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Stefan Grundhoff 7

Neuvorstellung: Infiniti QX 50

Fix ist nix

Insbesondere in Amerika ist Infiniti als Edelmarke von Nissan seit Jahren überaus erfolgreich. In Europa war das Modellprogramm dagegen überschaubar. Nun soll der 4,69 Meter lange Infiniti QX 50, den Nissan auf der Los Angeles Autoshow erstmals zeigt, europäischen Modellen wie Audi Q5, BMW X3, Volvo XC60 und Mercedes GLC Konkurrenz machen.

Das Mittelklasse-SUV soll die Marke Infiniti als weltweit das erste Serienfahrzeug mit variabler Verdichtung als Innovationsträger in Szene setzen. Bisher setzt das fixe Verdichtungsverhältnis der Effizienz Grenzen. Es ist so festgelegt, dass es bei höchster Motorbelastung, also vor allem im Bereich zwischen höchster Kraft- bis zur höchsten Leistungsabgabe nicht zu zerstörerischen Detonationen des Gemischs kommen kann. Anders ausgedrückt: Es muss sichergestellt sein, dass das Gemisch nur verbrennt - nicht aber explodiert.

Explosionsgefahr gebannt

Läuft der Motor nur unter Teillast, was im normalen Leben ja fast immer der Fall ist, dürfte die Verdichtung dagegen ohne Explosionsgefahr viel höher liegen. Damit würde die Verbrennung effizienter ablaufen, und der Motor wahlweise sparsamer oder leistungsfähiger. Mit variabler Verdichtung kann man den Motor auf die wechselnden Lastzustände einregeln und einige Prozent Effizienz gewinnen. Das war bereits von den Thermodynamikern der ersten Stunde vor weit über 100 Jahren leicht zu berechnen gewesen und auf diversen Prüfständen wurde der Nachweis bereits seit Jahrzehnten erfolgreich geführt.

Der technische Aufwand war allerdings bisher zu groß, als dass man sich da in Großserie herangetraut hätte. Immerhin muss man bei laufendem Motor gegen die hohen Verdichtungsdrücke entweder die Kurbelwelle gegenüber den Zylindern verschieben oder die Zylinder gegenüber dem Kurbelgehäuse. Andere Experimente arbeiteten mit Knick- oder längenverstellbaren Pleueln. Infiniti löst das Problem mit einem Gelenk im Pleuel seitlich oberhalb des Pleuelfußes und einem gegenüberliegenden Widerlager, das über einen Hebel in seiner Höhe verstellbar ist. Damit lässt sich die Verdichtung zwischen 8:1 und 14:1 verändern.

Von den ständig wechselnden Verdichtungsverhältnissen merken die Insassen nichts. Ein kleines Informationsdisplay in der betagt anmutenden Instrumenteneinheit zeigt es an. Dabei variiert der Zylinderhub um bis zu sechs Millimeter, wodurch das nominelle Zweiliter-Triebwerk je nach Lastzustand einen Hubraum zwischen 1970 und 1997 Kubikzentimetern hat. Der variable Hub von sechs Millimetern wird durch einen Aktuator in Form eines kleinen Elektromotors ermöglicht, der über Arme und Gelenke auf die Kurbelwelle einwirkt. Der bürstenlose Elektromotor kommt mit einer Leistung von gerade einmal 0,15 Kilowatt aus.

Der neue Vierzylinder verbraucht rund 25 Prozent weniger als Nissans aktueller V6-Motor mit gleicher Leistung, was freilich nicht allein durch den veränderlichen Druck erreicht wird. Die Fahrleistungen liegen im erwarteten Rahmen. 0 auf Tempo 100 schafft der Allradler in rund 6,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.

Rechenleistung für die Testläufe

Infiniti-Vizepräsident Christian Meunier sagte auf der LA Motor Show über Infinitis jüngste Entwicklung: „Der QX50 ist eines der wichtigsten Fahrzeuge, das wir jemals vorgestellt haben. Er verkörpert alles, für was die Marke Infiniti steht: Herausragendes Design, fortschrittlichste Technologien und eine überzeugende Performance – und er tritt im derzeit weltweit schnellsten wachsenden Marktsegment an.” Chris Day, der bei Nissan Nordamerika für die Antriebsentwicklung verantwortlich ist, ergänzt: „Wir haben wie viele andere schon seit langem an dem Prinzip einer variablen Verdichtung gearbeitet. Vor sieben oder acht Jahren waren wir dann sicher, dass wir es hinbekommen. Wir brauchten nicht nur den modernen Maschinenbau für die Teile, sondern genug Rechenleistung, um den Antrieb auch testen zu können.”

Angeboten wird der QX 50, der im mexikanischen Gemeinschaftswerk von Nissan und Daimler gebaut wird, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb. Das Getriebe ist ein Variator mit hydrodynamischem Wandler („CVT”), der Motor wird aus Japan zugeliefert. Der turbogeladene Zwei-Liter-Vierzylinder mit 200 kW / 272 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm wird zunächst nur im QX50 erhältlich sein.

Doch der QX 50 will nicht nur mit seinem Hightech-Motor punkten. Im Innenraum gibt es viel Platz und gewohnt edle Materialien. Der Gepäckraum lässt sich durch Verschieben oder Umklappen der Rückbank von 895 auf bis zu 1699 Liter vergrößern. Marktstart in den USA soll dann Ende Februar sein. Nach Europa wird der neue Crossover erst im kommenden Herbst kommen.

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