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Mercedes-AMG Project One: Einsam klotzen in Frankfurt

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Vertrackte Sache das mit der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Zahlreiche große Hersteller hatten sich 2017 gar nicht erst angemeldet und die neuen Player der Branche – also Tesla, Uber und diverse Start-ups – erreichen ihr Publikum nicht auf klassischen Autoshows und suchen ihr Heil auf Technikmessen und individuellen Pressekonferenzen.

Nicht in Frankfurt dabei waren unter anderem: Peugeot, Citroën, Nissan, Infiniti, Volvo, Aston Martin, Rolls Royce, Cadillac, Chevrolet, Mitsubishi und die Fiat Group (also auch kein Alfa Romeo, Jeep, Chrysler, Lancia und Abarth). Hurra, noch mehr Platz für die deutschen Hersteller!

Die brauchen den Platz für Fahrzeuge und Ego und können so sicher sein, die ganze Aufmerksamkeit zu bekommen. Mercedes zum Beispiel. Die haben heuer ein richtiges Pfund rausgehauen: das Mercedes-AMG Project One. 275 Stück sollen gebaut werden, vergriffen ist das Hypercar auch schon, obwohl es 2,8 Millionen Euro kostet (Markteinführung: 2019).

Den Wagen fasst Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG, so zusammen: „Das Mercedes-AMG Project One ist das erste Formel-1-Auto mit Straßenzulassung". Das bedeutet, provokant formuliert, erst einmal Downsizing. Basis des Fahrzeugs ist ein V6 mit gerade einmal 1,6 Litern Hubraum. Aus denen werden allerdings 759 PS geholt.

Dazu kommen zwei Elektromotoren (je 120 kW) für die Vorderräder, ein elektrisch unterstützter Turbolader und eine Elektromaschine, die zwischen den Zylinderköpfen sitzt. Denn Abgas- und Verdichterturbine sind voneinander getrennt und über eine Welle verbunden, die von besagter E-Maschine (90 kW, bis zu 100.000 Touren) angetrieben wird – zum Beispiel beim Anfahren die Verdichterturbine. Mercedes hat eine Systemleistung von 1054 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von „über 350 Stundenkilometer“ errechnet. Theoretisch lässt sich der Wagen auch bis zu 25 Kilometer weit rein elektrisch bewegen.

So bald keine Motorüberholung – wetten?

Doch Mercedes, das sind Schwaben, und so denken sie an die laufenden Kosten. Denn ein Formel-eins-Motor hat eine Lebensdauer von rund 4000 Kilometern, was vor allem an den hohen Drehzahlen liegt (bis 15.000 Touren). Der Antrieb im Mercedes-AMG Project One liefert allerdings eine maximale Drehzahl von 11.000 Touren – so ist erst nach 50.000 Kilometern eine Motorüberholung fällig. Wir nehmen hiermit Wetten an, dass in den kommenden zehn Jahren kein Kunde diesen Service wird in Anspruch nehmen müssen.

Dabei ist der Wagen alltagstauglich. Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Ablagefächer hinter den Sitzen, Handyablage ... dazu das bekannte Comand-System. Ein 10-Zoll-Display mit Navigation, Sound und Smartphoneintegration. Weil die Sitze nicht verstellbar sind, lassen sich Lenkrad und Pedalerie entsprechend der Fahrerwünsche justieren.

In Frankfurt hatte dieses Jahr Lewis Hamilton die Ehre den Wagen auf die Bühne zu fahren und kurz ein wenig mit Dieter Zetsche zu fachsimpeln. Vielleicht, bei abgeschaltetem Mikrofon, auch darüber, warum die Hallen so leer sind.

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