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Wolfgang Gomoll

Neuvorstellung: Chevrolet Corvette ZR1

Kraftmeier

Man kann man den Amerikanern nicht nachsagen, dass sie nicht praktisch denken. Wo andere sich mit Power-Domes und aufwendigen Kühlmaßnahmen herumplagen, lässt man bei Chevrolet einfach ein rechteckiges Loch in der Haube. Das zeigt schon: Hier handelt es sich nicht um irgendein Fahrzeug, sondern um den Kraftmeier der diesjährigen Los Angeles Auto Show: Die Corvette ZR1.

Das durch die Haube sichtbare Aggregat mit dem internen Code LT5 ist ein 6,2-Liter-V8. Er erreicht dank Kompressor 765 PS und einem maximalen Drehmoment von 969 Nm. Damit kommt die ZR1 auf eine Höchstgeschwindigkeit von rund 340 km/h. Ein manuelles Siebengang-Getriebe oder erstmals in einer ZR1 eine Automatik mit acht Fahrstufen stehen zur Wahl.

Die Ingenieure haben zudem an der Aerodynamik gefeilt und stellen zwei verschiedene Pakete zur Verfügung: Einen flachen Heckspoiler, der die maximale Geschwindigkeit zulässt und einen in zwei Stufen einstallbaren Heckflügel, der 60 Prozent mehr Abtrieb generiert, als die Corvette Z06 mit dem Z07 Paket. Wenn das Brett hinten auf das Maximum hochgefahren wird, sollen bis zu 430 Kilogramm an Abtrieb generiert werden.

Mit Sommerreifen und Kohlekeramikbremsen

Das optionale ZTK-Kit beinhaltet zudem einen Frontsplitter, einstellbare Magnetic Ride Dämpfer und Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen, die auf dem Asphalt kleben, aber nur im Sommer gefahren werden dürfen. Die Dimensionen lauten 285/30ZR19 vorn und 335/25ZR20 hinten. Natürlich kommen bei dieser Vette Karbonbremsen zum Einsatz: Vorne sind es 39,4 Zentimeter-Scheiben mit Sechskolben-Sätteln und hinten 38,8 Zentimeter-Scheiben mit Vierkolben-Sätteln. Mit einem Gewicht von rund 1,6 Tonnen ist die Corvette ZR1 nur unwesentlich schwerer als der Vorgänger, aber dafür deutlich leistungsfähiger.

Nappaleder und Alcantarabezüge sowie Sportsitze mit ausgeprägten Wangen fixieren den Fahrer auch in schnellen Kurven. Ebenfalls erhältlich sind Applikationen in Kohlefaser-Optik und ein Bose-Soundsystem. Wer seine Rundenzeiten aufzeichnen will, kann dies mit einem Data-Recording-System tun. Im nächsten Frühjahr wird die Corvette sowohl als Coupé als auch als Cabrio auf den US-Markt kommen. Die Preise für den geschlossenen Zweisitzer beginnen bei rund 120.000 Dollar, die offene Variante, bei der die Stoffmütze bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h per Knopfdruck versenkt werden kann, fangen bei etwa 124.000 Dollar an.

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