kurven auszahlt. Schräglage ist kein Problem.

Mehr als 50 km mit maximalem Rückenwind

Für den Komfort beim ansonsten ungefederten Fold sorgen die eingangs erwähnten Fatbike-Reifen der Dimension 20*4.0 Zoll. Dank Heckantrieb ist die Übersetzung ohne elektrische Unterstützung wie bei einem normalen Fahrrad. Die Kraft des Bafang-Motors lässt sich in sechs Stufen von 0 bis 5 einstellen. Ganz ohne „e“ ist der Rollwiderstand für meinen Geschmack zu hoch; dieser Modus ist dennoch für ganz langsame Passagen gut geeignet.

Ich gebe zu: Ich bin von Beginn und fast permanent mit Stufe 5 gefahren. 250 Watt Dauerleistung, und über 600 Watt im Display abgelesene Peakleistung den Elbhang hinauf. Einen ordentlichen Bums hat das Ding. Das Sondors schiebt kräftig nach vorne, Rückenwind in alle Lebenslagen. Bei der gesetzlichen Grenzgeschwindigkeit von 25 km/h genügt es – in Unterstützungsstufe 5 – die Pedale widerstandslos zu bewegen (in Österreich erlaubtes Daumengas liegt optional bei), um weiter voranzukommen. In diesem „faule-Sau“-Modus hat die Kapazität der Batterie für gut 50 Kilometer durch die Stadt ausgereicht. Bis auf die letzte Wattstunde wollte ich den Akku nicht ausreizen, weil ich keine Lust auf schwergängiges Treten hatte, sorry.

Der E-Motor ist jedenfalls feinnervig abgestimmt. Von Stufe 1, dem sensiblen Anschieben, bis Stufe 5, wo beim Anfahren auf Wunsch das Vorderrad steigt. Geräuschlos ist das Fold nicht, denn der Bafang-Motor ist kein getriebeloser wie bei Stromer oder Klever, sondern ein Antrieb mit internem Planetengetriebe. Die fetten Reifen rollen ebenfalls nicht besonders leise ab.

Ohnehin ist dieses Pedelec ein Kopfverdreher und nichts für Schüchterne. In Hamburg ist es schwierig, mit irgendeinem Fahrzeug aufzufallen, ein Porsche jedenfalls genügt dafür nicht und eine Harley-Davidson gar nicht. Dieses BMX-Rad-XL dagegen zieht die Blicke auf sich. Das Sondors Fold fährt sich einfach gut, es ist wendig, dynamisch und stabil. Aber was sind die Schwächen?

Transportfähig ja, Origami nein

Wer ein Faltrad, siehe oben, erwartet, wird hier nur eingeschränkt bedient. Der Klappmechanismus für Rahmenmitte und Lenker funktioniert easy und einwandfrei. Allerdings gibt schon das Promotionvideo mit den angezeigten Klappmaßen 46 mal 74 mal 99 Zentimeter einen Hinweis auf die Größe. Transportfähig im Kofferraum: Ja, viel leichter als ein normales Fahrrad oder gar ein Pedelec. Origami: Nein.

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