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Test: Mercedes E 200 T-Modell

Basis-Riese

Die automobilen Ansichten haben sich in den vergangenen knapp 40 Jahren mächtig verschoben. Den 1977 vorgestellten Mercedes-Kombi (S 123) gab es nie mit mehr als 185 PS. Der großvolumige Reihensechszylinder genehmigte sich schon bei gemäßigtem Tempo locker zwischen 12 und 13 Litern, brachte den Kombi aus dem Stand in rund 10 Sekunden auf Tempo 100 und erreichte bis zu 200 km/h. Für die damaligen Verhältnisse waren das Fahrleistungen, von denen so mancher Familienvater geträumt haben dürfte, versprachen sie doch geradezu unerhört viel Temperament.

Heute wird in Foren ganz ernsthaft diskutiert, ob der aktuelle Basis-Nachfahre des S 123 mit 184 PS und 300 Nm nicht vielleicht doch ein wenig zu schwach sein könnte. Wer nun meint, zwischen den beiden lägen ja sicher auch mehrere 100 Kilogramm Leergewicht, liegt falsch. Mercedes nennt 1560 kg für den S 280 TE mit Viergang-Schaltgetriebe, der Nachfahre mit Neungang-Wandlerautomatik liegt bei 1630 kg – beide ohne die in der Richtlinie EG 92/21 festgelegte Pauschalmasse von 75 kg (= 68 kg Fahrer plus 7 kg Gepäck).

Versprechen gehalten

Ein Test sollte nun klären, wie sich der E 200 T im Alltag schlägt und ob er unter Umständen eine Alternative zum häufig gewählten E 220 d sein könnte. Nach einem Abend im Selbstzünder-Modell hatte ich das merkwürdige Gefühl, dass es der Sound des Diesels war, der die E- von der S-Klasse trennte. Alle Welt berichtete, wie leise der neue OM 654 doch sei, was auch nicht vollkommen falsch ist – wenn als Vergleichsbasis der bis dato verbaute OM 651 herangezogen wird. Doch den zu unterbieten ist nicht so schwer. Der neue Diesel ist in der E-Klasse leise, doch das im damaligen Testwagen bis ins Gaspedal zu spürende, feine Vibrieren passte für mich irgendwie nicht in diese noble Umgebung. Der Benziner verspricht mehr Laufkultur – und hält dieses Versprechen auch.

Genügend Power

Zuerst müssen wir jedoch die eingangs aufgeworfenen Fragestellung klären. Mit dem Basis-Benziner erreicht der E 200 laut Werk 231 km/h und braucht 8,1 Sekunden im Standardsprint. Die Elastizität stellt zufrieden, die Maschine bietet für die alltäglichen Anforderungen genügend Power. Was gestern gut war, muss heute nicht zwangsläufig zu wenig sein. Selbstverständlich erfüllt Mercedes auch höhere Ansprüche, doch zur Wahrheit gehört aus meiner Sicht, dass Menschen, denen der E 200 zu phlegmatisch erscheint, mit dem E 250 wohl kaum glücklich werden. Er bietet weder wesentlich bessere Fahrleistungen noch mehr Laufkultur. Erst der E 400 bietet von beidem erheblich mehr. Er kostet allerdings, inklusive einer besseren Ausstattung und Allradantrieb, auch 17.000 Euro mehr als der E 200.

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